+
Michelle Gofrani

Küchenschlacht

Küchenschlacht auf ZDF: Wettenbergerin Michelle Ghofrani kocht sich ins Jahresfinale

  • schließen
  • Katharina Ganz
    schließen

Die erste Runde im Januar hat Michelle Ghofrani für sich entschieden. Nun steht die Medizinerin aus Wettenberg erneut in die ZDF-Küchenschlacht. Und gewinnt auch die Champions Week.

Freitag: Heute ist Finaltag der Champions Week. Zwischen Michelle Ghofrani aus Wettenberg und dem Sieg der ZDF-Kochshow steht nur noch eine Verkostung. Am letzten Tag des Wettkampfs müssen die Kandidatinnen ein vorgegebenes Gericht kochen. Moderator und Koch Alexander Kumptner stellt das Rezept und hat für die Konkurrentinnen "Zanderfilet in Kartoffelkruste mit Bohnenragout und Beurre blanc" ausgesucht.

Beide Kandidatinnen konnten sich drei zusätzliche Zutaten aussuchen, mit denen sie das Gericht verfeinern können. Ghofrani hat sich für Pinienkerne, Kapern und Parmesan entschieden, ihre Konkurrentin Caroline Ballmann für Serano-Schinken, Salbei und geräuchertes Paprikapulver. Wer am Ende die bessere Wahl getroffen hat, wird am Ende der Sendung die Spitzenköchin Cornelia Poletto entscheiden. Sie verkostet die Gerichte und bestimmt die Siegerin der Champions Week.

Während der 35-minütigen Kochzeit befragt Kumptner die Kandidatinnen auch zu ihrem Leben. "Michelle, Du hast Familie, bist berufstätig, wie bekommst Du das alles unter einen Hut?", fragt er Ghofrani. "Gute Frage", sagt sie. Die 38-Jährige kocht jeden Tag zu Hause, gibt zwischendurch Kochkurse und arbeitet als Ärztin. 

Keine negative Kritik

Nach Ablauf der Zeit ist Ghofrani zufrieden. "Alle Komponenten, die auf dem Teller sein sollten, sind auch drauf", sagt sie. "Die Kartoffeln sind vielleicht einen Tick zu dunkel geworden, aber ich hoffe dafür knusprig." Köchin Poletto bestätigt: "Der Fisch ist perfekt gegart und gewürzt. Die Kartoffeln sind knusprig. Das ist schon ganz nah am Profi." Auch von der Beurre blanc ist sie begeistert: "Sie hat alles, was man braucht. Es ist wirklich geschmacklich sensationell, und es ist handwerklich sensationell. Die Soße hat die absolute Perfektion."

Und dann die Erlösung: Die Wettenbergerin löst das erste Ticket für das große Jahresfinale am Ende des Jahres. Sie setzt sich durch, weil ihr Zanderfilet nach Polettos Geschmack besser gewürzt sei. Am Ende fließen sogar Tränen der Erleichterung bei der Wettenbergerin.

Donnerstag: Heute kocht die Wettenbergerin Michelle Ghofrani in der ZDF-Kochshow "Die Küchenschlacht" im Halbfinale der Champions Week. Die drei Konkurrentinnen müssen zwei Gerichte kochen: Hauptgang und Dessert zum Tagesmotto "Große Namen". Moderator und Spitzenkoch Alexander Kumptner erklärt: "Es sollen Gerichte gekocht werden, die eine große Geschichte haben." Ghofrani hat sich für Schnitzel im Hauptgang und Crêpe als Dessert entschieden, genauer: Schnitzel à la Holstein mit Variation vom Ei und Lachs-Kapern-Sauce, zum Nachtisch Crêpe Suzette. 

"Fritz von Holstein soll immer im Restaurant Schnitzel bestellt haben, dazu immer eine Fischvariation. Deshalb wird es bei mir heute ein Schnitzel mit den Fischkomponenten Kaviar, Räucherlachs und Sardellen geben", erklärt die 38-Jährige. Zum Crêpe sagt sie: "Suzette war wohl eine Begleiterin des damaligen Prince of Wales, die sehr sehr schön gewesen sein soll. Der damalige Küchenchef soll dann den Pfannkuchen nach ihr benannt haben." Eine wichtige Komponente dabei: Orange. Kumptner probiert zwischendurch Ghofranis Reduktion für die Crêpe: "Da könnte ich mich reinlegen. Ich wäre so gerne eine Crêpe." 

Nach der 35-minütigen Kochzeit verkostet der Spitzenkoch aus der Steiermark, Richard Rauch, die Hauptgänge und Nachspeisen der drei Halbfinalistinnen. Er betrachtet das Gericht von Ghofrani als große Herausforderung: "Schnitzel wird schnell trocken und die Crêpe Suzette muss eigentlich à la minute angerichtet werden. Ich bin gespannt." Ghofrani kritisiert vorab selbst:  "Es hätte alles ein bisschen schöner aussehen können. Das Schnitzel hätte auch noch eine Minute gebraucht. Die Sauce habe ich nicht probieren können, aber sie sieht aus wie Zuhause."

