Herzensangelegenheiten

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Wettenberg (usw). »Sehnsucht. Süden« heißt eine vielseitige Veranstaltungsreihe des Kunst- und Kulturkreises (KuKuK) sowie der Deutsch-Französischen Gesellschaft Wettenberg. Zu erleben gab und gibt es herausragende künstlerische Arbeiten, zahlreiche Erinnerungsstücke an französische Landschaften und Stimmungen sowie eine Lesung und Vorträge. Am Freitagabend fand die vielbesuchte Eröffnung in der KuKuK-Kunsthalle statt.

In den Räumen in der Goethestraße 4B in Wißmar zu sehen sind Arbeiten von Bodo W. Klös (Lich, Grafiken, Zeichnungen), Günther Hermann (Fronhausen, † 2020, Radierungen, Gemälde), Michael Ackermann (Wettenberg, Drucke, Collagen, Gouachen), Roland Roure (Carpentras, Weißblech-Plastiken), Blandine Descombes (Alès, Gebrauchskeramik), Florian Besset (Barjac, Fotografien) und Norbert Schmidt (Wettenberg, Gemaltes, Gezeichnetes, Gesammeltes, Fotografiertes).

Zur Eröffnung sprach der Kunsthistoriker und ehemalige Gießener Museumsdirektor Dr. Friedhelm Häring.

Die Veranstaltung ist ein Projekt des Vereins der Wettenberger Deutsch-Französischen Gesellschaft e.V. (DFG) in Zusammenarbeit mit Birgit Klös’ »edition noir« in Lich und in Partnerschaft mit dem Kunst- und Kulturkreis Wettenberg e.V. Förderer der Leseveranstaltung mit der Autorin Sophie Bonnet (Bericht folgt) ist - im Rahmen von »Neustart Kultur« der Beauftragten für Kultur und Medien, Monika Grütters - der Deutsche Literaturfonds in Darmstadt.

Barbara Yeo-Emde, Vorsitzende des Kunst- und Kulturkreises, sprach von »einer sagenhaften Ausstellung« und betonte die »jahrelange sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit der DFG.« Die sei auch für den KuKuK wichtig, sehe man sich doch ebenso der Pflege der Völkerverständigung verpflichtet.

»Sehnsucht Süden ist eine Herzensangelegenheit«, betonte Norbert Schmidt, der Vorsitzende der DFG. »Wir sind froh, dass es nach 50 Jahren gelungen ist, eine solche Schau zu realisieren. »Möge sie dazu beitragen, den Lebensort Wettenberg aufzuwerten«, schloss er und wies auf die Mitwirkung der Galeristin Birgit Klös hin, die mit ihm die Schau zusammengestellt habe. - »Es waren schlimme Zeiten,« sagte ein deutlich enthusiasmierter Friedhelm Häring im Rückblick auf die Pandemieentwicklung. »Da ist uns klargeworden, wie wichtig die Kunst ist.« Er warf sodann einen Blick auf die ausstellenden Künstler: Roland Roure ist für ihn »der verrückteste Objektemacher, den ich kenne«. Norbert Schmidts originelle Installation »1 Quadratmeter Provence« nannte er »eine Reliquie«.

Bei allem Schwelgen in südfranzösischer atmosphärischer und szenischer Pracht (»Es bleibt einem das Herz stehen«) vergaß er nicht zu erwähnen, dass »wir hier auch Herrlichkeiten« haben. Zu Bodo Klös: »Er erlebte Frankreichs Süden nicht als Tourist, sondern setzte sich inhaltlich damit auseinander.« Und zu Günther Hermann: »Hier ist das Licht der eigentliche Antrieb«. Häring: »In keiner der Arbeiten gibt es Dekoration, alles ist nur Aufrichtigkeit«.

Darüber hinaus sind noch stimmungsvolle Fotografien von Florian Besset und elegante Gebrauchskeramiken von Blandine Descombes zu sehen. Komplettiert wird die Schau von großteiligen Sammelobjekten, einer Schautafel und einigen südfranzösischen Straßenschildern, die teils selbst hergestellt wurden.

Zu den Unterschieden zwischen den Nationen wählte Friedhelm Häring in seiner Einführung klare Worte: »Dummes Zeug. Wir müssen von Temperamenten sprechen, die sich suchen, die sich ergänzen, das ist der tiefe Sinn dieser Ausstellung, die zutiefst menschlich ist.« Und er schloss: »All das macht mich glücklich und froh, und Sie ebenso - hoffe ich.« Man kann sich dem leicht anschließen.

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