Neubau oder Anbau?

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Wettenberg (so). Es scheint darauf hinauszulaufen, dass die in die Jahre gekommene Kindertagesstätte am Krofdorfer Finkenweg durch einen Neubau ersetzt werden soll. So jedenfalls der Tenor der Mitglieder von Sozial- und Bauausschuss, die am Montag gemeinsam im Kindergarten tagten.

Eine formale Empfehlung gibt es noch nicht. Aber bis zur nächsten Sitzung der Gemeindevertretung in vier Wochen wird von den Fraktionen eine Positionierung erwartet, ob man saniert oder neu baut. Wobei eine zentrale Frage ebenfalls noch einer Klärung bedarf: Wo kann und soll ein Neubau hin - wenn er denn angestrebt wird?

Kita-Leiterin Silke Eyring hat den Kommunalpolitikern dazu einen Vorschlag unterbreitet: Einen Neubau angrenzend an das bestehende Gebäude nach Norden hin, Richtung Bouleplatz. Quasi einen Baukörper, der an den zuletzt 2008 errichteten Anbau anschließt.

Wobei diese Fläche schon einmal im Fokus der Politik war - und für mächtig Aufregung sorgte. Denn ein Teil des Areals war ehedem Friedhof. Als die Fläche in der Debatte um einen neuen Grundschul-Standort in den Blick genommen wurde, da haben etliche Bürger engagiert die Position vertreten, diese Fläche sei tabu, erinnert Bürgermeister Thomas Brunner. Auch dies gelte es zu bedenken. Weitere potenzielle Standorte für Neubauten wären der Seegarten oder aber das Areal, auf dem die Grundschule aus den 1960er Jahren steht, plus das der Kommune gehörende Nachbargrundstück. Doch diese Fläche würde für einen sechsgruppigen Kindergarten wohl zu klein sein. Dort könnte nur eine kleinere Einheit entstehen.

Kinder auf der Warteliste

Wobei überhaupt zu klären ist, wie groß gebaut werden soll. Derzeit werden im Finkenweg rund 85 Kinder zwischen dem ersten und dem sechsten Lebensjahr in vier Gruppen betreut. Perspektivisch liegt der Bedarf bei sechs Gruppen. Es gibt schon jetzt eine Warteliste für 39 Kinder in der Gemeinde, es gibt keinerlei Reserven mehr. Auch der 2018 eingeweihte neue Kindergarten in Wißmar, so die Erkenntnis heute, hätte nicht vier-, sondern fünfgruppig sein müssen. Die Geburtenzahlen in Wettenberg liegen bei 100 plus x Kindern im Jahr. Zudem kommen Kinder immer früher in die Betreuung: Bei den Zweijährigen sind es bald schon 100 Prozent. Und zwei Drittel der Kinder sind in der Mittags- oder Ganztagsbetreuung. Tendenz steigend.

Was heißt das für den Finkenweg? Wird dort im Bestand umfassend saniert und an die heutigen Vorgaben angepasst, bleibt dort nurmehr Raum für drei Gruppen. Denn schon jetzt fehlen Differenzierungsräume, Schlafräume etc.

Darüber hinaus ist die Kita nicht barrierefrei, erläutert die Sozialfachfrau im Rathaus, Tanja Meyer. Auch sie plädiert für einen Neubau. Und zwar sechsgruppig, alles unter einem Dach.

Eine erste Untersuchung des Finkenweg-Gebäudes hat Architekt Thomas Fiedler vorgelegt. Da sind Defizite bei Dach, Fenstern, Dämmung etc. ausgemacht. Sein Fazit: "Prinzipiell ist alles sanierungsfähig. Es ist eben eine Frage des Aufwands".

Würde saniert, dann würde das also auch einen (kleineren) Neubau für drei Gruppen an anderer Stelle nötig machen. Bürgermeister Brunner denkt da bereits an eine Fläche in dem von ihm projektierten Baugebiet am Seegarten gegenüber der Seemühle. Das steckt aber noch einer ganz frühen Phase der Vorplanung; als nächstes wird dazu erst einmal eine Machbarkeitsstudie erwartet.

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