Farbstarke abstrakte Arbeiten von Gabriele Herlitz setzen einen kräftigen Akzent auf der Hauptwand der Kunsthalle in Wißmar. FOTO: USW
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Farbstarke abstrakte Arbeiten von Gabriele Herlitz setzen einen kräftigen Akzent auf der Hauptwand der Kunsthalle in Wißmar. FOTO: USW

Inspirierende Begegnungen

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Wettenberg(usw). Krise oder nicht - es geht einfach immer weiter mit der Kreativität beim Kunst- und Kulturkreis Wettenberg (KuKuK). Inzwischen läuft mit der "KuKunale 20-2" die zweite, etwas größere Hälfte der großen Gemeinschaftsausstellung der Mitglieder. Anlässlich der Vernissage im Hof der Kunsthalle in Wißmar gab Vorstandsmitglied Ines Scheurmann am Samstag eine humorvolle und kenntnisreiche Einführung.

An die 50 Kunstfreunde waren gekommen, um sich die neuesten Werke der 13 Teilnehmer anzusehen. Der Rundgang in der Kunsthalle war so eingerichtet, dass kein Besucher einem anderen zu nahe kommen musste.

Gezeigt werden Arbeiten von Michael Ackermann, Vera Bennung Corominas, Lucyna Baniak, Helga Deiß, Klaus Engelbach, Johannes Eucker, Gabriele Herlitz, Bernd Mayer, Marita Meurer, Bernd Rosenbaum, Silvia Rudnicki, Ines Scheurmann und Horst Wolcke. Die Inszenierung der Hauptwand ist wieder sehr gut gelungen. Farbstarke und stilistisch wie kompositorisch sichere, sehr ästhetische abstrakte Arbeiten von Gabriele Herlitz setzen dort einen kraftvollen Akzent.

Das harmoniert wunderbar mit dem mittleren Bereich und seinen dort platzierten niedrigen Kästen und Stelen. Dort ist eine eindrucksvolle Vielzahl von Werken zu sehen, nicht zuletzt kleine Formate. Neben Johannes Euckers wie gewohnt gut gelaunten metallischen Alltagsfiguren und diversen bildnerischen Arbeiten fallen da die kleinen Aquarelle von Helga Deiß auf. Mit "5x der Fantasie freier Lauf" zeigt sie hoch konzentrierte abstrakte Kompositionen, die mit inhaltlicher Dichte und kompositorischer Ausgewogenheit überzeugen.

Naive Tierbilder und ein Totholzfund

Ebenfalls auf der großen hinteren Wand macht Klaus Engelbach Eindruck mit seinen expressiven Giclée-Arbeiten. Mit düster differenzierter Ästhetik üben sie eine überraschende Wucht auf den Betrachter aus. Marita Meurer wartet mit neuen Arbeitsweisen auf und zeigt frei geschaffene Farbfelder in unterschiedlichem Duktus, sie wirken frisch und frei. Wirklich eindrucksvoll, ja ein Volltreffer wurde ihr "Mosaik": farbstark und kompositorisch perfekt ausgewogen. Eine ungewöhnliche, leicht und aquarellhaft anmutende Technik und Stilistik nutzt Bernd Rosenbaum. Er findet mit seinen Druckfarben auf Metallplatte in "Neue Ziele" einen überraschenden, sehr ästhetischen Stil.

Nicht so leicht einzuordnen sind Silke Rudnickis "Bildklötzchen", kleine Holzscheite mit überwiegend naiven Tierbildern in Acryl - eine Abwechslung. Eindrucksvoll ist Bernd Rosenbaums kraftvoll schwebender, ja rasender "Fliegender Holländer", ein spektakulärer kleiner Totholzfund. Nicht zu vergessen Michael Ackermanns Bild "Raum-Phantasie", ein kraftvoll expressives Werk, das dem Betrachter lange Grund zum Versenken schenkt. Das ist jedoch wie immer noch nicht alles, was der Betrachtung wert ist.

Wieder einmal erweist sich der KuKuK als regional bedeutsames Sammelbecken verschiedenster Kunstkategorien und Kompetenzen, aus dem immer wieder Beachtliches empor sprudelt. Die einmalige Mischung der kreativen Fähigkeiten und Niveaus sorgt dafür, dass man hier stets eine inspirierende Begegnung mit der Kunst der Region erlebt.

Die Ausstellung ist bis zum 29. November jeweils sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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