Seit fast 150 Jahren verbindet die Stahlkonstruktion das Gleiberger Feld mit der Gießener Hardt. FOTO: SO
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Seit fast 150 Jahren verbindet die Stahlkonstruktion das Gleiberger Feld mit der Gießener Hardt. FOTO: SO

Neubau im Gleiberger Feld

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Wettenberg(so). Die Brücke im Gleiberger Feld über die stillgelegte Kanonenbahn-Trasse soll nun doch erneuert werden. Geschätzt eine halbe Million Euro wird die Gemeinde Wettenberg dafür in die Hand nehmen müssen. Genauere Kostenberechnungen liegen noch nicht vor. Aber die Gemeinde hofft auf einen Zuschuss in der Größenordnung von 60 Prozent plus x.

Die aktuelle Idee: Ein großer Wellblechtunnel, der die Bahntrasse überwölbt und von oben aufgefüllt wird, sodass darüber dann wieder der Rad- und Gehweg führt und der landwirtschaftliche Verkehr rollen kann. Dafür hat sich jetzt der Umweltausschuss der Gemeindevertretung unter Leitung von Oliver Wegener (SPD) ausgesprochen.

Seit Jahren schon weiß man um den maroden Zustand der Brücke. Diese verbindet das Gleiberger Feld mit der Gießener Hardt; der Weg führt am Oberen Hardthof vorbei und wird dann in Gießen zur Hugo-von-Ritgen-Straße. Der Weg ist für den motorisierten Individualverkehr gesperrt. Fußgänger, Radler und landwirtschaftlicher Verkehr sind erlaubt. Doch der Belastung durch Traktoren, gegebenenfalls mit Anhängern, oder Mähdrescher hält die vor rund 150 Jahre gebaute Brücke nicht mehr stand. Zuletzt war sie noch für Lasten bis sechs Tonnen freigegeben. Vor fast drei Jahren erfolgte aus Sicherheitsgründen die komplette Sperrung.

Seitdem wurden Überlegungen angestellt: Etwa schlicht ein Verfüllen des tiefen Gelände-Einschnitts, der überbrückt wird, oder ein schlichtes Ertüchtigen der Stahlkonstruktion. Ersteres geht aus Naturschutzgründen nicht, denn die stillgelegte Bahntrasse dient als wichtiges ökologisches Bindeglied Tieren zur Wanderung. Letzteres wurde verworfen, da die Schäden zu groß sind. Ein letztes Prüfen der Widerlager habe ergeben, dass da nichts mehr zu retten ist, sagt Michael Krick von der Gemeindeverwaltung Wettenberg. Abriss und Neubau einer klassischen Brücke würde in der Größenordnung von etwa 1,4 bis 1,5 Millionen Euro liegen. Das wurde ganz schnell als zu teuer verworfen. Und mit einem Neubau eines Steges nur für Fußgänger und Radler ist der Landwirtschaft nicht gedient.

Denn die Querung der in den 1980er Jahren aufgegebenen Bahnlinie im Gleiberger Feld hat bis heute Bedeutung als Radweg nach und von Gießen, ist Teil des Lahn-Wanderweges und wird vornehmlich von Landwirten auf dem Weg zu deren Feldern frequentiert. Vor diesem Hintergrund hat man die Idee verworfen, die Brücke einfach nicht zu ersetzen oder nur mit geringer Traglast für Fußgänger und Radler zu erhalten. Den Landwirten sollen nicht auf Dauer Umwege zu den von ihnen bewirtschafteten Flächen zugemutet werden.

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