Auch dieses Bild von Harald Kessler-Rautenhaus gehört zur Ausstellung. SCREENSHOT: PM
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Auch dieses Bild von Harald Kessler-Rautenhaus gehört zur Ausstellung. SCREENSHOT: PM

Kunstausstellung als Video

  • vonred Redaktion
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Wettenberg(pm). In wenigen Tagen wollte der Kunst- und Kulturkreis (KuKuK) Wettenberg eigentlich die erste Ausstellung im neuen Jahr mit einer Vernissage in der Kunsthalle in Wißmar eröffnen. Coronabedingt kann die Vernissage vor Ort nicht stattfinden. Dank der Schaffenslust von Mitaussteller Harald Kessler-Rautenhaus wird jedoch nun zum ersten Mal eine KuKuK-Ausstellung mit einem Gesamtkonzept ausschließlich mit einem Video digital gezeigt. Auf der Internetseite des Vereins wird dazu ein Link eingerichtet.

Die Kunstspinnerei ist eine Gemeinschaft innerhalb des KuKuK, die in wechselnder Zusammensetzung die jeweils erste Ausstellung im Jahr gestaltet. In diesem Jahr sind es Klaus Engelbach, Mareike Engelbach (Gast), Harald Kessler- Rautenhaus, Heidi Rautenhaus und Günter Wirtz. Sie hielten im schwierigen vergangenen Jahr ständigen Kontakt, diskutierten und gestalteten und können nun unter dem Titel "Verbindungen" ihre Ausstellung präsentieren.

Verbindungen sind die Voraussetzung für alles Existierende. Im physikalischen, chemischen und biologischen Bereich verbinden sich die kleinsten Teilchen zu Atomen, Atome zu Molekülen, Moleküle zu größeren chemischen Verbindungen bis hin zu lebensfähigen Organismen, ist in der Vorankündigung erläutert. Auch in der Kunst gibt es Verbindungen, nicht nur im Verhältnis von Schülern zu ihren Meistern, nicht nur in Künstlergruppen, sondern auch in den künstlerischen Sicht- und Verfahrensweisen, die sich im Lauf der Zeit aus den jeweils früheren Kunststilen entwickelt haben. Verbindungen im materiellen Bereich sowie im menschlichen Leben thematisiert jetzt die Kunstspinnerei.

Klaus Engelbach zeigt in seinen Fotografien die klassischen Verbindungen von innen und außen: Fenster, Türen, Treppen, Wege und Straßen. Im Kontrast dazu geben seine Giclée-Bilder psychologische Verbindungen auf menschlicher Ebene wieder, die manchmal ein Gefühl von Bedrückung, Eingrenzung und Ausweglosigkeit erkennen lassen.

Digitales Daumenkino

Günter Wirtz, der zu den schreibenden Mitgliedern des KuKuK gehört, hat sich von einigen Werken von Klaus Engelbach zu Gedichten anregen lassen, die aber keine Bildbeschreibung darstellen, sondern einen Gedankenblitz zur Innen- und Außenwelt im menschlichen Leben. Bild und Text stehen jeweils für sich, aber seine Gedanken und Empfindungen sind mit den Bildern verbunden. Im Video der Ausstellung liest er die Gedichte neben den entsprechenden Bildern.

Mareike Engelbachs experimentelle Werke, Verbindungen von Wachs mit anderen Materialien, zeigen sich leichter und farbiger.

Heidi Rautenhaus und Harald Kessler-Rautenhaus bringen mit ihren Beiträgen weniger ernste Thematik. Heidi Rautenhaus stellt Bilder in Enkaustik-Technik aus, einer Verbindung verschiedener farbiger Wachsschichten. Paare in Verbindung, Fotografien, Skulpturen aus Holz und Ton sowie netzartige Verbindungen in unterschiedlichen Materialien bezeugen ihre Vielseitigkeit. Harald Kessler-Rautenhaus beschäftigt sich mit Verbindungen mechanischer Art. In einer analogen Ausstellung würden seine Grafiken nebeneinander an der Wand hängen. Er präsentiert sie jedoch im Video in schneller Reihenfolge, so wie in einem digitalen Daumenkino.

Die Ausstellung soll im kommenden Jahr 2022 als zweiter Teil wieder in der Kunsthalle stattfinden, dann als "echte" Ausstellung, die wieder ganz normal für das Publikum zugänglich ist.

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