Der Weg entlang der Straße nach Kinzenbach ist wassergebunden. Er wird an den Gefällstücken immer wieder ausgewaschen. FOTO: SO
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Der Weg entlang der Straße nach Kinzenbach ist wassergebunden. Er wird an den Gefällstücken immer wieder ausgewaschen. FOTO: SO

Rad- und Spazierwege im Blick

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Wettenberg(so). Der Landkreis hat soeben sein Radverkehrskonzept vorgestellt - doch eines solchen bedarf es auch auf lokaler Ebene, in den Dörfern und Städten. In Wettenberg haben Vertreter unterschiedlicher Fraktionen immer mal wieder davon gesprochen; es soll Teil des Wettenberger Verkehrskonzepts sein. Zudem wurden punktuell einzelne Vorhaben aufgegriffen. Jetzt also ein neuer Anlauf der Freien Wähler, um die Wettenberger Rad-und-Wanderwege-Infrastruktur zu verbessern. Auch SPD und Grüne sowie die CDU sprechen sich für deutliche Verbesserungen aus.

Die Freien Wähler (FW) plädieren dafür, eine Befragung der Nutzer der Rad- und Wanderwege vorzunehmen, um zu erfahren, wo diese Verbesserungspotenziale sehen. Liegen diese Erkenntnisse vor, dann soll daraus eine Prioritätenliste erarbeitet werden.

Zu berücksichtigen sei dabei die Nutzungsfrequenz der Wege und eben deren aktueller Zustand. Bereits bis November, so der Wunsch der FW, sollten da Ergebnisse auf dem Tisch liegen.

"Schon immer war Wettenberg eine sehr sportliche Kommune. Besonders in den vergangenen Wochen und Monaten der Pandemie haben zahlreiche Bürger das Radfahren für sich (wieder-)entdeckt", sagt Fraktionsvorsitzende Julia Trampisch. Und verweist auf die Fahrt zum Arbeitsplatz in Nachbargemeinden ebenso wie das Radeln in der Freizeit zur Erholung bzw. zum sportlichen Ausgleich. Diese Entwicklung sollte die Kommune fördern.

Begrüßt wird, dass die Radwege zwischen Ostpark und Launsbach bzw. zwischen Braugasse Launsbach und katholischer Kirche Wißmar instand gesetzt wurden. Doch darüber hinaus gebe es reichlich zu tun. Trampisch: "Vielfach sind dies nur kleinere Maßnahmen. Etwa wenn nach Bauarbeiten Rad- oder Feldwege nicht wieder radfahrgerecht hergestellt worden sind." Steigungen wie auf dem Weg entlang der Umgehungsstraße von Krofdorf-Gleiberg in Richtung Heuchelheim seien wenig familienfreundlich - weil geschottert. Das sei für Kinder sowie für Radfahrer mit Anhänger kaum zu bewältigen.

Da stellen sich die Freien Wähler durchaus Teerbelag vor. Das können auch die anderen Fraktionen in der Gemeindevertretung mittragen: SPD und Grüne wollen die Wege in den Blick nehmen, die regelmäßig durch Auswaschungen, Unterspülung oder durch landwirtschaftliche Fahrzeuge beschädigt werden. Bei wichtigen Fahrradwegen oder Steilstücken könne da auch asphaltiert werden.

Wichtig nur, dass das Wasser nach Möglichkeit vor Ort versickern könne. Wie die Freien Wähler sprechen sie sich für eine Prioritätenliste aus, SPD-Fraktionsvorsitzender Ulrich Ellinghaus regt dazu eine Infrastruktur-Arbeitsgruppe an.

Die CDU hat bereits konkrete "Baustellen" im Blick: Beispielhaft führt Gerhard Noeske den Weg zwischen Wißmarer Schützenhaus und Forsthausstraße an. Seine Fraktion hat beantragt, umgehend zu handeln und den wassergebundenen Weg herzurichten - am besten mit Beton oder Asphalt. Solcher Ausbau bedarf jedoch einer naturschutzrechtlichen Genehmigung. Dies kann das Verfahren wieder verlängern, gab Bürgermeister Brunner zu bedenken. Wenn es fix gehen solle, werde doch noch einmal der lose Belag in Ordnung gebracht.

Skepsis bei Jürgen Quurck: Der Grüne ist passionierter Radler und beklagte einmal mehr, dass sich das Thema Radwege-Ausbau seit Jahren hinzieht: "Vieles ist für Radfahrer, die täglich unterwegs sind, frustierend." Seit Jahren diskutiere man, höre Experten, besichtige Radwege und es passiere - nichts. "Um ehrlich zu sein: Ich habe keinen Bock mehr auf das Thema!"

Anuschka Gerlach (CDU) pflichtete bei: Fahrradfahren in Wettenberg sei mancherorts "eine Qual". Es müsse jetzt gehandelt werden, denn irgendwann sei man sonst bei den Bürgern nicht mehr glaubwürdig.

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