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Der Amateurtheaterverein Sammelsurium feiert heute Abend die Premiere der Geschichte der kleinen Meerjungfrau, in deren Verlauf auch ihre drei Schwestern eine bedeutende Rolle spielen. Fotos: m

Eine besondere Herausforderung

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Wettenberg(m). Das Wettenberger Sammelsurium feiert die nächste Premiere: "Die kleine Meerjungfrau" ist heute Abend und in den Folgeaufführungen in den nächsten Tagen und Wochen auf der Bühne der Mehrzweckhalle zu sehen.

Seit 30 Jahren begeistert und verzaubert der Amateurtheaterverein "Wettenberger Sammelsurium" die Menschen in der Vorweihnachtszeit mit seinen Märchenaufführungen. Kann es da noch eine Herausforderung geben? Jedes neue Stück oder jede Spielsaison hat seine eigenen Herausforderungen, sagt Ina Nestler (Regie), um gleich danach mit einem "aber" fortzufahren. "Die kleine Meerjungfrau" stelle eine ganz besondere Herausforderung dar. "Wir haben Tausende von Menschen seit 1989 in alle Sphären und Welten entführt, waren in der Hölle und im Himmel, im Feuer und auf Eis, waren im Orient und sogar auf dem Mond - unter Wasser aber noch nie."

Tiefgründige Botschaft

Das stellte neue Herausforderungen an die 100 Schauspieler (jede Rolle ist doppelt besetzt), an die Kostümentwerfer und Schneider, an Bühnenbauer und Kulissenmaler, an Maske und Frisuren, an Choreografie, Inspizient und Requisite. Noch einmal rund 50 Personen engagieren sich neben den Darstellern mit ganzem Herzen und teilweise jahrelanger Erfahrung.

"Sammelsuriums"-Vorsitzender Jens Kirch sowie Rolf Bernhardt (Co-Regie) und Julius Henkelmann (Regieassistent und Ressortleiter Jugendvorstand) atmeten durch. Alles lief glatt bei der Generalprobe, Ton- und Lichttechnik inbegriffen. Die Zuschauer müssen nun aber nicht in Badehosen und Badeanzügen kommen, denn geflutet wird die Halle nicht. Die phantasievollen Kostüme, die Licht- und Toneffekte, der Kulissenbau und nicht zuletzt eine bravouröse Leistung der Darsteller sorgten dafür, dass sich die Gäste in eine wunderbare Unterwasserwelt versetzt fühlten. Das Märchen von Hans Christian Andersen wechselt aber auch aufs trockene Land. Das Textbuch für die Bühnenfassung hat Rolf Bernhardt geschrieben und dabei einmal mehr darauf geachtet, dass wieder viele Kinder und Jugendliche aus dem Verein altersgemäße Rollen spielen können und den Dreiakter bereichern. Ob es tanzende Meerestiere oder Landlebewesen sind - mit gestalterischen Kniffen und fantasievollen Ideen gelingt es wieder, ein anspruchsvolles Stück so zu inszenieren, dass auch den Bedürfnissen jüngerer Zuschauer Rechnung getragen wird.

Der Mensch - ein merkwürdiges Wesen, wie die Meeresbewohner feststellen. Sie müssen aber auch schnell lernen, dass es gute und böse Menschen gibt. "Eine Seele hat, wer wahrhaft liebt" - und um die Liebe dreht sich alles in dem Stück, bei dem sich Andersen auch an die griechische Mythologie anlehnt. Das erklären beispielsweise Namen wie Philyra für die Meerjungfrau, gespielt von Viviane Friege und Philine Bauer. Lieben heißt auch loslassen, und für die kleine Meerjungfrau bedeutete dies den Verlust ihrer lieblichen Stimme, nachdem sie aus Liebe zum Prinzen ihr nasses Element verlassen hatte.

Bei aller tiefgründiger Botschaft, Melancholie und Traurigkeit sind es wiederum die Tanzeinlagen und auch die Auftritte der beiden Fischer "Hauke" und "Fiete", die fröhliche und hoffnungsvolle Farbtupfer setzen. Es gibt ein glückliches Ende, aber nicht im Disney-Stil, sagt Ina Nestler.

Die Termine nach der Premiere: Samstag, 30. November, 14 und 19 Uhr, Sonntag, 1. Dezember, 15 Uhr, Freitag, 6. Dezember, 10 und 17 Uhr, Samstag, 7. Dezember, 14 und 19 Uhr, Sonntag, 8. Dezember, 15 Uhr.

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