Kritik an Dessert

Beim Abschmecken ist Rauch begeistert. "Es ist alles geschmacklich auf dem Punkt. Man schmeckt eine schöne Säure in der Lachs-Kapern-Sauce, das Schnitzel ist schön weich, oben knusprig und hat schöne Wellen. Die Variation vom Ei ist sehr gut abgeschmeckt." Danach geht es um die Crêpe. "Leider ist der Teig ein bisschen fest. Die Sauce ist leider nicht emulgiert. Die Butter hat sich mit dem Orangensaft nicht gut verbunden. Das ist für mich ein kleiner Fehler. Aber ansonsten gibt's nichts auszusetzen", sagt Rauch. 

Am Ende muss Ghofrani noch einen Moment ums Weiterkommen bangen. Tagessiegerin wird sie nicht. Rauch wägt zwischen der Schwierigkeit der beiden übrigen Gerichte ab, entscheidet sich aber letztendlich für Ghofrani. Am Freitag kocht sie also im Finale um den ersten Teilnehmerplatz im großen Jahresfinale der Küchenschlacht. 

Mittwoch: Der dritte Tag der Champions-Week in der ZDF-Kochshow "Die Küchenschlacht" steht unter dem Tagesmotto "Sauce". Moderator Alexander Kumptner fasst zusammen: "Bei Saucen ist die richtige Konsistenz wichtig. Sie setzt den Gerichten die Haube auf und ist das Bindeglied der einzelnen Komponenten. Wenn das einer gut macht, dann unsere Kandidatin Michelle."

Die Wettenbergerin Michelle Ghofrani kocht ein Gericht, das häufig in der Region Kaschmir, zwischen Indien, Pakistan und China, serviert werde: Chicken Malai Korma mit Safran-Rosinen-Pulao. "Zuerst wollte ich etwas Französisches kochen. Aber dann dachte ich, koch' doch lieber das, was du liebst", sagt die 38-Jährige über ihre Wahl.

Eine grüne Chili-Schote in der Pfanne zeigt: Es wird scharf. "Ich esse selbst gerne scharfe Gerichte", sagt Ghofrani. Beim Anblick der zahlreichen Gewürze kommt Kumptner ins Schwärmen: "Es durftet im Studio wie nie zuvor." Kurz vor Ende der 35-minütigen Kochzeit darf Ghofranis Mann im Publikum die Sauce verkosten. "Es fehlt noch ein bisschen Salz." 

Knapp dem Tagessieg entgangen

Juror des Tages ist Ali Güngörmüs. "Ich hoffe, dass er kennt und schätzt, was im Korma alles drin ist", sagt Ghofrani vor der Verkostung. "Der Reis ist nicht ganz so fluffig geworden. Das Hähnchen wird normalerweise im Tandoor zubereitet und hat ein ganz anderes Aroma, das lässt sich in der Sendung leider nicht machen", sagt sie. Auch Güngörmüs stellt am Gericht kleine Mäkel fest: "Die Sauce ist leicht geronnen und eher wie eine Paste." Aber: "Die Aromen der indischen Küche kommen hier wunderbar heraus. Ich muss wirklich sagen, es schmeckt sehr gut."

Am Ende entgeht Ghofrani knapp der Tagessieg. Güngörmüs entscheidet sich für das Zanderfilet mit Dashi-Sud einer Konkurrentin auf Platz 1. Ghofrani setzt sich auf Platz 2 durch. Die Wettenbergerin kocht also auch am Donnerstag gegen zwei verbliebene Konkurrentinnen im Halbfinale weiter um den Sieg der Champions-Week. 

Dienstag: Es ist der zweite Tag der Champions Week der ZDF-Kochshow "Die Küchenschlacht". Die Wettenbergerin Michelle Ghofrani muss ihre Kreativität zum Thema "Vegetarische Küche" unter Beweis stellen. Dafür bleibt sie ihren Wurzeln treu und kocht erneut ein indisches Gericht. Ghofrani serviert Zwiebel-Bhaji mit süßem Tomaten-Chutney, dazu eine Sommerrolle mit Erdnuss-Soja-Dip und in Honig glasierte Halloumi-Würfel. "Bhaji ist so ähnlich wie Zwiebelkuchen mit indischen Gewürzen", erklärt die 38-Jährige dem Moderatoren und Spitzenkoch Alexander Kumptner. Die Basis besteht aus Kichererbsen und Kichererbsenmus. 

Während des Kochens wartet eine Überraschung auf Ghofrani. Kumptner nimmt sie an der Hand und zeigt ihr einen Einspieler. Zu sehen sind ein Konkurrent, "Michi", aus der ersten Wettkampfwoche, der Ghofrani ein Ständchen an der Ukulele überbringt sowie Ghofranis kleiner Sohn, der sagt: "Ich liebe dich, Mama. Gewinn das Ding!" Mit Tränen in den Augen fragt sie: "Wie soll ich denn jetzt noch weiterkochen?"

