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Dorfname "anno dazumal" in Wißmar. FOTO: MO

Von Hennewirts und Scholtesse

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Wettenberg(mo) Der Arbeitskreis der Heimatvereinigung Wißmar schlug am Mittwoch ein neues Kapitel in Sachen Heimatgeschichte auf. Rolf Henrich konnte im Saal der "Alten Post" 18 Besucher, auch den Vorsitzenden der Heimatvereinigung, Dr. Werner Trampisch, willkommen heißen. Letzterer hatte ein Aufnahmegerät dabei, um möglichst viele der Aussagen zum neuen Thema "Alte Dorfnamen" und ihre Bedeutung" festzuhalten. Wieder war auch die 85-jährige Inge Leib, ein wandelndes Lexikon, mit dabei. Dorfnamen, wie "Hondsgassersch" oder "Dönjesse" machten die Runde. Ein lebhafter Austausch entwickelte sich.

Rolf Henrich konnte das Buch von Dieter Prinz "Wißmar, gute Zeiten - schlechte Zeiten" beim Gespräch als Hilfe nutzen. Dieter Prinz ist ein Wißmarer, der schon lange in Vetzberg lebt. Oft waren es Berufe oder Tätigkeiten, auf die sich die Dorfnamen beziehen. Da wurden interessante Menschen und Geschehnissen wieder lebendig. "Hennewirts" steht für hinten und "wirts" für eine ehemals vorhandene Gaststätte. "Honds (Hunde)gass" wurde früher der Lollarer Weg genannt. "Jorchs" steht für Jörg Georg Klinkel, der früher einen Schuhverkauf mit Schuhmacherei betrieb. "Kirchwerschs", Küfer und Fassbinder, waren in der Schanzenstraße zu Hause. Hinter "Scholtesse" versteckte sich der Ortsvorsteher oder Schultheiß Kurt Werner. Eine nette Geschichte findet sich im Buch "Die Geschichte eines Dorfes an der Lahn". Es geht um den Scheeferlepps (Schafhirten) Philipp Werner aus Wieseck. Der hatte fleißig gespart, um sich in Wißmar als Gemeindemitglied einkaufen zu können, um dort seine Familie zu gründen. Vorher hatte er auf der Badenburg noch einmal gezecht und danach seinen Geldbeutel am Lahnufer verloren. In Wißmar angekommen, stellte er mit Entsetzen den Verlust fest. Er schwor: "Wenn ich mein Geld wiederfinde, trinke ich keinen Alkohol mehr." Er fand am nächsten Tag seinen Geldbeutel wieder und hielt seinen Schwur. Er übernahm eine der Wißmarer Schafherden.

In Wißmar sind an vielen Häusern Schilder mit den alten Ortsnamen angebracht, eine Aktion der Heimatvereinigung.

Die Reihe "Alte Dorfnamen" wird am Mittwoch, 12. Februar um 16 Uhr im Saal der "Alten Post" fortgesetzt.

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