Arbeitskreis "Erinnerungen"

Erinnerung an alte Gewerbebetriebe

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Wettenberg (mo). Der Arbeitskreis "Erinnerungen" der Heimatvereinigung Wißmar mausert sich. Waren es beim ersten Treffen 15 Interessierte, die Rolf Henrich als Organisator begrüßen konnte, kamen zum zweiten Treffen bereits 29 Besucher, unter ihnen auch der Vorsitzende Werner Trampisch, in den Postsaal der Heimatvereinigung in der Schulstraße.

Trampisch hatte ein Tonbandgerät dabei und hielt fest, was zum Thema "Geschäftchen und Geschäfte in Wißmar (Von Tante Emma zu Onkel Edeka)", gesagt wurde - und das war eine erstaunliche Menge. Hintergrund der Treffen ist es, Informationen, persönliche Erlebnisse und Erfahrungen älterer Wißmarer zu sammeln, um das frühere Dorfleben lebendig zu halten.

Wie vorgehen, um die Vielzahl der Geschäfte und kleinen Erwerbsbetriebe überschaubar zu machen und in Erinnerung zu rufen? Rolf Henrich hatte die Idee, Andreas Schmidt, den ehrenamtlichen Leiter des kommunalen Archivs, um Hilfe zu bitten. Schmidt lieferte eine Zusammenstellung aller Geschäfte und Gewerbe, die ab Januar 1949 ihre Tätigkeit aufnahmen, etwa 40 an der Zahl.

Heitere Geschichten

Schnell wurde deutlich, wie sehr die kleinen Geschäfte das Leben in dieser Zeit prägten. Da gab es einen Gustav Bechthold, der eine Schirm-Reparaturwerkstatt hatte und als Ortsdiener Dienst tat. Wilhelm Schmidt, der mit Geflügel, Eiern und landwirtschaftlichen Produkten handelte. Karl Kessler war Leiterfabrikant, Toni Klinkel Damenschneiderin, Helene Loh führte eine Kranzbinderei, Ehemann Albert war Steinmetz. Oskar Moos und Otto Best betrieben ein Lichtspieltheater. Wilhelm Schnell war mit Gastwirtschaft und Metzgerei dabei. Oft erzählt Rolf Henrich dazu kleine Geschichten, die Heiterkeit hervorriefen. Das gab dem Abend eine lockere gute Würze.

Als wandelndes Lexikon erwies sich Hilde Pausch, ehemals Wirtin der Gaststätte Feht. Sie holte Namen und Geschehnisse aus ihrem Gedächtnis ans Licht, worüber nicht nur Henrich begeistert war.

Als die Liste der ab 1949 genannten Geschäfte mit vielen Ergänzungen und Beiträgen abgehandelt war, ging es 1951 weiter. Hier wurde Ludwig Stroh als Sattler und Polsterer genannt, Heinz Zick bot Lebensmittel an, Hilde Stroh galt als erste hessische Metzgermeisterin und Ilse Bothe war für ihr Angebot Raumhygiene bekannt.

Rolf Henrich kündigte das nächste Treffen an. Der Gesprächskreis kommt wieder am Mittwoch, 13. November, um 16 Uhr zusammen. Dann soll das Thema Geschäftchen und Geschäfte weiter thematisiert werden. Auch nach alten Dorfnamen und ihre Herkunft soll geforscht werden.

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