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Die Abdeckung des Wasserhochbehälters in der Oberburg. Er enthält Löschwasser für den Ernstfall, und zwar das Fassungsvermögen von rund 40 Tanklöschfahrzeugen.

Löschwasserversorgung gesichert

  • vonVolker Mattern
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Wettenberg (m). Der Wasserhochbehälter auf der Burg Gleiberg ist in den Besitz des Gleibergvereins übergegangen. Damit soll eine Löschwasserreserve auf der denkmalgeschützten Burg gesichert werden.

Er möge nie eintreten - der Ernstfall, hoffen die Handelnden. Vor Unglücken sei dennoch niemand gefeit, aber man könne Vorsorge treffen, sagte der Vorsitzende des Vereins, Andreas Kraft. Zusammen mit seinem Stellvertreter Gerhard Schmidt traf er Bürgermeister Thomas Brunner und Ersten Beigeordneten Reinhard Bamberger auf Burg Gleiberg, um die Übernahme des Hochbehälters von der Gemeinde Wettenberg vertraglich zu vereinbaren. Damit geht er in das Eigentum des Gleibergvereins über und fällt aus dem kommunalen Eigenbetrieb Wasserwerke heraus.

Der Hochbehälter in der Oberburg hat eine über 110-jährige Geschichte. Im Gemeindearchiv hat der Schriftführer des Gleiberg-Vereins, Dr. Jürgen Leib, gemeinsam mit dem Archivar Andreas Schmidt den Staub von den Aktenbänden geblasen und alte Baupläne ans Tageslicht gebracht. Dabei stieß Leib auf interessante bauliche Gegebenheiten. So reicht der Hochbehälter fast bis auf das Niveau der Unterburg. Vom Trinkwasserbehälter zur Löschwasserzisterne gewährt die Neunutzung nun den Fortbestand des 85 Kubikmeter fassenden Hochbehälters.

Exponierte Lage

1912 erbaut, sicherte der Behälter die Versorgung der Burg und des alten Gleiberger Ortskerns mit Trinkwasser, allerdings nicht mehr zeitgemäß. Wegen der geringen Höhendifferenz und des daraus resultierenden geringen Drucks war die gemeindliche Wasserversorgung in diesem Bereich zu verbessern, erklärt der Bürgermeister. Auch sei die alte Versorgungsstruktur mit der Leitung durch die Burgstraße auf die Wassereigengewinnung ausgelegt gewesen.

Nach der Neuordnung der öffentlichen Wasserversorgung vor drei Jahren, die auch den alten Ortskern Gleiberg umfasst, wurde der Hochbehälter stillgelegt. Im April vergangenen Jahres begannen die Verhandlungen mit dem Antrag des Gleibergvereins an den Gemeindevorstand, den Hochbehälter nicht zu verfüllen, sondern als Löschmittelreserve zu erhalten. Seitens des Vereins führte sie Schmidt. Begründet wurde der Antrag mit der Bedeutung der Burg als Kulturdenkmal. Der Gleibergverein verwies auf die exponierte Lage und die damit verbundene schwierige Zugänglichkeit für die großen Fahrzeuge von Brand-, Zivil- und Katastrophenschutz. Deshalb wollte der Vorstand den Hochbehälter als Löschwasserreserve und damit als zusätzlichen Objektschutz erhalten.

Die Gemeindevertretung beschloss die Übertragung an den Verein. Die Nutzung zu Löschwasserzwecken war technisch nur durch die Errichtung einer Entnahmemöglichkeit sicherzustellen. So wurde im unteren Burghof ein Oberflurhydrant installiert.

Das Einsatzkonzept wurde mit der örtlichen Feuerwehr abgestimmt. Auch die Untersuchung des Wasserspeicherreservoirs gehörte zur Maßnahme. Es sei in einem soliden Zustand, statisch bedenkenlos.

Kraft sagte, mit der Umfunktionierung sei nicht nur die Löschwasserversorgung der Burganlage noch sicherer, im Ernstfall könnten auch das Ensemble der evangelischen Katharinenkirche und Teile des alten Ortskerns vom Burghof aus mit versorgt werden.

Der Behälters fasst so viel Wasser, wie etwa 40 Tanklöschfahrzeuge zur Burg befördern könnten. Die Kosten für den Hydranteneinbau und die Ertüchtigung des Wasserspeicherreservoirs werden verrechnet mit dem eingesparten Betrag für eine Verfüllung.

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