Die Sporthalle an der Grundschule Wißmar. ARCHIV-FOTO: SO
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Die Sporthalle an der Grundschule Wißmar. ARCHIV-FOTO: SO

Es regnet rein

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Wettenberg(so/pm). Seit einiger Zeit schon ist das Dach der Sporthalle in Wißmar undicht. Wasser dringt ein und hat hässliche Flecken an den Wänden hinterlassen. Abhilfe ist noch nicht geschaffen. Die Wettenberger CDU wirft deshalb der Gemeinde Wettenberg "Desinteresse an der Sporthalle in Wißmar" und "Vernachlässigung der Bauunterhaltung" vor. Bislang sei noch nicht einmal eine provisorische Sicherung erfolgt, ärgert sich der Wettenberger CDU-Vorsitzende Dr. Gerhard Noeske. "Es ist absehbar, dass das Wasser sich unter dem Hallenboden verteilt und noch größeren Schaden anrichtet", befürchtet Noeske. Auch wenn kurzfristig kein Dachdecker zu finden sei, der eine umfassende Sanierung des Daches ausführt, müsse wenigstens eine provisorische Abdichtung erreicht werden. "So weit uns bekannt", so Noeske, "ist bislang aber noch nicht einmal ein Auftrag herausgegangen".

Noeske nennt dies "ein erneutes Zeichen des Desinteresses des Bürgermeisters an der Sporthalle in Wißmar". Und er verweist auf Millionen-Investitionen in die Eduard-David-Sporthalle in Krofdorf.

Dem widerspricht Bürgermeister Thomas Brunner: Es sei bekannt, dass das Dach an der Verbindung von Sporthalle und der Mensa der Grundschule undicht sei. Eine Reparatur sei in Auftrag gegeben. Dies übrigens nicht zum ersten Mal. Brunner zitiert einen Handwerker, der von einem "grundsätzlichen Baumangel" spricht. Den Vorwurf des Desinteresses weist er entschieden zurück. Verein und Gemeinde vernachlässigten die Halle nicht. Der Vereinsvorstand, insbesondere der Vorsitzende Carsten Fiedler, sei sehr engagiert. Aber: Der Sparzwang beim Bauen räche sich jetzt. In Auftrag gegeben sei im Übrigen auch eine neue Beleuchtung. Auch da werden von der CDU Defizite ausgemacht und Verbesserungen angemahnt.

Zustand der Halle seit Jahren Thema

Instandhaltung und Pflege der Sporthalle an der Grundschule in Wißmar sind seit Jahren ein Dauerthema, resultierend aus der Frage, wer wofür zuständig ist.

Träger der Sporthalle ist der örtliche Sportverein, die SG Wißmar. Die Gemeinde Wettenberg gibt einen Unterhaltungszuschuss. Da die Sporthalle auch von der Grundschule genutzt wird, gibt es eine Vereinbarung mit dem Kreis und der Gemeinde, wer welche Hausmeisterdienstleistungen erbringt.

Die Gemeinde Wettenberg hatte bei der Sanierung und dem Neubau der Sporthalle in den Jahren 2005/2006 für 1,3 Millionen Euro den größten finanziellen Anteil gestemmt. Vom Land gab es einen Zuschuss, der Kreis als Schulträger stellte die kleine Schulturnhalle und angrenzende Flächen zur Verfügung.

Die SG Wißmar hat in den vergangenen Jahren immer wieder die Position vertreten, es sei realiter eine kommunale Halle und sollte auch so behandelt werden. Dies mit Verweis auf die Eduard-David-Halle in Krofdorf und das Bürgerhaus Launsbach.

Der Wettenberger CDU-Vorsitzende Gerhard Noeske erinnert in seiner aktuellen Pressemitteilung an das ehrenamtliche Engagement beim Bau der Halle in Wißmar, namentlich von Gerhard Lösch. Dieser hatte sich als damaliger Vorsitzender der SG Wißmar bereiterklärt, mit dem Verein die Trägerschaft für die neu zu bauende Halle zu übernehmen. Damit habe dieser Sportverein der Gemeinde viel Arbeit beim Bau und beim Betrieb abgenommen und über Förderung des Landes und den Landessportbund wesentlich zur Finanzierung beigetragen.

Dieser Einsatz der Ehrenamtlichen sei in den folgenden Jahren nicht honoriert worden, kritisiert die CDU. Während in Launsbach und Krofdorf Hausmeister beschäftigt werden, bleibe diese Aufgabe in Wißmar den Vereinsmitgliedern vorbehalten. Die Ehrenamtler der SG gerieten an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Die Sorge um den Bauzustand der Sporthalle sollte von der Gemeinde zuverlässig abgenommen werden, fordert die CDU.

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