Ingi Fett (Mitte) mit Band und Tochter Lilli (l.) beim Auftritt in Wettenberg. FOTO: USW
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Ingi Fett (Mitte) mit Band und Tochter Lilli (l.) beim Auftritt in Wettenberg. FOTO: USW

Heimelig wie am Kaminfeuer

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Wettenberg(usw). Es war eine besondere Atmosphäre, die sich am Freitagabend im Kunst- und Kulturkreis Wettenberg e. V. (KuKuK) breit machte. Heimelig wie am Kaminfeuer geriet das Weihnachtskonzert von Ingi Fett. Die Sängerin bestritt den Auftritt gemeinsam mit einer exzellent aufspielenden Band: Nick Ramshaw (Gitarre, Keyboards), Andreas Dieruff (Bass), Nils Fett (Schlagzeug) und Camilla Vega (Keyboards). Schönste Weihnachtslieder, teilweise knackig aufgepeppt, machten den Besuchern jedenfalls ordentlich gute Laune.

Die Gefühlsrichtung wurde mit dem ersten Titel gleich geklärt, "It’s the most wonderful time of the year". Fett erinnerte an den schönen Schneefall des Vormittags und bekam vor allem durch ihre entspannte Art und natürliche Stimme die Zuhörer gleich auf ihre Seite. Man spürte, dass sie gut drauf war, das Publikum nahm die Stimmung gerne an, auch stimmlich war Fett bestens eingestellt. Es war ihr zweiter Auftritt im Kunst- und Kulturkreis.

Besonders die musikalische Lage war in Ordnung, da alle Musiker neben ihren Instrumenten auch noch sängerisch agierten. Das ergab einen ausgewogenen, differenzierten Klang, der manche Titel erst richtig attraktiv machte. Zudem war mit Ramshaw ein erfahrener Solist dabei, der für einige Glanzlichter sorgte. Sein klarer Tenor kam besonders bei "Driving home for Christmas" zur Geltung. Fetts Tochter Lilli hatte einen Gastauftritt bei "Santa Claus is coming to town". Der Titel war bezeichnend dafür, dass auch Rock’n›Roll zum Spektrum gehörte, hier in einer maßvollen Fassung.

Bei "Snowflakes" war ein weiteres Stilmittel zu hören, der Country-Touch. Dieruffs Gesang, authentisch rau klingend, passte rundum. Einen fröhlichen Countryschwung spürte man auch beim von Ramshaw deutsch gesungenen Klassiker "Jingle bells", der noch dazu einen heiteren Groove aufwies.

Es ging also eindeutig um Abwechslung und nicht allein nur Weihnachtsstimmung. Dazu gehört auch der Groove im angenehm beschleunigten "White Christmas" - kein sentimentales Versäuseln.

Das Publikum sang für Jose Felicianos "Feliz navidad" bereitwillig mit und belohnte die gemeinsame Anstrengung mit heftigem Applaus. Da zeichnete sich bereits deutlich eine Verbindung zwischen Musikern und Zuhörern ab, was nicht immer vorkommt.

Hypnotische Wirkung

Ramshaw begleitete auf der Gitarre sensibel Leonard Cohens "Halleluja", einen Welthit, der sehr gern von Sängern vorgetragen wird. Fett verzettelte sich hier in solistische Anstrengungen und geriet stimmlich aus dem grünen Bereich, der ganze Titel übte jedoch seine fast hypnotisch besänftigende Wirkung ohne Einschränkung aus.

Die Besucher waren mit dem Gebotenen rundum zufrieden und applaudierten von Beginn an herzlich, großzügig und immer länger. Es fühlte sich ein wenig an wie bei den Pankratiuskonzerten: gemütlich. Man erklatschte sich zielstrebig eine Zugabe, und alle machten sich nach einer gesungenen "Stillen Nacht" zufrieden auf den Weg nach Hause. Und still war die Nacht ja.

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