Auch so hilft der Arbeitskreis "Tikato": Jungen Familien in Burkina Faso wird mit der Finanzierung eines Viehzucht-Projektes selbstständige Nahrungsmittelsicherung ermöglicht. FOTO: PM
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Auch so hilft der Arbeitskreis "Tikato": Jungen Familien in Burkina Faso wird mit der Finanzierung eines Viehzucht-Projektes selbstständige Nahrungsmittelsicherung ermöglicht. FOTO: PM

Hilfe zur Selbsthilfe dank "Tikato"

  • vonred Redaktion
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Wettenberg/Wetzlar(pm). Die Not ist groß im westafrikanischen Burkina Faso. Für die Menschen dort engagiert sich seit mittlerweile 45 Jahren der Arbeitskreis "Brot für die Welt - Tikato" der evangelischen Kirchenkreise Braunfels und Wetzlar, zu der auch Gemeinden im Landkreis Gießen gehören (siehe Kasten). Insgesamt 85 000 Euro hat "Tikato" allein im Jahr 2020 für Projekte der "Hilfe zur Selbsthilfe" in Burkina Faso überwiesen. Diese stattliche Summe kam dank zahlreicher Spenden und mancher Gottesdienst-Sonderkollekten von Wißmar bis Ehringshausen zusammen. Das berichtet Arbeitskreis-Vorsitzende Heidi Janina Stiewink.

Besonderer Einsatz in Krofdorf

Weit über 2000 Euro für "Tikato" erbrachte etwa eine Initiative aus Wettenberg: Die Krofdorfer Frauengruppe hatte ihren traditionellen Adventsbasar anstatt wie üblich im evangelischen Gemeindehaus coronabedingt "im Kleinformat" auf dem Marktplatz im Rahmen des Wochenmarktes ausgerichtet. Mit ihren Handarbeiten stießen sie auf eine rege Nachfrage - und die Kasse füllte sich für den guten Zweck, wie Initiatorin Karin Wegener berichtete.

Beschwerlich für die "Tikato"-Arbeit waren die ausgefallenen Gottesdienste und damit das Ausbleiben der Kollekten. Die coronabedingt kleineren Besucherzahlen der Gottesdienste taten ihr Übriges. Große Feiern zu Geburtstagen und Jubiläen entfielen ebenso wie Trauerfeiern und damit auch zugedachte Burkina-Spenden.

"Das Corona-Jahr 2020 hat manchen Blick auf diese Menschen gelegt, denen es noch deutlich schlechter als uns mit den Einschränkungen geht", sind sich die 16 Mitarbeitenden des Arbeitskreises einig. So sind manche neue Spender dazugekommen. Viele kleinere Spenden summierten sich zu einem großen Betrag. "Einige Spender haben sehr hohe Summen gegeben und damit die Lage in Burkina Stück für Stück entspannt", so Stiewink.

Zu den Herausforderungen der vergangenen drei Jahre für die Bevölkerung, Politik und Kirchen in Burkina Faso gehören neben der Dürre, der Konsequenzen der Klimakatastrophe, dem Terror mit Gewalt und Toten inzwischen nahezu zwei Millionen Binnenflüchtlinge. "Das Land trägt es ohne Murren, erträgt es ohne Klagen", erläutert die Arbeitskreis-Vorsitzende. Das Entwicklungsbüro der evangelischen Kirchen (ODE) in Burkina Faso bat 2020 um eine "Humanitäre Hilfe für Geflüchtete": Besonders Nahrungsmittel waren notwendig. Die dann gewährte Hilfe verhinderte eine Hungersnot. Aber auch Decken und sonstiger täglicher Bedarf sowie Hygieneartikel waren vonnöten.

Dann kam noch Covid-19 dazu. Die Pandemie hat für die armen Länder der Welt große wirtschaftliche und soziale Folgen, die Wirtschaft krankt, und die Preise steigen enorm. Schon früh konnte in Burkina Faso durch "Tikato"-Spenden bzw. die Weiterleitung von Kollekten etwas zur Verbesserung der hygienischen Verhältnisse getan werden; Waschstände und Seife wurden geliefert. In jüngster Zeit allerdings steigt auch in Burkina Faso die Zahl der mit Covid-19 Infizierten und der pandemiebedingten Todesopfer großflächig an, vor allem in den Städten.

"Tikato" leistet weiter Hilfe zur Selbsthilfe. Aktuell wird etwa Geld für Geräte gesammelt, die an einer Technikerschule in Koudougou zur Ausbildung der Elektriker benötigt werden.

Informationen zum Arbeitskreis gibt es im Internet unter www.tikato-burkina-faso.desowie unter Tel. 01 51/70 19 43 75.

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