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Ingrid Hofmann, Hannelore Kuhlmann und Helga Moos (hinten, v. l.) mit Leni Kraft und ihrer Schwester (r.).

Heimatstube feiert

  • VonVolker Mattern
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Wettenberg (m). »Steter Tropfen höhlt den Stein«, sagt ein Sprichwort. Auch in Launsbach sollte sich diese alte Weisheit bewahrheiten. Den Kampf um die »Nau Schul« führt die gleichnamige Bürgerinitiative, die dieses Identifikationsobjekt nicht preisgeben will. Seit vier Jahren kämpfen mit Ingrid Hofmann, Luise Bröckl, Helga Moos und Heide Kausch vier engagierte Damen um das historische Gebäude - und sie sind hartnäckig.

Das garantierte den Erfolg.

Der Erhalt ist durch den Denkmalschutz zwar gesichert, aber jetzt steht auch fest, dass es im kommunalen Besitz bleibt und damit gute Chancen bestehen, das Nutzungskonzept der BI - zumindest in Teilen - auch umzusetzen.

Workshop noch in diesem Monat

Der Sperrvermerk im Kommunalhaushalt ist aufgehoben, doch das Aktionsbündnis der standhaften Launsbacherinnen vermisste bislang eine klare Vorstellung seitens der politisch Handelnden, wie es nun weitergehen könnte.

Aber auch in diese Frage ist Bewegung gekommen, und zwar kurz vor den Feierlichkeiten zum 125-jährigen Bestehen des Schulhauses. Hierzu hatte die Heimatstube eingeladen, jener Verein, in dem sich auch die Aktivistinnen wiederfinden.

Die Resonanz sprach für sich, und im kleinen Park vor der »Nau Schul« fanden sich rund 100 Gäste ein, um Erinnerungen auszutauschen, zu diskutieren, wie es weitergehen könnte, sich eine Bilderausstellung anzusehen und gemeinsam Kaffee zu trinken und Kuchen zu essen.

Schülerin Leni Kraft erfreute in historischer Tracht mit einem Gedicht. Auch die Politik zeigte Präsenz, allen voran die beiden verbliebenen Bürgermeisterkandidaten Marc Nees und Ralf Volgmann. Der amtierende Rathauschef Thomas Brunner überreichte an Ingrid Hofmann, die Vorsitzende der Heimatstube, 250 Euro, womit sicherlich so manche kleine Idee gut finanziert werden kann, um dem Projekt wieder Leben einzuhauchen.

1896 wurde die Schule von der Gemeinde Launsbach erbaut und diente bis 1955 als Schulhaus und Lehrerwohnung. Ab dann war in den unteren Räumen die Gemeindeverwaltung untergebracht. Am Ortsrand entstand eine neue Schule, die Verwaltung wurde in einem Neubau untergebracht. So kam es zur Vermietung des unteren Stockwerkes an einen Gewerbebetrieb - das Obergeschoss diente weiter als Wohnung. Auch das Dachgeschoss war teilweise bewohnt, in den Kellerräumen hatte zeitweise die NABU-Jugend ihr Domizil. Inzwischen weist das Gebäude einen Sanierungsrückstand auf. Jetzt soll es wieder in den Mittelpunkt des sozialen, kulturellen und gesellschaftlichen Lebens von Launsbach gerückt werden.

Noch in diesem Monat soll ein Workshop stattfinden, in dem eine künftige Aufteilung der Nutzungsbereiche in der »Nau Schul« erörtert wird.

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