Zwei Männer präsentieren eine Flasche Gin neben Holzkisten.
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Cem Koc und Sascha Hubing (r.) sind die Erfinder der beliebten Spirituose.

Spirituose

Besonderer Gin aus Gießen mit Spezialeffekt - Produktion in Apotheken-Handarbeit

  • VonPatrick Dehnhardt
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Eine Spirituose aus dem Kreis Gießen hat einen besonderen Spezialeffekt. Deswegen wird das Getränk sogar in Berliner Bars serviert.

Wettenberg – Hält man die Flasche gegen das Licht, leuchtet der Inhalt blau. Das bleibt auch so, wenn man ihn ins Glas einschenkt. Kommt jedoch Tonic Water dazu, ändert sich plötzlich die Farbe: Der Gin Tonic leuchtet violett.

Eine Chemielehrerin könnte diesen Effekt vermutlich bei einem Glas ausführlich und mit Formeln erklären. Ausgedacht haben sich das Ganze jedoch Cem Koc und Sascha Hubing - und so den ersten Wettenberger Gin entwickelt.

Spezialität aus dem Kreis Gießen: Macher schon lange Gin-Liebhaber

Bei einem Glas Gin erzählen sie die Geschichte dahinter. Beide sind schon seit langer Zeit Gin-Liebhaber. Bei einem gemeinsamen Thailand-Urlaub entdeckten sie eine besondere Blume. Diese wurde dort in Getränken verwendet. Änderte sich der ph-Wert der Flüssigkeit - etwa durch hinzufügen von Zitronensaft -, änderte sich die Farbe.

»Wir hatten die Idee, das in einen Gin zu integrieren«, sagt Koc. Von der Idee bis zum fertigen Produkt war es jedoch noch ein langer Weg. Zunächst feilten die beiden an der richtigen Rezeptur. Denn ihr Gin sollte nicht nur gut aussehen, er sollte auch gut schmecken. »Macht man ihn zu würzig, schmeckt es den einen nicht. Ändert man dann was, schmeckt das wieder anderen nicht«, erinnert sich Hubing.

Freunde waren Produkttester des Gin aus dem Kreis Gießen

Freunde und Bekannte engagierten sich als »Produkttester«, gaben ihre Bewertungen zu den verschiedenen Mischungen ab. »Es war ein besonderer Prozess, denn jeder hatte dazu eine Meinung«, sagt Hubing. »Es ist ein leidenschaftliches Produkt.«

Doch das Ergebnis war alle Mühen wert: Der Dry Gin+ ist fruchtig, fein und erfrischend. Das überzeugt selbst Gaumen, die sonst mit Gin wenig am Hut haben.

Der Name »AquaVitae« spielt auf den Herstellungsort an: eine Apotheke. Was zunächst ungewöhnlich wirkt, knüpft an eine alte Tradition an. »Seit jeher stellen die Apotheken Alkohol her«, sagt Hubing. »Aber nicht jede Apotheke kann einen Gin herstellen.«

Spezialität aus dem Kreis Gießen: Gin stammt aus Apotheke

Das Duo arbeitet daher mit der Stadtapotheke im bayerischen Hauzenberg zusammen, mit der sie über einen ehemaligen Studienkollegen in Verbindung kamen. Diese verfügt sowohl über die notwendigen Gerätschaften als auch über die erforderlichen Kräuter. Hubing: »Dort ist man von Haus aus auf die Teeherstellung spezialisiert.«

Das geschulte Apothekenpersonal stellt nun auch den Wettenberger Gin her. Das bedeutet, jede Charge wird in Handarbeit produziert und abgefüllt. »Eine Apotheke kennt die Prozesse und weiß, wie man sauber arbeitet«, sagt Koc.

Gin aus dem Kreis Gießen hat in Kennerkreisen Bekanntheit erlangt

Neutraler Alkohol aus Weizen dient als Basis, in den verschiedene Kräuter eingelegt und später destilliert werden. »Alles 100 Prozent natürliche Zutaten«, sagt Koc. »Es ist der erste Apotheken-Gin mit Farbwechsel. Born in Hessen - made in Bavaria.«

Seit anderthalb Jahren ist der »AquaVitae Dry Gin+« auf dem Markt und hat in Kennerkreisen bereits einige Bekanntheit erlangt. »Er ist mittlerweile sogar in Gin-Bars in Berlin erhältlich«, freut sich Koc. Im Kreis Gießen haben ihn bereits einige Gaststätten und Kneipen auf der Getränkekarte, er ist zudem in Supermärkten, über die Internetseite www.aqvitae.de und nicht zuletzt bei der Avia-Tankstelle in Watzenborn-Steinberg erhältlich. Um den Farbwechsel auszulösen, braucht es dann noch eine Flasche Tonic Water oder ein paar Tropfen Zitronensaft.

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