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Die "Arschgeige" von Rosenbaum.

Raum für Makabres und Absurdes

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Wettenberg (pm). "Morbide, makaber, absurd" - unter diesem Motto gestalten 15 Kunstschaffende die nächste Ausstellung des Kunst- und Kulturkreises (KuKuK) Wettenberg. Sie wird am Freitag, 9. August, um 19 Uhr mit einer Vernissage eröffnet und ist danach bis 8. September zu sehen.

Der Titel verblüfft zunächst. Der KuKuK ist sicher, dass ein Blick in die Kunstgeschichte zeigt, dass die Thematik des Fantastischen, Merkwürdigen, Gespenstischen und Widersinnigen eine lange Tradition hat und im Lauf der Zeiten immer wieder auftaucht. Das Morbide - vom Tod gezeichnet und im Verfall begriffen, gruselig und gespenstisch - findet sich etwa in sterbenden Schmetterlingen. Das Makabre setzt sich mit Witz und Lachen über die Vergänglichkeit hinweg. Das Absurde stellt die Normalität auf den Kopf und begeistert.

Ganz besonders üppig blühen Furcht, Schauder und Morbidität in den Werken der Schwarzen Romantik des 19. Jahrhunderts, nicht nur in der Bildenden Kunst, sondern genauso in der Literatur. Was Mary Shelley mit "Frankenstein" beginnt, setzt sich während der ganzen Victorianischen Epoche fort mit vielfältiger Gruselliteratur bis zu Bram Stokers "Dracula" am Ende des Jahrhunderts. Von dort führt die Entwicklung weiter zu unseren Gruselfilmen und Fantasy- Streaming-Serien, schreibt der KuKuK. Die Schwarze Romantik unterläuft das positive, erobernde, wissenschaftlich geprägte Lebensgefühl des 19. Jahrhunderts durch die Hinwendung zu Traum, Tod, verborgener Sexualität und Gespensterglauben. An der Wende zum 20. Jahrhundert stehen mit Symbolismus und Expressionismus Maler wie Odilon Redon, Edvard Munch und James Ensor. Eine Generation später kommen die Surrealisten dazu, die in Literatur, Film, Malerei und Plastik die Darstellung des Unterbewussten, Traumhaften, Sexuellen und Phantastischen zum Programm erheben.

Die Kunstschaffenden des KuKuKs haben den Schwerpunkt ihrer Arbeiten weniger auf die düsteren, sondern eher auf die makaberen und heiter-absurden Varianten gelegt. Gezeigt werden abstrakte und naturalistische Bilder, Collagen, Fotografien, Plastiken, computergenerierte Welten, Keltisches, Mosaike und eine Fülle von Objekten aller Art.

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Die Kunsthalle ist jeden Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Am Samstag, den 24. August, um 19.30 Uhr gastiert das Gitarrenduo Haagen und Martens unter dem Titel: "Tapas und Tango". Am Sonntag, den 8. September, findet von 11 bis 18 Uhr der alljährliche Kunst- und Kreativ-Markt statt.

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