Der umstrittene Funktmast.
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Der umstrittene Funktmast.

Enttäuschte Seeküppel-Anwohner

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Wettenberg(so). "Wir hätten uns da auch eine bessere Kommunikation gewünscht. Das ist schiefgelaufen an dieser Stelle." So kommentierte Bürgermeister Thomas Brunner im April den wohl nicht ganz so wie erhofft verlaufenen Austausch mit Vodafone. Damals hatte das Unternehmen begonnen, einen Funkmast auf dem Krofdorfer Sportplatz Seeküppel zu bauen. Brunners Einschätzung teilen viele Anwohner. Denn sie haben im April ebenfalls beklagt, dass sie von dem Bauvorhaben völlig überrascht wurden. Ihre Kritik: Von der Gemeinde waren sie im Vorfeld nicht informiert worden. Das Rathaus wusste Bescheid, nahm die Bürger nicht mit. Der Anwohner-Protest dokumentiert sich in mehr als 150 Unterschriften gegen den Mast und mündete in die Forderung nach einem Baustopp. Doch Vodafone konnte auf eine seit Anfang 2019 vorliegende Baugenehmigung verweisen.

Weil er noch auf Einzelheiten zu technischen Daten und Baubeginn gewartet habe, sei ein bereits vorbereitetes Schreiben an die Anwohner noch nicht versendet worden, teilte Bürgermeister Brunner im April mit. Er sei "von dem plötzlichen Baubeginn selbst überrascht gewesen".

Mittlerweile steht der ungeliebte Mast als Ersatz für Vorgänger-Technik im etwas weiter nördlich gelegenen Gewerbegebiet. Die verärgerte Anwohner-Initiative vom Ölberg und vom Seeküppel hat derweil in den vergangenen Wochen die Angelegenheit juristisch prüfen lassen. Mit dem Ergebnis, dass der Bau des Masten rein rechtlich wohl in Ordnung ist. Beklagt wird allerdings, und auch das bestätigen die zurate gezogenen Anwälte, dass seitens der Gemeinde wohl nicht aktiv geschaut worden sei, ob es denn nicht einen geeigneteren Platz für die Anlage gegeben hätte und dass die Anwohner nicht eingebunden worden seien.

"Zusammenfassend bleibt der Eindruck, dass eine Bürgerbeteiligung in dieser Angelegenheit schlicht nicht vorgesehen und schon gar nicht gewünscht" war, heißt es in einer abschließenden Stellungnahme der Anwohner, die dem Bürgermeister zugestellt wurde. Auch wenn man rechtlich nicht mehr gegen den Masten vorgehen könne - "menschlich und politisch möchten wir Ihnen in der Angelegenheit jedoch Versagen auf ganzer Linie bescheinigen". Die Anwohner zeigen sich im besonderen enttäuscht davon, dass der Bürgermeister zwar mit Stellungnahmen via Amtsblatt, Facebook etc. sowie darüber hinaus schriftlich mit ihnen kommuniziert habe. Aber er habe eben nicht den erbetenen persönlichen Dialog mit den Bürgern in einem Gespräch auf dem Sportplatz gesucht, um den dezidiert gebeten wurde. FOTO: SO

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