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Luise und Erich Bröckl beim historischen Dorfrundgang 2014. Foto: m

Pflege von Kultur und Brauchtum

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Wettenberg(m). Bewahrung des Kulturgutes und Pflege des Brauchtums sind seit drei Jahrzehnten die Zielsetzung der Launsbacher Heimatstube. Am 20. Februar 1989 wurde der Verein im Bürgerhaus aus der Taufe gehoben. Damals, als sich 13 Interessierte zur Gründungsversammlung fanden, hatte man bereits die 750-Jahr-Feier Launsbachs im Blick. Das Dorfjubiläum wurde drei Jahre später groß gefeiert und war Impulsgeber für die Vereinsgründung. Die Gemeinde trat als förderndes Mitglied bei. Der heutige Ehrenbürgermeister Gerhard Schmidt nannte die Gründung einen "bedeutsamen Abend für Launsbach".

Treibende Kraft und bis heute verlässliche Stütze ist die Vorsitzende Ingrid Hofmann, die neben ihrer damaligen Stellvertreterin Luise Bröckl die einzige ist, die seit 30 Jahren im Vorstand Verantwortung trägt. Bröckl ist inzwischen Beisitzerin, war davor für die Finanzen verantwortlich, was inzwischen Aufgabe von Astrid Falk ist. Ingrid Becker hat das Amt der Zweiten Vorsitzenden übernommen, Werner Lotz ist Schriftführer, Angela Reinfurt, Bernd Hofmann, Erich Bröckl, Hannelore Kuhlmann und Helga Moos bilden mit Luise Bröckl das Team der Beisitzer. Sie leben beispielhaftes bürgerschaftliches Engagement. Der Verein zählt 55 Mitglieder. Das Volkstheater, die Zusammenarbeit mit dem "Bürgerprojekt Belzgass", das Angebot bei den Ferienspielen, die Aktion mit den alten Hausnamensschildern, Grenzgänge, historische Dorfspaziergänge und die Mitwirkung an der Dorfchronik sind nur einige sichtbare Zeichen für uneigennütziges ehrenamtliches Wirken.

Zunächst galt es aber kurz nach der Vereinsgründung, der Sammlung alter heimatlicher Kulturgüter und Gegenstände aus Haushalt, Landwirtschaft und Schule eine Bleibe zu geben und sie für die Allgemeinheit zugänglich zu machen. Das Domizil, in dem Geschichte wieder erlebbar wurde, war das alte Backhaus, in dem die "Heimatstube" bis heute untergebracht ist. Viele der interessanten und wertvollen Dinge, etwa alte Trachten und historische Fotografien, können nicht mehr in Gänze so gezeigt und präsentiert werden, wie es für Besucher wünschenswert wäre. Zudem liegt die Schwierigkeit für mobilitätseingeschränkte Menschen darin, dass sie die engen und steilen Stufen bis in das obere Stockwerk nicht erklimmen können. All diese Umstände führten dazu, dass das Museum inzwischen geschlossen wurde. Teile der über 1000 alten Fotografien können nur noch einmal im Jahr auf der Straße vor dem Backhaus beim Sommerfest gezeigt werden. Die Verantwortlichen suchen händeringend nach einer zeitgemäßen und den Anforderungen angepasste Bleibe. Im Frühjahr hatte man das Problem öffentlich gemacht. Es fand mit den politisch Verantwortlichen eine Begehung statt. Die Not wurde erkannt, aber, so die Vorsitzende, still ruht seit dieser Zeit der See. Ein gewisser Frust ist durchaus spürbar, was den Blick in die Zukunft trübt. Die Hoffnung, dass sich im Jahr des 30-jährigen Bestehens etwas ändert, ist kaum noch vorhanden. Dennoch wird es am Samstag, 30. November, ab 15 Uhr im Bürgerhaussaal eine Feier geben, mit Kaffeetrinken und Programm.

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