Motorradtreffen "Rockets on the Rock" auf Burg Gleiberg

Wettenberg (ar). Bereits das dritte Jahr in Folge fand am Pfingstwochenende auf Burg Gleiberg das Motorradtreffen "Rockets on the Rock" statt. Kerstin und Theo Friedrich, Pächter der Burg-Gastronomie und begeisterte Motorradfahrer, empfingen mehr als hundert Teilnehmer aus ganz Deutschland.

Bei den sogenannten Rockets handelt es sich um Triumph Motorräder des Typs Rocket III, derzeit die hubraumstärksten Serienmotorräder der Welt. Mit mehr Hubraum (2,3 Liter), mehr Leistung (142 PS), mehr Drehmoment (200 Nm) als die stärksten amerikanischen und japanischen Cruiser und vor allem ohne V-Motor sorgte der britische Hersteller im Jahr 2004 für Aufsehen in der bis dato fest gefügten Motorradwelt. Der Verkaufserfolg des monumentalen Dreizylinders ließ nicht auf sich warten. Inzwischen rollen knapp 2000 Rockets allein über Deutschlands Straßen. Etwa die Hälfte der stolzen Besitzer kommuniziert über eigene Internetforen miteinander, meist über Technik, Veränderungen und Umbaumaßnahmen.

Ungefähr 200 Eigner treffen sich mehr oder weniger regelmäßig. Und da fehlt es dann in der Regel an nichts. Friedrichs von der Burg Gleiberg und ihre Crew zogen kulinarisch alle Register, sei es nun beim Barbecue im Festzelt im Burghof oder mit Paella, serviert an weiß gedeckten Tischen auf dem eigens gesperrten Herborner Kornmarkt, oder beim Fünf-Gänge-Menü im altehrwürdigen Rittersaal, untermalt von Livemusik.

Die angemeldete gemeinsame Ausfahrt von 75 dieser Maschinen durch das Umland wurde von einem Team wagemutiger "Road Blocker" begleitet, sodass die Raketenmänner und -frauen auf der ganzen Tour nahezu stets "Vorfahrt" hatten. So zog sich "untermalt durch einen wohligen Geräuschteppich ein kilometerlanges Band britischen Schwermetalls über das Land, das die Erdkrümmung erahnen lie?, wie ein begeisterter Teilnehmer schwärmte.

Regelmäßige Treffen

Schaut man sich diese Rockets genauer an, kann man erkennen, dass es sich dabei nicht um weichgespülte Luxusmotorräder handelt, sondern um kernige Vertreter klassischen Maschinenbaus mit je nach Ausstattung zwischen 360-400 Kilo fahrfertigem Gewicht. Wen wundert es, dass die stolzen Besitzer überwiegend große stämmige Kerle sind, selten mit einer Biomasse unter 100 Kilo. Und auch einige Frauen konnten dem urigen Charme dieser Kraftwerke wohl nicht widerstehen und pilotieren diese nun ebenso mit Selbstverständlichkeit.

Diese "Raketentreiber", wie sich manche der Fahrer selbst nennen, sind keineswegs vom Typ neureicher Angeber. Sie kommen aus allen Bevölkerungsschichten und Berufen und sparen sich ihr sicher nicht ganz billiges Hobby teils vom Munde ab. Über das Internet haben sie sich kennengelernt, ihre Rockets vereinen sie und auf zahlreichen Treffen begegnen sie sich mehr oder weniger regelmäßig und genießen gemeinsame Ausfahrten und Benzingespräche. Das nächste große Event ist das "Deutsche Raketentreffen Hamburg Sylt 2013" Ende Juni.

Die circa 80 Aktivsten unter ihnen haben sich zu einer Art Club zusammengeschlossen. Das sind die sogenannten "Eisenhunde" und "Eisenkatzen", der innerste Teil der Raketen-Familie. Wie Theo Friedrich tragen sie nicht nur stolz ein gemeinsames Logo mit individuellen Nicknames auf ihren Polohemden und Jacken, sie treffen sich auch zu Stammtischen, Geburtstagsfeiern und Hochzeiten und sie sind die Organisatoren nahezu aller Treffen, jährlich von April bis September.

Wer in diesen Kreis Gleichgesinnter hinein will, muss passen, sich erst einmal eine Weile bewähren und dann einer feierlichen Aufnahmezeremonie unterziehen, wie sie am Freitag vor Pfingsten spätabends am Fuß des Burgturms stattfand. (Foto: ar)

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