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Nach acht Jahren verkauft der Landkreis wieder das Anwesen Burgstraße 12.

Kreis trennt sich von der Krofdorfer Burgstraße 12

  • Rüdiger Soßdorf
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Wettenberg (so). Als der Landkreis Gießen das Anwesen Burgstraße 12 in Krofdorf-Gleiberg vor rund acht Jahren für 275 000 Euro kaufte, da befürchtete so mancher, das Häuschen mit Grundstück sei zu teuer bezahlt. Zumal der Kreis nur für einen Teil der Immobilie Verwendung hatte. Benötigt wurden vor allem 500 Quadratmeter des Gartens, um der benachbarten Grundschule einen Bolzplatz und einen Schulgarten zu schaffen sowie einen direkten Zugang zur Schulturnhalle zu haben, der nicht entlang der Straße führt.

Jetzt trennt sich der Kreis wieder von dem Haus, behält nur wie geplant den einstigen Garten - und erlöst fast den gleichen Preis, wie er selbst damals gezahlt hat. Für 260 000 Euro geht das stark renovierungsbedürftige Häuschen an einen Interessenten.

Der Gutachterausschuss für Immobilienwerte hatte den Wert auf 203 000 Euro taxiert; der Landkreis hatte daraufhin ein Bieterverfahren in die Wege geleitet. Interessenten gab es zuhauf; sie alle konnten sich ein Bild von dem Anwesen machen und danach ihre Gebote abgeben.

Zum Häuschen gehört ein Restgrundstück von 319 Quadratmetern. Das höchste Gebot von 266 000 Euro, das der Erste Kreisbeigeordnete Christopher Lipp dieser Tage den Gremien zur Entscheidung präsentierte, kommt nicht zum Tragen, weil die Bank die Finanzierungszusage an den potenziellen Käufer zurückgezogen hat. Ergo kommt ein Bieter zum Zug, der 260 000 Euro für das Häuschen geben will. Der Schulausschuss des Kreistags jedenfalls hat seine Zustimmung erteilt. Am heutigen Donnerstag will der Finanzausschuss dazu sein Votum abgeben. Wenn der Kreistag am Montag ebenfalls zustimmt, dann kann der Kaufvertrag besiegelt werden. Geplant ist weiterhin eine Wohnnutzung, so die Auskunft von Lipp.

Lange Vorgeschichte

Der Verkauf hat eine lange Vorgeschichte. Schon 2014, als klar war, dass für Schulneubau, Bolzplatz und Schulgarten nur ein Teil des Grundstücks benötigt würde, da hatte der Schulausschuss des Kreistags dafür plädiert, das Häuschen wieder zu verkaufen. Doch das zog sich hin. Zumal die Immobilie während der Neubau- und Umzugsphase der Grundschule Krofdorf in Teilen als Lager unter anderem für die Schulbücherei diente und darüber hinaus als Baubüro genutzt wurde.

Die Idee der Freien Wähler in Wettenberg im Winter 2014: Die Gemeinde könnte das Haus kaufen, zu Büroflächen umbauen, um die schon damals am benachbarten Sorguesplatz unter Raumnöten leidende Verwaltung zu entlasten. Das kam jedoch nicht zum Tragen; Für diese Idee mochte sich in Wettenberg niemand sonst erwärmen.

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