Eine ferngesteuerte Drohne (Quadrocopter): Hightech-Spielzeug mit Störpotenzial.
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Eine ferngesteuerte Drohne (Quadrocopter): Hightech-Spielzeug mit Störpotenzial.

Drohnen am Himmel

Drohnen für die Polizei kein Thema

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Nach dem tödlichem Streit um eine Drohne am Gleiberg hat der Gleibergverein beraten und will weniger Drohnenüberflüge erlauben

Gießen/Wettenberg(so). Sie eröffnen Fotografen ganz neue Perspektiven und helfen in Land- und Forstwirtschaft ebenso oder beim Rettungsdienst. Und sie sind manchmal laut, werden nicht selten als störend bis nervig empfunden. Der eine oder andere argwöhnt zudem, aus der Luft gefilmt oder gar belauscht zu werden - Drohnen haben nicht nur Freunde.

Doch dass der Streit um ein solches Flugobjekt dergestalt eskaliert wie am Wochenende am Gleiberg, als ein Mann durch Messerstiche sein Leben verlor, das ist gleichermaßen dramatisch wie traurig.

Gibt es also ein Drohnen-Problem? Falls ja, dann aber noch kein aktenkundiges. "Kein Thema" ist die gleichermaßen knappe wie eindeutige Antwort der Polizei. Martin Ahlich, einer der Sprecher des Polizeipräsidiums, weiß zwar auch um die eine oder andere Beschwerde. Aber Anzeigen deshalb? "Nein, da ist bei uns nichts angekommen".

Es gibt Regeln

Wobei es durchaus Vorschriften, Vorgaben und gar einen "Drohnenknigge" gibt. Da wird geregelt, was geht und was eben nicht. Wobei das vielschichtig ist:

Drohnen mit einem Gewicht von mehr als 250 Gramm unterliegen der Kennzeichnungspflicht, so dass der Eigentümer ermittelt werden kann. Noch größere Geräte (ab zwei Kilo) erfordern einen Flugkunde-Nachweis, und die Piloten müssen mindestens 16 sein.

Große Brummer (ab fünf Kilo) brauchen Genehmigungen der Luftfahrtbehörden. Das Überfliegen privater Wohngrundstücke ist grundsätzlich ohne Zustimmung des Eigentümers verboten, zumal dann, wenn die Drohne geeignet ist, Foto- oder Filmaufnahmen zu machen. Da gilt der Schutz der Privatsphäre.

Keine offiziellen Beschwerden

Auch im Wettenberger Rathaus hat man sich mit dem Thema bereits befasst. Denn die Burg Gleiberg ist ein beliebtes Fotomotiv, auch und gerade aus der Luft. "Gewerbliche Drohnenflüge werden in der Regel beim gemeindlichen Ordnungsamt angemeldet, private Drohnenflieger hingegen tun dies nicht", weiß Bürgermeister Thomas Brunner. Bislang hat das Rathaus keine offiziellen Beschwerden vom Gleiberg über störende Drohnenflüge erreicht, sagt Brunner auf Anfrage. Aber als Vorstandsmitglied des Gleibergvereins weiß er, dass diesbezüglich schon öfters Anmerkungen gekommen sind. Denn die Drohnen machen Krach. Und es mag nicht jeder dulden, dass sein Haus und sein Garten überflogen werden und beim Filmen der Burg vielleicht mit aufs Bild oder Video kommen.

Gleibergverein justiert nach

Der Vorstand des Gleiberg-Vereins hat am Sonntag (unabhängig von dem traurige Ereignis vom Samstag) getagt. Da wurde auch die Drohnen-Frage angesprochen. Denn der Sonderfall hier: Die Burganlage gehört dem Gleibergverein, ist also Privatgelände.

Wie der Bürgermeister darlegt, wurde in der Vergangenheit oftmals die Zustimmung des Vorstands des Gleibergvereins angefragt, wenn es um Flüge über der Burg ging. Brunner am Montagabend: "Der Verein wird zukünftig sehr zurückhaltend bei diesem Thema sein."

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