Das Fundbüro und der Geldschein

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Ein Geldschein harrt im Fundbüro in Krofdorf-Gleiberg auf seinen Besitzer. Mehr verrät der Hinweis im amtlichen Mitteilungsblatt nicht. "Wer glaubt, das ihm das Geld gehört, der muss uns schon sagen, um welchen Betrag es sich handelt und wo er den Schein verloren hat", ist die Auskunft von Alexandra Momberger, die sich ums Fundbüro kümmert. Anders rückt sie den Schein nicht raus.

Doch in den 31 Jahren, in denen sie im Fundbüro respektive dem Bürgerservice arbeitet, ist es äußerst selten vorgekommen, das nach Geld gefragt wurde. Ein einziger Fall ist ihr gut in Erinnerung: Da hatte ein Mann eine größere Summe bei seiner Bank geholt und sogleich verloren. Das war alles glaubhaft und belegbar, der Mann konnte hocherfreut den Umschlag mit dem Geld in Empfang nehmen. Weiterer Erklärungsversuch für die geringe Nachfrage: Womöglich rechnet kaum jemand damit, dass Bargeld überhaupt den Weg ins Fundbüro findet.

Was aber passiert mit den Scheinen, die im Fundbüro abgegeben, aber nicht abgeholt werden? "Die gehen keinesfalls in unsere Kaffeekasse und werden auch nicht dem kommunalen Haushalt einverleibt", erläutert Alex Momberger.

Denn die ehrlichen Finder haben nach einem halben Jahr Anspruch auf eine Fundsache und bekommen diese vom kommunalen Fundbüro ausgehändigt, wenn der Besitzer sich nicht gemeldet hat. In den allermeisten Fällen jedenfalls. Ausnahmen von der Regel sind beispielsweise Schlüssel - die werden fachgerecht entsorgt.

Kommt einem doch glatt ein kurioses Fundstück aus Wißmar in Erinnerung: Da war vor Jahren auf der Fensterbank in der Herrentoilette eines Wirtshauses ein Gebiss liegen geblieben. Solch ein Verlust muss doch spätestens am nächsten Tag bei der ersten festen Mahlzeit bemerkt werden?! Abgeholt wurden die Beißerchen im Fundbüro nie. Und auch der Wirt machte keine Ansprüche geltend auf die Prothese (vier Zähne, Oberkiefer, männlich…). (so)

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