Viel Lob für die Köchin

Aber Ghofrani fängt sich schnell wieder und kocht souverän weiter. Am Ende der 35 Minuten zeigt sie sich weitestgehend zufrieden mit ihrem Gericht: "Das Einzige, das nicht gelungen ist, sind die Halloumi-Würfel. Meiner Meinung nach sind sie nicht knusprig genug geworden."

Die Züricher Köchin und Jurorin Meta Hiltebrand findet im Gegensatz zu Ghofrani nichts, woran sie etwas auszusetzen hätte. Im Gegenteil: Es gibt viel Lob für der Köchin. "Es ist sehr raffiniert, die Halloumi-Würfel mit Honig zu glasieren. Die Sommerrolle ist perfekt gerollt und sehr lecker", resümiert die Jurorin. "Der Erdnuss-Dip ist grandios. Davon muss ich meinem vietnamesischen Nachbarn erzählen. Dieser hier schmeckt besser als seine." Auch das Tomaten-Chutney sei "extrem toll". Der logische Schluss: Das exotische Dreierlei von Ghofrani überzeugt Hiltebrand und sie schickt die Wettenbergerin eine Runde weiter. 

Montag: Es geht um den ersten Startplatz für das Jahresfinale: Michelle Ghofrani steht in der Champions Week bei der ZDF-Show "Die Küchenschlacht". Im Einspieler zu Show-Beginn gibt sie sich zuversichtlich: "Ich hoffe ich kann in dieser Woche mit meiner exotischen Küche überzeugen", sagt die 38-Jährige. 

Gegenüber Moderator und Spitzenkoch Alexander Kumptner gibt sie zu: "Ich bin sehr aufgeregt." Zum Thema "Omas Leibspeise" kocht Ghofrani "Kokos-Seafood-Suppe mit Puri". "Das wird in der Karibik häufig gekocht", sagt die Wettenbergerin, "Meine Oma hat in Trinidad gelebt und ist jetzt in Chicago, wie der Großteil meiner Familie." Nach Ablauf der Kochzeit (35 Minuten) zeigt sich Ghofrani zufrieden. "Allerdings hoffe ich, dass der Fisch in der warmen Brühe nicht noch nachgart", sagt sie vor der Verkostung. 

Konkurrentinnen allesamt Frauen

Christoph Rüffer, 2-Sterne-Koch aus Hamburg, verkostet am Ende der Show die Gerichte aller Kandidaten. Mit Ghofranis Gericht ist er sichtlich zufrieden. "Die Schärfe kommt gut durch", sagte er. Auch für die Konsistenz der Suppe gibt es Lob. "Die Garnele, Jakobsmuschel und der Fisch sind gut gegart und sehr gut gewürzt", stellt Rüffer fest. "Respekt, echt Respekt."

Über den Juror hat sich Ghofrani "total gefreut". Er war bereits Juror in ihrer ersten "Küchenschlacht"-Woche. Und sie kann sich auch weiter freuen, denn sie ist eine Runde weiter. "Die Kokos-Seafood-Suppe ist mein Favorit", sagt Rüffer und schickt sie als Erste eine Runde weiter. "Das Gericht ist perfekt."

In der Champions Week tritt Ghofrani gegen fünf weitere Gewinner aus Runde 1 an, übrigens allesamt Frauen. Spätestens am Freitag werden die Zuschauer wissen, ob die 38-Jährige in die Finalrunde um den Jahressieg einziehen kann.

Vorbericht: Michelle Ghofrani wurde in Singapur geboren. Sie hat unter anderem indische Wurzeln und ist von vielen Küchentraditionen geprägt. Mit ihrem Mann, dem Gießener Lungenspezialisten Ardeschir Ghofrani, lebt sie seit letztem Sommer in Krofdorf-Gleiberg, wo sie eine eigene Kochschule eröffnet hat: die Melting Pot Kitchen. Die Teilnahme an der Küchenschlacht hat sie ihrem Mann zu verdanken. Der hatte sie ohne ihr Wissen für die beliebte Kochshow angemeldet.

Die erste Folge der Champions Week, die der österreichische Spitzenkoch Alexander Kumptner moderiert, startet am Montag um 14.15 Uhr im ZDF. Das Motto "Omas Leibspeise" hat Weltbürgerin Ghofrani auf ihre Art und Weise interpretiert. Sie wird Kokos-Seafood-Suppe mit Puri servieren. Ob sie damit den Juror, den Hamburger Sternekoch Christoph Rüffer, überzeugen kann?

Im Laufe des Jahres wird das ZDF insgesamt sechs Champions Week-Runden ausstrahlen. Deren Sieger dürfen am Jahresende an der Finalrunde teilnehmen und haben die Chance, 25 000 Euro zu gewinnen.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare