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Auch die vorübergehende Sperrung von Wegen ist nach Auskunft des Forstamtes Wettenberg nicht ausgeschlossen.

Gefahren im Wald nehmen zu

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Wettenberg/Biebertal (pm). Die beiden letzten Trockenjahre haben dem Wald stark zugesetzt. Bereits seit dem vergangenen Jahr befallen Borkenkäfer und Pilze mit bisher nicht dagewesener Aggressivität Nadelwälder. Nun zeigen auch die Laubbäume, wie sehr sie unter der Dürre gelitten haben und sterben ab. Förster von Hessen Forst weisen nun auf Gefahren hin: "Durch absterbende Bäume steigen die Gefahren im Wald. Trockene Äste oder ganze Bäume können schon bei leichtem Wind zu Boden stürzen", sagt Heinz-Jürgen Schmoll vom Forstamt Wettenberg. Beim Waldbesuch sei daher besondere Vorsicht geboten. "Wir hatten nach der letztjährigen Dürre befürchtet, dass wir in diesem Jahr auch bei Buchen und anderen Laubbäumen Probleme beobachten müssen - doch das Ausmaß und die Geschwindigkeit, mit der jetzt Schäden auftreten und Bäume sterben, überrascht uns", sagt Schmoll.

Es beginne in der Baumkrone, nach dem Austrieb der Blätter im Frühjahr wurden erste Stellen trocken und binnen weniger Wochen starben die Bäume ab, schildert der Experte die kritische Lage. In ganz Hessen sind solche Absterbe-Erscheinungen zu beobachten. Wurzeln wurden durch die ausgetrockneten Böden geschädigt, die Rinde teilweise durch Sonnenbrand verletzt. Am Ende sind es Pilze, die den geschwächten Bäumen das Leben kosten.

Baumkronen zerbröseln- Die Pilze zersetzen das Holz und machen es brüchig. Je nach Befall brechen dann Kronenteile oder auch ganze Stämme ab. Schmoll: "Dadurch entstehen Gefahren, die allen Waldbesuchern bewusst sein müssen. Nur entlang öffentlicher Straßen und an Park-, Spiel- oder Grillplätzen beseitigen wir akute Gefahren schnellstmöglich. Innerhalb des Waldes können und müssen wir diese nicht beseitigen." Wer sich im Wald bewegt, sollte deshalb immer auch den Blick nach oben richten und den Rast- oder Pausenplatz nicht unter trockenen Baumkronen auswählen.

Veranstaltungen im Wald gefährdet- Besonders betroffen sind im Forstamt Wettenberg auch die Gebiete am Dünsberg im Revier Biebertal. Da hier am letzten Wochenende im September die Veranstaltung zum Dünsberg-Marathon stattfindet, wurden im Voraus schon gefährliche Bäume an den festen Waldwegen und an der Zufahrt zur Dünsberg-Raststätte aus Sicherungsgründen gefällt. Besucher der Veranstaltung werden daher gebeten, immer auf festen Wegen zu bleiben.

Borkenkäfer und Schadpilze greifen an- "Seit Monaten tun wir alles in unserer Macht Stehende, um den Wald zu erhalten, doch die Situation ist einfach extrem", sagt Förster Schmoll. Borkenkäfer und Schadpilze greifen geschwächte Bäume an. "Den Wald umzubauen, das dauert lange. Seit Jahrzehnten arbeiten wir auf klimastabile Wälder hin. Doch jetzt entstehen große Kahlflächen die den Waldumbau erschweren, weil wir den Wald nicht so radikal verändern wollen." Denn junge Waldbäume wachsen am liebsten unter den schützenden Baumkronen ihrer Elterngeneration heran. Manche mit mehr, manche mit weniger Schatten - doch pralle Sonne oder Spätfrost sind immer ein Risiko. Hinzu kommt auf Freiflächen oft üppige Vegetation aus Gräsern, Brombeere oder Farnen, die für junge Setzlinge lebensbedrohliche Konkurrenz sein kann oder natürliche Waldverjüngung verhindert.

Sperrungen sind möglich- "Auch die vorübergehende Sperrung von Waldwegen und -flächen wegen zu hoher Gefahr durch absterbende Bäume ist nicht ausgeschlossen. Das machen wir nicht gern - aber für diese Maßnahmen bitte ich die Bevölkerung bereits jetzt um Verständnis und darum, Sperrungen immer zu akzeptieren", sagt Förster Schmoll.

Die Landesstraße 3047 am Isselscheid zwischen Frankenbach und Krofdorf wird voraussichtlich in den Herbstferien für eine Woche komplett gesperrt werden müssen, da hier eine sehr große Anzahl von Bäume abgestorben ist. Diese sind nur mit einer Vollsperrung der Straße zu entnehmen.

Für die Waldbesucher daher die dringende Bitte, bei den Spaziergängen auf den festen Forstwegen zu bleiben und schmale Pfade und Waldbestände zu meiden. Überall können insbesondere bei der Situation im Herbst und Winter durch Sturm, Eis und Schnee die Äste und Kronenteile abbrechen und damit zur Gefahr werden. Sollten Waldflächen gesperrt werden, dient dies der Sicherheit der Waldbesucher.

Holz nur an festen Wegen aufarbeiten- Da man in Zukunft nicht mehr sicher in den Waldbeständen werde arbeiten können, empfiehlt das Forstamt zudem, Brennholz nur noch an den festen Wegen klein zu schneiden und nicht mehr in die Bestände hinein zu gehen. Dies wird schon in vielen Forstämtern praktiziert und soll im hiesigen Raum ebenfalls zur Regel werden.

Für Rückfragen steht das Forstamt Wettenberg unter Tel. 0641/460460-0 oder die Pressestelle von Hessen Forst unter Tel. 0561/ 3167-167 zur Verfügung. Weitere Infos auf www.hessen-forst.de.

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