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Schön geordnet: "Harmonie und Chaos" herrschen in der Halle des KuKuK. Foto: usw

Prägnant und ausdrucksvoll

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Wettenberg(usw). Ein ungewöhnliches Thema ist ja beim Kunst- und Kulturkreis Wettenberg (KuKuK) an sich die Regel, und so überrascht die aktuelle Schau unter dem Motto "Harmonie und Chaos" von daher nicht. Die vielen sehr prägnanten Arbeiten sind jedoch eine Freude für den Betrachter. Das zeigte sich bei der gut besuchten Eröffnung am Freitag.

Zu sehen sind Malerei, Fotografie, Digital- Collagen und -grafiken, Objekte und Skulpturen. Das reicht locker für einen kontrastreichen kreativen Cocktail, der zudem nicht ohne Gehalt serviert wird. Man sieht Bilder und andere Werke von Michael Ackermann, Vera Bennung Corominas, Johannes Eucker, Gerlinde Herlitz, Cornelia Hollaender, Dieter Kiausch, Ulrike Kirschbaum, Susanne Voos, Dieter Weiß, Michael Willems als Gast, Regina Willems und Ingrid Wortmann-Wilk. Sie haben eine reichhaltige Schau zusammengestellt.

Dieter Weiss etwa zeigt eine originelle und ungewöhnliche Skulptur "Harmonie, Disharmonie, Chaos", eine wie zufällig gewachsen konstruierte Holzskulptur, ziemlich klar gestaltet und inhaltlich plausibel. Weiss stellt sozusagen das Thema im Prinzip dar, durchaus heiter.

Andere malerische Arbeiten sind von großer Ästhetik, nehmen den Betrachter geradezu gefangen. Darunter die vier Werke an der Hauptwand, die einmal mehr vor Ausdruckskraft geradezu leuchten, eines stammt von Michael Ackermann, ein anderes von Neuzugang Gerlinde Herlitz. Die erweist sich mit ihren hoch prägnanten Bildern als vielversprechende Ergänzung des kreativen Vereins-Portfolios.

Angenehm grenzüberschreitend

Susanne Voos trägt auch diesmal wieder sehr belebend zum Spektrum bei, etwa mit ihrer collageartig wirkenden Acrylarbeit "Mit Leiter". Hier kann man die Kraft der Natur und ihr scheinbar ungeordnetes Wirken fast körperlich spüren. Und Ulrike Kirschbaum zeigt in ihrem "Riss", wie Harmonie durch eine ganz simple Maßnahme der Natur oder durch einen Unfall gestört oder fast aufgehoben werden kann. Zum anderen bringt sie mit ihrem Aquarell "Wildpferde" die Begriffe des Themas zwanglos und ganz stimmig auf den thematischen Punkt; man muss sich dazu allerdings in die Seele der Tiere hineinversetzen. Zumindest formal setzt sich Kirschbaum auch mit "Abstraktion grün" vom Feld ab. Sie trägt ihre Mischtechnik einfach auf zwei kreisförmige Platten auf und verweigert sich so der Tradition, wie Bilder auszusehen haben und löst so Neugier beim Betrachter aus. In anderen Arbeiten findet man comic-ähnliche Elemente, etwa Gesichter oder energiegeladene anarchische Versatzstücke.

Man begegnet zahlreichen anregenden Arbeiten in dieser Schau, im Großen wie im Kleinen. Sie belegt wieder einmal die kreative Freiheit, die der Kulturkreis in seinen Ausstellungen den Mitgliedern lässt. Aber noch wichtiger ist, dass sie diese Freiheit auch sehr aktiv nutzen und teilweise angenehm grenzüberschreitend ausloten.

Noch bis zum 15. Dezember im Kunst- und Kulturkreis Wettenberg, Goethestraße 4 B. Öffnungszeiten Samstag und Sonntag von 15 bis 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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