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Die neue Fahne auf der Burg

  • vonVolker Mattern
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Über Monate hinweg war die Fahne auf dem Bergfried der Burg Gleiberg verschwunden. Nun wurde die Wettenbergfahne mit ihren Farben Blau-Gelb-Rot wieder gehisst.

Dass die Fahne so lange Zeit fehlte, hatte mit Alkohol und Unvernunft zu tun: Ende Januar feierte eine Studentenverbindung in der Burggastronomie Stiftungsfest. Nach einigen Gläsern wurden zwei Studenten zu einer Mutprobe auserkoren. Diese sollten die Fahne vom Burgturm stehlen.

Anscheinend hatten diese beiden keine Ahnung, wie ein Fahnenmast funktioniert - und schnitten die Fahne samt Seil ab.

Das Problem nun: Da im Fahnenmast auch Funktechnik verbaut ist, ließ sich ein neues Seil nicht so einfach anbringen. Der Gleiberg Verein beschloss darum, stattdessen einen neuen Mast aufzustellen.

Da dieser mit neun Metern Länge nicht durchs Treppenhaus passte, musste er außen am Turm hinaufgeschafft werden. Die beiden Gewerbekletterer Michael Rinn und Kai Renner übernahmen diese Aufgabe. Sie kennen den Bergfried in- und auswendig, haben schon oft das Mauerwerk inspiziert. Vorsitzender Andreas Kraft stand oben mit dem Bohrer bereit, um neue Löcher für die Befestigung des Fahnenmastes zu bohren.

Über den neuen Fahnenmast freuen sich zwei Wettenberger besonders: Egon Pfeiffer und Karl-Heinz Dudenhöfer. Vor über 20 Jahren übernahmen sie als Mitglieder des Gleibergvereins die ehrenvolle Aufgabe der "Fahnenmänner". Mehrmals im Jahr kommt es aufgrund der kräftigen Windstärke auf dem Bergfried vor, dass die Fahne zerfetzt wird. Dann muss ein neues Tuch her.

Dafür mussten die "Gleiberger Fahnen-Junker" immer eine Leiter durch das Innere des 30 Meter hohen Turms schleppen, um auf dem Bergfried auf neun Meter Höhe eine neue Fahne zu hissen. Diese Zeiten der Plackerei sind nun vorbei.

Selbstverständlich haben die Farben der Fahne auch eine Bedeutung: Blau und Gold symbolisieren die fast 500-jährige Zugehörigkeit des Gleiberger Landes zum Nassauer Territorium, Rot steht für die heutige Zugehörigkeit zum Land Hessen.m/FOTO: M

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