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Gerhild Seibert (2. v. r.) lässt sich von Architektin Stefanie Muskau, Pfarrer Christoph Schaaf (2. v. l.) und dem Vorsitzenden des Gleibergvereins, Andreas Kraft, die Dachsanierung erläutern.

Für die nächsten 100 Jahre

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Wettenberg (so). Die Zimmerarbeiten sind jetzt so weit durch, als nächstes stehen die Schieferarbeiten an. "Wir sind gut im Zeitplan", ist Stefanie Muskau zufrieden. Die Architektin betreut die Dachsanierung der Gleiberger Katharinenkirche - und sie ist sicher: "Bis zum Gleibergfest Ende August ist alles fertig".

Andreas Kraft hat es mit Freude vernommen. Denn der Vorsitzende des Gleibergvereins und sein Team steckten mitten in den Festvorbereitungen. Alle fünf Jahre wird groß gefeiert, und der Erlös kommt immer dem Erhalt der Burganlage zugute. Die Arbeiten in den historischen Gemäuern kosten schnell riesige Summen.

Deshalb ist die Kirchengemeinde Krofdorf-Gleiberg umso dankbarer für die kräftige Unterstützung, die sie in dieser Woche durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz erfahren hast. 10 000 Euro steuert die Privatinitiative zur Eindeckung am Turm bei. Gerhild Seibert, Ortskuratorin Wetzlar der Stiftung, überbrachte am Mittwoch den Spendenscheck.

Rund 125 000 Euro Kosten

Auf rund 125 000 Euro sind die Arbeiten am Kirchendach veranschlagt - wenn denn nicht noch etwas Unvorhergesehenes dazukommt, das dann idealerweise gleich mit erledigt wird. Denn den Turm einzurüsten, ist ein riesiger Aufwand. Logistisch wie finanziell.

Der barocke Dachstuhl des Turms ist in den 1980er Jahren teils neu mit Schiefer eingedeckt worden; da sieht alles noch gut aus. Aber es gibt eben auch die angrenzenden Dachflächen, auf denen der Schiefer teils rund 100 Jahre alt ist. Ein Jahrhundert in Wind und Wetter, das hat das Material altern lassen. So brüchig, wie die Platten mittlerweile sind, bieten sie keinen rechten Schutz mehr bei Wind und Regen. Da bedarf es des Austauschs; andere Stellen werden gründlich repariert.

"Die Kirchengemeinde kann die Aufgabe nicht allein stemmen, sagt Pfarrer Georg-Christoph Schaaf. Neben der Denkmalschutz-Stiftung beteiligt sich das Landesamt für Denkmalpflege mit 10 000 Euro, und die Gemeinde Wettenberg gibt 20 000 Euro dazu. Auch mit der Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler in Deutschland, kurz KiBa, hat Kirchmeister Jochen Klatt bereits den Dialog gesucht.

Gleichwohl bleibt eine große Summe von der Kirchengemeinde vor Ort zu stemmen. Vor diesem Hintergrund läuft jetzt eine große Spendenaktion an. Die Bürger können sich mit einer Zuwendung in Höhe ihrer Wahl für ein bestimmtes Dachstück engagieren, erhalten dafür eine alte Schiefertafel als Dankeschön.

Im vergangenen Jahr erst wurde der Glockenstuhl in der Katharinenkirche instand gesetzt sowie die Aufhängung und die Klöppel der Glocken erneuert. Dadurch konnte neben der Schwingungsreduzierung des gesamten Glockenstuhls auch die Intonation der Glocken verbessert werden. Den Abschluss der Arbeiten 2018 bildete die Erneuerung der Schallluken, da diese stark beschädigt waren und keinen Regenschutz mehr boten. Eine neue Bodenluke zum Glockengeschoss sowie ein Ersatz der steilen schwingenden Leiter durch eine neue Treppe rundeten die Arbeiten ab.

Jetzt, wo bald auch das Dach in Ordnung gebracht ist, so hofft der Kirchenvorstand um Pfarrer Schaaf, ist man mit der Katharinenkirche wieder auf einem guten Stand.

Doch die nächste "Baustelle" hat man bereits vor Augen: Die Orgel in der Krofdorfer Margarethenkirche soll im kommenden Jahr überholt werden.

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