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Machen sich ein Bild vom Zustand der Mauer: Andreas Kraft, Gerhard Schmidt und Jürgen Leib.

Neue Schäden an der Burg

  • VonVolker Mattern
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Wettenberg (m). Kaum ist die eine Maßnahme abgeschlossen, und noch bevor man sich auch finanziell von den Kosten der Sanierung an der nördlichen Schildmauer der Burg Gleiberg in Höhe von 184 000 Euro erholt hat, treten neue Schäden an anderer Stelle zutage. Sicherlich nichts Ungewöhnliches für ein Bauwerk, das in großen Teilen schon mehr als 800 Jahre überdauert hat.

Seine erhaltenen Fragmente lassen sehr gut das ursprüngliche Aussehen der mittelalterlichen Burganlage erahnen und ihr sehr guter Erhaltungszustand ist einzig zurückzuführen auf ein nimmermüdes Engagement des Besitzers. Der Gleiberg-Verein - seit 142 Jahren Eigentümer - investiert Jahr um Jahr erhebliche Summen in die Erhaltung der denkmalgeschützten Burganlage.

Bei der Bauabnahme der Schildmauer Ende August warf man auch einen Blick auf die Stützmauer im Merenberger Bau. Bedrohliche Risse und eine Ausbuchtung wurden festgestellt. Die Untere Denkmalbehörde beim Landkreis Gießen und die Obere Denkmalbehörde in Wiesbaden wurden unmittelbar eingeschaltet. Die Sanierungskosten sind auf 30 000 Euro geschätzt. Aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht führte die Firma Denkmalplan sofort in den ersten drei Novemberwochen Sanierungsarbeiten durch. Bei Aufbruch der Wände wurde festgestellt, dass die Schäden größer sind, als zunächst beurteilt. Die Arbeiten konnten wegen der niedrigen Temperaturen jedoch nicht fortgesetzt werden.

Mithilfe einer speziellen Technik in Form von Edelstahlnadeln und Kanthölzern erfolgte eine Notsicherung über den Winter. Auch die Mauerkrone wurde noch abgedichtet. Nach Ende der Frostperiode sollen die Arbeiten, von denen ein Gerüst kündet, im Frühjahr weitergeführt werden. Aufgrund der zusätzlichen Schadensituation hatte das Büro HAZ detaillierte Bestands-, Schadens- und Maßnahmepläne, Leistungsverzeichnisse und eine Kostenberechnung an die Untere und Obere Denkmalbehörde sowie den Gleiberg-Verein gesandt.

Kosten liegen bei rund 48 000 Euro

Nach Informationen des Vorstandes ist mit Kosten in Höhe von rund 48 000 Euro zu rechnen. Sie sollen, wie bei den vorhergehenden Sanierungsmaßnahmen, zu je einem Drittel durch das Land (Landesdenkmalpflege), die Gemeinde Wettenberg und den Gleiberg-Verein getragen werden.

Der zweite Vorsitzende Gerhard Schmidt hatte angeregt, auch einen Antrag an den Landkreis zu stellen, zur Förderung aus den dortigen Denkmalmitteln. Der Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung für diese ergänzende Maßnahme wurde bei der Unteren Denkmalbehörde gestellt und ist Voraussetzung für den inzwischen gestellten Förderantrag beim Landesamt für Denkmalpflege.

Landrätin Anita Schneider kennt die Burg aus vielen Besuchen ebenso gut wie die zuständige Denkmalpflegerin Charlotte Bairstow von der Unteren Denkmalbehörde beim Landkreis. Vor allem schätzen beide die Arbeit des Gleiberg-Vereins, und so konnten die aktuellen Formalitäten rasch abgewickelt werden. Auch Bürgermeister Thomas Brunner war mit dabei, als der Schaden an der Stützmauer der Giebelwand am Merenberger Bau inspiziert wurde. Es ist schnelles Handeln geboten, und der Wunsch des Gleiberg-Vereins nach einer Drittelregelung bei den Kosten nachvollziehbar, sagte er und sicherte, wie bei den vorherigen Sanierungsmaßnahmen, die Unterstützung der Gemeinde Wettenberg zu.

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