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Ehrung bei den Wettenberger Deutschfranzosen für (v. l.) Guido Hofmann, Gerhard Schmidt, Monika Graulich und Jürgen Leib; rechts Vorsitzender Norbert Schmidt. FOTO: PM

Partnerschaft vielfältig gestaltet

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Wettenberg(pm). Der "Pariser Abend" der Deutsch-Französischen Gesellschaft am Samstag auf Burg Gleiberg war geprägt von außergewöhnlichen Auszeichnungen für zwei sehr verdiente Weggefährten des Vereins, von einer illustrierten Rückschau auf fast fünf Jahrzehnte Deutschfranzosen im Gleiberger Land und vor allem vom kurzweiligen Miteinander unter Freundinnen und Freunden, von gelebter "Convivialité".

Gerhard Schmidt, der langjährige Bürgermeister, hatte 2019 - nach damals 32 Jahren, davon knapp zehn als "Vize" - nicht mehr für den Vereinsvorstand kandidiert, war von den Mitgliedern ebenso zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt worden wie die Gießener Kommunalpolitikerin Monika Graulich. Nun war es an der Zeit, beider Engagement in gebührendem Rahmen zu würdigen.

Aus dem vielseitig angelegten Wirken seines Namensvetters hob Vorsitzender Norbert Schmidt den Einsatz für Partnerschaftsbelange gerade mit Sorgues hervor; namentlich für die von ihm initiierten Senioren-Begegnungen, die Krämermarkt-Teilnahme der Südfranzosen und für den Schulterschluss mit der örtlichen Gesamtschule beim Gestalten und vor allem Finanzieren der nachhaltig ausgeformten Unterrichtsprojekte "Train Fantôme" und "Kunst und Literatur im Exil". Letztere waren auch das bevorzugte Arbeitsfeld von Graulich, die fast 20 Jahre lang im Vorstand im weitesten Sinne und mit Erfolg für Angelegenheiten der Erinnerungskultur und die historische Recherche zuständig war.

Jugend-Camp im August

Gerhard Schmidt ließ seinerseits das Erlebte Revue passieren. Immer sei es ihm um das Gestalten "kommunaler Außenpolitik" gegangen, um einen lokalen Beitrag zu einem friedlichen, demokratischen Europa. Nun - quasi in zeitlicher Nähe zum Ausscheiden aus dem DFG-Vorstand - freue er sich über das Zustandekommen des von ihm vorgeschlagenen Jugend-Camps im August in Wettenberg, zu dem Teilnehmer aus allen Partnergemeinden eingeladen seien.

Mit guten Büchern zur gemeinsamen deutsch-französischen Passion beschenkt wurden beim "Pariser Abend" auch die Mitglieder Dr. Jürgen Leib und Guido Hofmann. Der langjährige Krofdorf-Gleiberger TSV-Vorsitzende Leib hatte 2018/19 aus eigenem Antrieb eine aktuelle Satzung für den seit 1977 eingetragenen Verein der Deutschfranzosen verfasst, an der hernach weder die Mitgliedschaft noch Amtsgericht und Finanzamt etwas zu beanstanden hatten.

Hofmann machte sich seit den frühen 1990ern als "Mobilitäts-Dienstleister mit hohem Servicefaktor" verdient, chauffierte die Wettenberger mit dem Omnibus Dutzende Male in die Partnerstädte sowie an andere Sehnsuchtsorte im Hexagon, darunter Collioure und Cassis, Marseille, Metz, Dijon und selbstredend Paris.

Gerhard Schlatter, Christoph Konnertz und der Vorsitzende zeigten auf der vom Verein der Fotofreunde Krofdorf-Gleiberg bereitgestellten Profileinwand Bilder aus fast fünf Jahrzehnten Partnerschaftswesen und Vereinsleben. Beginnend mit jenem legendären Zusammentreffen der Bürgermeister Fernand Marin und Günter Feußner im Herbst 1971, aus dem - kommunal wie privat - eine Freundschaft fürs ganze Leben wurde. Und endend mit zu Tränen rührenden Erinnerungen an treue Weggefährten und DFG-Aktive, die vor der Zeit hatten gehen müssen.

Weiter geht es bei den Deutschfranzosen mit einer (ausgebuchten) Fahrt zur Städel-Ausstellung "Making Van Gogh" in Frankfurt, mit einer Lesung von "Der Rausch der Jahre"-Autorin Walburga Hülk am 12. Februar in Gießen und mit der Hauptversammlung am 28. Februar.

Besonderheit der Hülk-Lesung: Mitglieder, die diese Veranstaltung besuchen, genießen eine Art "priority boarding"-Vorteil, falls es im September/Oktober zu einem kurzfristigen Ritt nach Paris kommt, wo Christo - wie seit 1962 mit seiner 2009 verstorbenen Frau Jeanne-Claude geplant - den Triumphbogen verhüllen will.

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