Im Juni waren Anlieger aus dem Krofdorfer Baumäcker-Viertel mit Kommunalpolitikern und Investor im Dialog und machten deutlich, dass eine massive Wohnbebauung der 6700 Quadratmeter großen Fläche zwischen Heggraben-Gewerbeviertel und Wohngebiet abgelehnt wird. FOTO: SO
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Im Juni waren Anlieger aus dem Krofdorfer Baumäcker-Viertel mit Kommunalpolitikern und Investor im Dialog und machten deutlich, dass eine massive Wohnbebauung der 6700 Quadratmeter großen Fläche zwischen Heggraben-Gewerbeviertel und Wohngebiet abgelehnt wird. FOTO: SO

Der Protest reißt nicht ab

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Wettenberg(so). Wie viele Häuser, wie viel Wohnbebauung verträgt der vergleichsweise schmale, langgezogene Geländestreifen von 6700 Quadratmetern zwischen dem Gewerbegebiet am Krofdorfer Heggraben und dem Wohnviertel "Baumäcker" im Norden des Dorfes? Verträgt die Fläche überhaupt eine Wohnbebauung angesichts der ungeklärten Lärmschutz-Frage?

Seit anderthalb Jahren schon steht die Idee im Raum, dort Wohnraum zu schaffen. Zuallererst war die Rede von etwa fünf Ein- und Zweifamilienhäusern, wie sie auch im angrenzenden Baumäcker-Viertel zu finden sind. Dann folgten Überlegungen, eine verdichtete Mehrfamilienhaus-Bebauung zu schaffen. Zuerst waren es bis zu 36 Wohnungen. In einer überarbeiteten Fassung dann 25. Dies weckte den Protest der Anwohner. Mittlerweile gibt es neue Skizzen vonseiten der THM. Entschieden ist noch nichts.

Die Anwohner, aber auch Gewerbetreibende vom Heggraben, halten ihre Bedenken aufrecht. Sie haben diese jetzt nochmals mit einem Einspruch gegen die Pläne für die nördliche Wiesenstraße untermauert. Ihre Einwände: Mehrfamilien-Wohnblöcke, für Krofdorf untypisch, fügen sich nicht in die vorhandene Wohnbebauung ein. Zudem dürften die geplanten Gebäude deutlich höher werden und Staffelgeschosse haben. Was im Baumäcker-Viertel nicht erlaubt war.

Die verärgerten Anwohner haben sich in der BI "Natur- und bürgernaher Norden von Krofdorf" zusammengeschlossen und mehr als 100 Unterschriften für ihre Interessen gesammelt. Sie plädieren für ein weiteres Reduzieren der Wohneinheiten und eine der Topografie angemessene niedrigere Bebauung mit Ein- und Zweifamilienhäusern.

Schallschutz ist das große Thema

Was zudem Sorge macht, ist der Lärmschutz. Einem Schallschutzgutachten zufolge werden die Orientierungswerte der Schallemissionen sowohl tagsüber als auch nachts überschritten. Nachgedacht wird derzeit über eine Lärmschutzwand von drei Metern Höhe. Höher ist laut Gutachten "städtebaulich nicht vertretbar." Dazu sagt das Gutachten aber auch, dass drei Meter womöglich nicht ausreichen, um die Immissionswerte einzuhalten, so die BI-Vertreter in ihrer Stellungnahme. Die BI sieht sich damit bestätigt: Der Bau von Mehrfamilienhäusern dieser Größe ist auf der Fläche neben einem Gewerbegebiet schalltechnisch nicht möglich.

Die Eigentümer der Gewerbetriebe auf der anderen Seite, im Heggraben, sehen dies ebenfalls kritisch. Sie hatten bislang darauf gebaut, dass die Grünfläche als Puffer bleibt. Und befürchten, dass bei einer Bebauung und dann folgenden Lärmschutzproblemen Einschränkungen für die Unternehmen drohen könnten, die dort seit Jahren ansässig sind.

Was die Verkehrsanbindung angeht, so setzt der Investor auf eine Erschließung über die Wiesenstraße, damit eine mögliche Schallschutzwand nicht unterbrochen wird. Die Baumäcker-Anwohner favorisieren derweil ein Erschließen über die Heggrabenstraße. Zumal sie bei einer Zuwegung über die Wiesenstraße die Sicherheit für Kinder, Fußgänger und Radler gefährdet sehen.

Für die "nördliche Wiesenstraße" gibt es noch kein offizielles Verfahren nach dem Baugesetzbuch. Die Gemeindevertretung hat noch keine Beschlüsse zur Aufstellung eines Bebauungsplans gefasst. Es handelt sich bislang um politische Beratungen, die aufgrund des Bau-Wunsches des Projektentwicklers aufgenommen wurden. Das legt Bürgermeister Thomas Brunner dar.

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