Siegerbild beim Fotowettbewerb des Kreisfeuerwehrverbandes ist diese von einer Drohne gefertigten Aufnahme, die im August 2019 bei Fernwald-Annerod entstand: Zu Übungszwecken war Stroh auf einem abgeernteten Getreidefeld entzündet worden - damit konnte die Anneröder Wehr nun punkten. FOTO: PM
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Siegerbild beim Fotowettbewerb des Kreisfeuerwehrverbandes ist diese von einer Drohne gefertigten Aufnahme, die im August 2019 bei Fernwald-Annerod entstand: Zu Übungszwecken war Stroh auf einem abgeernteten Getreidefeld entzündet worden - damit konnte die Anneröder Wehr nun punkten. FOTO: PM

Mehr Effektivität im Einsatz

  • vonLars Benedikt Hoppe
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Wettenberg/Gießen(lbh). Die Diskussion und der Erfahrungsaustausch über die digitale Unterstützung der Rettungskräfte stand beim Neujahrsempfang des Kreisfeuerwehrverbandes in Wettenberg am Freitagabend besonders im Fokus. Der entsprechende Programmpunkt dazu: eine Podiumsdiskussion mit Friedrich Schmidt und Mario Binsch, die Kreisbrandinspektoren der Landkreise Groß-Gerau und Gießen, sowie Reiskirchens Gemeindebrandinspektor Jan Feldbusch. Die drei Experten berichteten über ihre Erfahrungen mit digitaler Unterstützung im Rettungseinsatz, insbesondere im Umgang mit der Smartphone- und Tablet-App "iKat", die Geoinformationen für den Brand- und Katastrophenschutz digital bereitstellt.

Mittlerweile haben fast alle kommunalen Entscheidungen und Handlungsfelder einen Bezug zu Geoinformationen, die damit ein wesentlicher Bestandteil des modernen Verwaltungsmanagements geworden sind. Das betrifft im Besonderen die Feuerwehren und den Katastrophenschutz, denn auch hier leistet die Digitalisierung bereits wertvolle Unterstützung. Groß-Gerau benutzt bereits in einigen Kommunen die Unterstützung der "iKat"-App und möchte in Zukunft alle Städte und Gemeinden auf ein einheitliches digitales System einstellen.

Demilitarisierte Zone eingerichtet

Jan Feldbusch sieht darin insbesondere die Chance, viele Abläufe im Feuerwehralltag effektiver zu gestalten. Außerdem müsse man schnellstmöglich "auf den Zug aufspringen, da man sonst immer hinterherläuft". Erstrebenswert sei es, den Feuerwehr- und Verwaltungsstab auf denselben Stand zu bringen, um einen einfachen und schnellen Informations- und Datenaustausch zu gewährleisten. Allerdings sei man mit den Möglichkeiten der Digitalisierung auch immer auf funktionierenden Internetempfang angewiesen.

Als besonderen Vorteil steuerte Friedrich Schmidt die schnelle Organisation von Evakuierungsbereichen bei. Mithilfe digitaler Geoinformationen sei es ein leichtes, einen Evakuierungsradius zu bestimmen und schnellstmöglich die Räumung auszuführen, so der Kreisbrandinspektor. In Groß-Gerau seien mittlerweile ein Großteil der Bestuhlungs- und Rettungspläne für öffentliche Hallen und Versammlungsorte in das Feuerwehrsystem eingepflegt, was die Organisation und Durchführung von Brandsicherheitsdiensten erleichtere, so Schmidt. Außerdem sei die Arbeit mit modernen Techniken auch immer eine gute Möglichkeit, um junge Leute für den Feuerwehrdienst zu gewinnen.

Kreisbrandinspektor Mario Binsch ging auf die allgemeinen Vorteile der Digitalisierung ein, insbesondere auf die einfache Erklärung von Geräten und Sachverhalten im Unterricht und auf Lehrgängen. Dank Animationen und Videos sei es eine Kleinigkeit, neuen Feuerwehrleuten die Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten vieler Geräte im Rettungsalltag zu erklären.

Natürlich ist beim Umgang mit digitalen Daten heutzutage auch immer das Thema Datenschutz präsent. Dafür hat der Kreisfeuerwehrverband eine sogenannte "Demilitarisierte Zone" an den betroffenen Rechnern eingerichtet, um diese vor Cyberangriffen zu schützen. Außerdem wurde eine Arbeitsgruppe zur Digitalisierung gegründet, die sich mit der Entwicklung der digitalen Handlungsmöglichkeiten beschäftigt.

Für die Zukunft hoffen die Führungskräfte der Feuerwehren, dass es - ähnlich wie bei der Polizei - möglich sein wird, landkreisübergreifend effektiv miteinander zu kommunizieren und zu arbeiten. Derzeit, so die Fachleute, könne es aufgrund winziger Unstimmigkeiten allerdings noch zu Problemen kommen, wenn zwei Feuerwehren an einer Kreisgrenze zum selben Einsatz gerufen werden.

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