Küsschen von Lebenspartnerin Sandra Knapp für den strahlenden Sieger: Marc Nees wird zum 1. Februar 2022 neuer Bürgermeister in Wettenberg.
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Küsschen von Lebenspartnerin Sandra Knapp für den strahlenden Sieger: Marc Nees wird zum 1. Februar 2022 neuer Bürgermeister in Wettenberg.

Nach der Wahl

Nees nach Wahlsieg in Wettenberg: „Auch Bürgermeister derer sein, die mich nicht gewählt haben“

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
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Der parteilose Marc Nees wird neuer Chef im Wettenberger Rathaus. Der Wißmarer hat die Stichwahl ums Bürgermeisteramt gestern in aller Deutlichkeit gewonnen.

Wettenberg – »50:50« juxte einer der Wahlhelfer gestern um kurz nach 18 Uhr in Krofdorf, als er in der Mehrzweckhalle mit dem Zählen begann und die ersten zwei Stimmzettel entfaltete. Doch weniger als eine halbe Stunde später das erste Ergebnis aus Wißmar: Da holte Lokalmatador Marc Nees im alten Ortskern mehr als 75 Prozent. Jubel bei der Wahlparty im Erlenhof, während es bei den Sozialdemokraten, die in der Albertusklause auf Burg Gleiberg zusammenkamen, den Atem stocken ließ. Auch wenn sich die Zahlen noch etwas relativierten - das Endergebnis war vorgezeichnet.

Um 19.35 Uhr stand es fest: Marc Nees aus Wißmar wird im Februar 2022 neuer Bürgermeister in Wettenberg und tritt die Nachfolge von Thomas Brunner (SPD) an, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidierte. Sozialdemokrat Ralf Volgmann kam auf knapp über 40 Prozent, für Nees votierten fast 60 Prozent der Wähler, in Wißmar sogar mehr als 70 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag erwartungsgemäß nicht mehr so hoch wie beim ersten Wahlgang vor vier Wochen. Da waren fast 80 Prozent der Bürger zur Urne gegangen, jetzt immerhin noch knapp 60 Prozent.

Neuer Bürgermeisterwahl Nees in Wettenberg: »Ich will auch Bürgermeister derer sein, die mich nicht gewählt haben«

»Wahnsinn!«, entfuhr es dem Wahlsieger angesichts der Höhe seines Sieges. Und räumte ein, dass er mit einem Ergebnis in dieser Deutlichkeit nicht unbedingt gerechnet habe. Insbesondere Launsbach sei als Faktor entscheidend gewesen. Dort ist es ihm gelungen, viele Stimmen zu holen, die er am 24. September noch nicht hatte.

In einer ersten Reaktion dankte Nees allen, die für ihn votiert haben und kündigte an: »Ich will auch Bürgermeister derer sein, die mich nicht gewählt haben.« Was die Arbeit mit den kommunalen Gremien angeht, so setzt der von FW und CDU unterstützte Nees auf die Zusammenarbeit mit allen Fraktionen. Davor sei ihm »nicht bange«.

Mit Blick auf seinen Mitbewerber Ralf Volgmann sagt Nees, er freue sich auf die Zusammenarbeit mit diesem als als Erstem Beigeordneten. Volgmann habe unbestritten im sozialpolitischen Bereich hohe Kompetenz; die solle man sich als Gemeinde »nicht entgehen lassen«.

Bürgermeisterkandidat Volgmann in Wettenberg: »Die Ergebnisse haben mein Bauchgefühl nicht widergespiegelt«

Volgmann holte zwar deutlich, wenngleich nicht mit dem von ihm erhofften klaren Vorsprung, Krofdorf-Gleiberg mit über 52 Prozent. Gerade dort hatte er erwartet, besser abzuschneiden. Auch dass Launsbach das Zünglein an der Waage sein könnte, war ihm klar. Aber: »Die Ergebnisse haben mein Bauchgefühl nicht widergespiegelt«, war er doch von einem offenen Rennen ausgegangen. Was letztlich zum Ergebnis geführt hat, müsse man analysieren. »Ich habe sehr stark auf Inhalte und Themen gesetzt, die mir für Wettenberg wichtig sind. Dazu stehe ich weiterhin.«

Marc Nees gratuliere er ganz herzlich zu dessen Wahlsieg. Was sein weiteres Wirken in der Kommunalpolitik angeht, so sagte Volgmann am Abend: »Ich bin Erster Beigeordneter und will und werde es auch bleiben«. Als solcher sei er im Frühling in der Gemeindevertretung gewählt worden. Er erhoffe sich mit Marc Nees eine gute Zusammenarbeit. Zudem wolle er sich wie in den vergangenen Jahren aktiv ins Gemeindeleben einbringen - als Vorsitzender des Bürgerprojekts Gleiberg, in der Partnerschaftsarbeit mit Frankreich und Ungarn und als Presbyter der evangelischen Kirchengemeinde Wettenberg.

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