Lucie (l.) und Lara Gruber vor den in einem Kellerraum gelagerten Sachspenden. FOTO: M
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Lucie (l.) und Lara Gruber vor den in einem Kellerraum gelagerten Sachspenden. FOTO: M

Hilfsaktion für Lesbos geht weiter

  • vonVolker Mattern
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Wettenberg(m). Lara und Lucie Gruber, die beiden Schwestern aus Krofdorf-Gleiberg, haben - wie berichtet - eine private Hilfsaktion ins Leben gerufen. Ihr Aufruf zu Sach- und Geldspenden für die Geflüchteten auf Lesbos hat weit über die regionalen Grenzen hinaus eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgelöst.

Längst stapeln sich die Sachspenden in dem kleinen Kellerraum bis unter die Decke und auch im angebotenen Wirtschaftsraum des Nachbarn sind Pakete, Kisten und Kartons gelagert.

Ein griechischer Landsmann aus Fulda mit einem Transportunternehmen stellt ein Fahrzeug zur Verfügung. Ein syrischer Apotheker aus Gießen, der bereits auf Lesbos für die gemeinnützige Organisation Euro-Relief im Dienst war, will die beiden Schwestern begleiten, um sie mit seiner Erfahrung, vor allem seinen Sprachkenntnissen, zu unterstützen. Eine Eisdiele hat sich gemeldet und macht einen Sonderaktionstag: Eis umsonst gegen Spenden. Das DRK Münzenberg unterstützt die beiden durch einen eigenen Spendenaufruf. Eine ältere Dame brachte selbst gestrickte Strümpfe.

"Im Großen wie im Kleinen sind wir ebenso fassungslos wie dankbar für die bisherige Resonanz", sagen die beiden. "Mehrere Tausend Euro alleine an Geldspenden kamen bislang zusammen. Wir verwalten und leiten die Gelder sach- und fachgerecht weiter und setzen sie zielgerichtet ein, weil mancher Spender auch eine konkrete zweckgebundene Verwendung angibt." Lara und Lucie halten an ihrem Vorhaben fest: Der Termin für die Abreise ist der 10. Oktober. Das alles ist aber abhängig von den Entwicklungen vor Ort und auch den ständigen Änderungen bei den Reiseeinschränkungen durch Corona. Die aktuelle Lage ist also täglich neu zu bewerten.

Annahme bis 6. Oktober

Kontakt haben die beiden bereits mit der griechischen Botschaft und dem ADAC, der bei der Vorbereitung und Ausarbeitung der Reiseroute und Alternativrouten unterstützt. "Wir wollen kein Risiko eingehen und blauäugig die Dinge angehen. Der Transport soll sicher und erfolgreich sein, denn unser oberstes Ziel ist die Soforthilfe", sagen sie.

Sachspenden nehmen die beiden bis zum 6. Oktober an: jeweils montags ab 16.30 Uhr und dienstags zwischen 8 und 13 Uhr zu Hause in der Torstraße 1 (Gleiberg). Benötigt werden insbesondere haltbare Lebensmittel wie Tütensuppen, schwarzer Tee und Vitamintabletten, aber auch Müsliriegel, Kekse oder Schokolade. Schuhe werden keine mehr benötigt. Gerne aber noch Hygieneartikel und Decken.

Dass die Flüchtlingsproblematik nicht schnell und ohne Konzept zu lösen ist, ist beiden bewusst und sie verurteilen auch nicht die Bedenken und Entscheidungen zu diesen Fragen in den einzelnen Ländern Europas. Ihr Antrieb zu helfen beruht ausschließlich auf humanitären Gründen. "Wir können die Welt nicht retten und die Flüchtlingsproblematik nicht lösen, aber ein wenig Not lindern und Hoffnung spenden", sagen sie.

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