Vor voll gepacktem Transporter: Laetis Ntshonso, Lucie Gruber, Anas Altan und Lara Gruber (v. l.). FOTO: M
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Vor voll gepacktem Transporter: Laetis Ntshonso, Lucie Gruber, Anas Altan und Lara Gruber (v. l.). FOTO: M

Drei Tonnen Hilfsgüter

Die Gruber-Schwestern aus Wettenberg sind auf dem Weg nach Lesbos

  • vonVolker Mattern
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200 Kilogramm Windeln, 400 Kilogramm Seife, 350 Kilogramm Nudeln - das ist nur ein Bruchteil der Hilfsgüter, die Lara und Lucie Gruber aus Wettenberg gerade nach Lesbos bringen.

Über viele Wochen haben Lara und Lucie Gruber Hilfsgüter und Geld für die Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos gesammelt. Die Resonanz war überwältigend. Gestern ging es für die Gruber-Schwestern und ihre Helfer nun los - mit drei Sprintern und Kleinbussen.

Insgesamt drei Tonnen Hilfsgüter haben sie geladen, darunter 200 Kilogramm Windeln, 400 Kilogramm Seife und Shampoo, 450 Kilogramm Kekse und 350 Kilogramm Nudeln. Begleitet werden sie von Anas Altan, Laetis Ntshonso, Johannes Till und einer weiteren Familie. Wenn alles gut geht, sind sie am heutigen Samstagmittag in Ancona (Italien). Von dort geht die Fährte nach Athen. Von der griechischen Hauptstadt geht es mit einem weiteren Fährschiff zur Insel Lesbos. Geplante Ankunft: Montag, 8 Uhr.

Was in vielen Stunden Arbeit sortiert, verpackt und transportsicher verstaut wurde, wird dort von Lara und Lucie Gruber und ihren Helfern verteilt. Dank Anas Altan, der Apotheker mit syrischen Wurzeln lebt in Gießen und kennt das Lager Moria durch seine Arbeit als Mitglied der kirchlichen Organisation "Euro Relief", haben die Geschwister Kontakt zu den Menschen vor Ort bekommen.

"Wir haben nur eine ungefähre Vorstellung, was uns erwartet", sagen die Schwestern, "aber wir sind froh, stolz und dankbar, etwas Hoffnung und Licht in die Trostlosigkeit bringen zu dürfen".

Überwältigende Spendenbereitschaft

Ihr Dank gilt denjenigen, die diesen Hilfstransport durch ihre Spendenbereitschaft ermöglicht haben. Einer Hausarztgemeinschaft beispielsweise, die die Spritkosten übernimmt, der Flüchtlingshilfe Wettenberg, die die Kosten der Fähren trägt und vielen größeren Schulen im heimischen Raum und der Region, die mit Spendengeldern ebenfalls geholfen haben. Allein von der enormen Geldsumme waren sie überwältigt. 10 000 Euro beträgt das allgemeine Spendengeldaufkommen, dazu summiert sich noch eine weitaus höherer Betrag, bei dem die Spender explizit einen Zweck festgelegt haben.

Von jenen 10 000 Euro jedenfalls wollen sie vor Ort weitere, dringend benötige Dinge kaufen. Für sich selbst haben Lara und Lucie Gruber eine schlichte Unterkunft auf Lesbos gemietet, denn sie werden eine Woche bleiben, um im Lager mitzuarbeiten.

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