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Die Waldhausstraße zwischen Krofdorf-Gleiberg und der Schmelz ist in einem üblen Zustand. ARCHIVFOTO: NO

Waldhausstraße Krofdorf

Protest gegen Sperrung

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Immer mehr fordern, dass die Waldhausstraße zwischen Krofdorf und der Schmelz im Salzbödetal durchgängig offen bleibt, Die Wettenberger Politik, die CDU Lollar und Salzbödener Ortsvorsteherin.

Wettenberg (so). Im Juni soll mit der zehn Wochen dauernden Sanierung der Straße zwischen Salzböden und der Siedlung Schmelz begonnen werden. Das jedenfalls ist der letzte öffentlich kommunizierte Zeitplan.

Während diese rund zwei Kilometer Straße anschließend vom Kreis an die Stadt Lollar abgegeben werden, so ist über den weitaus größeren Teil der Waldhausstraße noch immer keine Entscheidung getroffen. Der Kreis favorisiert bekanntlich eine Sanierung der knapp fünf Kilometer zwischen Krofdorf und dem Waldhaus sowie eine Sperrung der viereinhalb Kilometer zwischen Waldhaus und Schmelz. Dieser Abschnitt soll zu einem geschotterten Wirschaftsweg zurückgebaut und Hessen Forst übertragen werden.

Protest wird lauter

Doch der Protest gegen diese Pläne der grünen Kreisbeigeordneten Christiane Schmahl wächst: "Immer öfter erreichen mich Anfragen aus der Bevölkerung, wann die unendliche Geschichte der Waldhausstraße zu Ende ist", sagt die Ortsvorsteherin von Salzböden, Ursula Rolshausen. Die Sozialdemokratin plädiert für einen Erhalt der Straße. In ihrer Argumentation holt sie dabei richtig weit aus: Die Waldhausstraße ist nämlich eine uralte Heer- und Handelsstraße, die aus der Zeit von Karl dem Großen stammt und ein Teilstück der wichtigen Nord- Süd-Verbindung des damaligen Reiches darstellte. Insofern habe sie nicht nur eine Bedeutung für die Naherholung, sondern auch eine historische. Dies könne man nicht einfach wirtschaftlichen Interessen opfern, sagt Ursula Rolshausen.

In den vergangenen Jahrzehnten, so unterstreicht sie, wurde der Krofdorfer Wald immer mehr für die Freizeit entdeckt und gewann Bedeutung als Naherholungsgebiet.

Mit verantwortlich für den maroden Zustand der Straße ist nach Rolshausens Dafürhalten die Forstwirtschaft. Sie verweist auf die großen Holzlagerplätze im Wald und die Holzlaster und sagt: "Für solch große Schwertransporter war diese Straße allerdings nicht gebaut."

Wer zahlt was?

Jetzt werde gestritten, wer die Instandsetzung zahlen soll, und alle sträuben sich der hohen Kosten wegen, meint die Salzbödener Ortsvorsteherin. Nach ihrem Dafürhalten werde normalerweise bei Schäden der Verursacher für die Kosten herangezogen. "Leider scheint dies hier nicht zum Tragen zu kommen."

Eine Frage der Kosten

Ähnliches war von der Wettenberger CDU zu vernehmen. Auch da wird gefordert, Hessen Forst respektive die Waldbesitzer sollten ihren finanziellen Anteil dazu beitragen, wenn die Straße so ausgebaut werden solle, dass sie von Holzlastern befahrbaren werden könne. Das Sperren der Straße zwischen Waldhaus und Schmelzmühle für den Autoverkehr erfolge, so mutmaßt Rolshausen, offensichtlich aus Kostengründen, um Hessen Forst eine gute Zu- und Abfahrtsmöglichkeit für den zentralen Wertholzlagerplatz zu ermöglichen.

Stichwort sanfter Tourismus

Auch die CDU in Lollar fordert durchgängige Befahrbarkeit der Waldhausstraße und hinterfragt die derzeitigen Planungen des Landkreises Gießen zum Rückbau zwischen Krofdorf und der Schmelzmühle. "Die Argumentation des Landkreises Gießen ist löchriger als die Waldhausstraße selbst", hatte dieser Tage der Lollarer CDU-Vorstand Jannis Gigler, ein Salzbödener, erklärt. Einerseits solle sanfter Tourismus gefördert werden, andererseits werde die Erreichbarkeit beliebter Ausflugsziele in der Region erschwert. Die durchgängige Befahrbarkeit, auch mit Pkw, müsse nach den Sanierungsarbeiten gewährleistet bleiben. Es sei notwendig, dass sich die Stadt Lollar deutlich positioniere, sagte CDU-Sprecher Jens-Christian Kraft (die Gießener Allgemeine berichtete).

Damit stellen sich die Christdemokraten aus Lollar ausdrücklich an die Seite der Wettenberger Gemeindevertretung. Denn auch dort haben Vertreter von SPD, CDU und den Grünen vor wenigen Wochen dafür plädiert, die Waldhausstraße in dem Abschnitt zwischen Krofdorf und der Schmelz für touristische Zwecke offen zu halten. Dies mit Verweis auf das beliebte Ausflugslokal Schmelzmühle sowie Radtourismus.

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