Ein gutes Jahr wird der Edeka in der Krofdorfer Hauptstraße noch in diesem Gebäude in Betrieb sein. Dann soll der Neubau in der zweiten Reihe stehen. FOTO: SO
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Ein gutes Jahr wird der Edeka in der Krofdorfer Hauptstraße noch in diesem Gebäude in Betrieb sein. Dann soll der Neubau in der zweiten Reihe stehen. FOTO: SO

Edeka-Neubau beginnt im Januar

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Wettenberg(so). "Aus der italienischen Piazza wird ein besserer Hinterhof!": Scharfe Töne wählte Mathias Schulz von den Grünen am Donnerstag in der Gemeindevertretung, als der Neubau des Edeka an der Krofdorfer Hauptstraße aufgerufen wurde. Es galt, den Bebauungsplan für das Viertel an der Unteren Hauptstraße zu verabschieden, das von Wiesenstraße, Wetzlarer Straße, Hauptstraße und Seestraße umfasst wird.

Damit ist der Weg jetzt endlich frei für den Baubeginn. Auf den wird sehnlichst gewartet, nachdem bereits im März die Abrissbagger gerollt waren und sich seitdem auf der Baustelle nichts mehr sichtbar regte. Gleich zum Jahresbeginn will Investor Kai Laumann loslegen. Bis Weihnachten 2021 soll der Markt stehen, ist er zuversichtlich.

Was aber erbost die Grünen? Und warum sind die Freien Wähler verschnupft? Der geplante Ersatzbau für das abgerissene Haus Nummer 8 wird größer als ursprünglich präsentiert. Statt 50 Quadratmeter Grundfläche sind es nun 150, die möglich sind. Und zwar zulasten des "Marktplatzes", wie Grüne und Freie Wähler kritisieren.

"Das entspricht nicht unseren Vorstellungen", konstatierte Georg Schlierbach (FW). "Das wird so nicht gewünscht." Ursprünglich war nämlich nur ein Anbau an das Haus Nummer 10 vorgesehen, das von Grund auf saniert wird.

Grüne und Freie Wähler fühlen sich da quasi im Zieleinlauf überrumpelt. Aber: Wie die neue Nummer 8 aussehen kann, das war schon auf dem Modell zu sehen, das Mitte November in der Gemeindevertretung stand und danach im Rathaus zu sehen war.

Auch FW und Grüne stehen zum Markt

Schlierbach und Schulz unterstrichen aber, dass dies keine Ablehnung des Marktes sei: Der gehört ins Dorf, ist die Herzkammer des Handels an der Hauptstraße, sagte der Freie Wähler. Und erinnerte an die 2008 verworfenen Überlegungen in der SPD, einen Neubau am Augarten zu ermöglichen.

"Was wir erreicht haben, das ist weit mehr, als man normalerweise erreichen kann", versuchte Bürgermeister Thomas Brunner die emotionalen Wogen zu glätten. Die Gemeinde bekomme immer noch einen sehr großen Platz als Ort der Begegnung. Und bei den 58 vorgesehenen Pkw-Stellplätzen seien auch die entstehenden Wohnungen berücksichtigt. Zustimmung erhielt der Bürgermeister von der Opposition. "Das Ergebnis ist etwas Besonderes", sagte CDU-Chef Dr. Gerhard Noeske. Er zeigte sich froh, diesen langen Weg geschafft zu haben. Auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Ulrich Ellinghaus freut sich über die Neuordnung des Carrées: "Wir können stolz sein auf das Erreichte."

Letztlich wurde der Bebauungsplan mit breiter Mehrheit beschlossen: Es gab drei Gegenstimmen (zwei der Grünen, eine aus der CDU) sowie sechs Enthaltungen bei den Freien Wählern.

Geplant ist ein eingeschossiger Markt in der zweiten Reihe. Vorgelagert ist besagte Freifläche, die frei von Autos bleibt und Aufenthaltsqualität bieten soll. Deshalb wird sie vor dem Markt-Eingang bewusst vom Parkplatz separiert angelegt. Für diesen Platz wird eine optisch gut wahrnehmbare Offenheit von der Hauptstraße her angestrebt - eine bewusste Öffnung, die dazu einlädt, die neu entstehende Dorfmitte aufzusuchen.

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