Ulrich Homberger, Andreas Kraft und Gerhard Schmidt (v. l.) auf der Westseite des Albertusbaues, wo am Notausstieg eine Übersteigkonstruktion errichtet wird. FOTO: M
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Ulrich Homberger, Andreas Kraft und Gerhard Schmidt (v. l.) auf der Westseite des Albertusbaues, wo am Notausstieg eine Übersteigkonstruktion errichtet wird. FOTO: M

Moderner Brandschutz für altes Gemäuer

  • vonVolker Mattern
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Wettenberg(m). Der Gleiberg-Verein erhält seit 180 Jahren die mittelalterliche Burganlage. Eine Aufgabe ist dabei auch, sich um den Brandschutz der Burg zu kümmern - ein Aspekt, der zu Zeiten des Burgbaus bei den Bauherren wohl noch nicht im Mittelpunkt stand.

Regelmäßige Begehungen

In regelmäßigen Abständen finden durch die zuständigen Behörden Sicherheitsüberprüfungen statt. In diesem Frühjahr war die letzte Überprüfung durch den Mitarbeiter für Gefahrenabwehr und vorbeugenden Brandschutz des Landkreises Gießen, Thomas Gundlach. Da die Burg eine denkmalgeschützte Gesamtanlage ist, war auch die Denkmalsbehörde des Landkreises durch Charlotte Bairstow einbezogen.

Alle Räume der Unterburg wurden in Begleitung des engeren Vorstandes, mit Vorsitzenden Andreas Kraft und seinem Stellvertreter Gerhard Schmidt, begangen. Mit dabei: "Burgbaumeister" Ulrich Homberger. Da sich die brandschutztechnischen Vorgaben und Bestimmungen ändern, wurden Sachverhalte festgestellt, die nicht mehr dem Stand der Technik entsprechen. Der Gleiberg-Verein beauftragte den Brandschutzgutachter Elmar Martin mit der Abfassung eines brandschutztechnischen Gutachtens. Dieses 30-seitige Gutachten war Basis der brandschutztechnischen Genehmigung und einer Kostenermittlung. Dieser Tage erteilte der Landkreis Gießen die brandschutztechnische Genehmigung.

Gerhard Schmidt und Andreas Kraft vom Vorstand führten mit Kreisbrandinspektor Mario Binsch und dem Leiter der Bauaufsicht, Wolfgang Helm, intensive und produktive Gespräche, an deren Ende als Ergebnis die notwendigen Maßnahmen für den Brandschutz feststanden.

Brandschutztüren und Rauchmelder

Aus dem Dachgeschoss des Albertusbaues wird eine Übersteighilfekonstruktion gebaut, die auf den Fundamenten des alten, ersten Turms mündet. Eine weitere Maßnahme wird die Installation von vernetzt funktionierenden Rauchmeldern in allen Räumen sein. So findet die Feuerwehr im Ernstfall schnell den Ort, an dem ein Brand in der Entstehung ist.

Als dritte Maßnahme sollen zur Optimierung von Flucht- und Rettungswegen Brandschutztüren eingebaut werden, die optisch die denkmalspflegerischen Vorgaben erfüllen. Zudem erhält der Speiselastenaufzug Feuerschutzvorhänge. Die Kosten belaufen sich auf rund 50 000 Euro.

Öffentliche Fördermittel gibt es keine. Der Gleiberg-Verein muss die Ausgaben aus eigenen Mitteln finanzieren. Schatzmeister Karlfried Philipp hofft daher auf Spenden. Er weist darauf hin, dass ein Teil der Kosten aus Spenden finanziert werden wird. Der Vorstand ist auf solche Unterstützung angewiesen und dankbar, wenn Bürger und Institutionen aus unterschiedlichen Anlässen ihre Verbundenheit zur Heimat und Burg durch Spenden zeigen und die Arbeiten so unterstützen.

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