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Schreibmaschine trifft auf Smartphone: In der aktuellen KuKuK-Ausstellung geht es um "Moderne Zeiten".

Der Blick ins Detail lohnt

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Wettenberg (usw). Thematisch offen sind die Menschen beim Kunst- und Kulturkreis Wettenberg (KuKuK), so ist es kein Wunder, dass man sich in der aktuellen Ausstellung in der Kunsthalle in Wißmar den "Modernen Zeiten" widmet. Erstmals wurde in Zusammenarbeit mit den Fotofreunden Krofdorf-Gleiberg eine Schau gestaltet. Zu sehen sind eine Vielzahl von Fotografien. Am Freitag war Eröffnung.

Die Fotofreunde Krofdorf-Gleiberg, gegründet 1956, widmen sich der Amateurfotografie; zurzeit hat der gemeinnützige Verein 38 Mitglieder. Das Spektrum reicht vom historischen Archiv bis zur Digitalfotografie, vom Handy-Foto bis zur Aufnahme mit einer Drohne, vom Vierteljahreswettbewerb bis zum Jahreskalender. Insofern trafen sich zwei gleichgesinnte Gruppen, und das Ergebnis ist höchst vielfältig, wie immer.

Fast strenge Inszenierung

"Moderne Zeiten bedeutet in unserer Vorstellung etwa moderne Kunst, Architektur, Design, Autos, Flugzeuge, Raumfahrt, moderne Medizin und Wissenschaft und digitale Kommunikation", sagte Vorstandsmitglied Ines Scheuermann. "Noch wichtiger sind die gesellschaftlichen Entwicklungen, die unser Leben heute bestimmen: Demokratie, Gleichberechtigung, Pressefreiheit und Grundrechte. Viele dieser Errungenschaften gibt es ja schon ziemlich lange. Unsere Moderne sieht da ganz schön alt aus," fügte sie hinzu. Das kann man von der Schau nicht sagen, obwohl die Inszenierung nicht ganz so glänzend wie gewohnt gelang, und die Wände ganz schön voll hängen. Ein paar Gießener Architekturfotos weniger hätten auch gereicht. Dann wieder erblickt man Jürgen Denhards magisch leuchtendes "Ernst-Leitz-Hotel" und erkennt einen anderen, fast malerischen Blick. Barbara Ritzkowski überwindet die Konventionen, indem sie Konturen und Inhalte ins Malerische auflöst und einen abweichenden, aktuellen Duktus schafft. Daneben erarbeitet sie in ihren Menschenbildern ("Tradition trifft Moderne") einen inhaltlich aparten Ansatz.

Die Hauptattraktion findet sich diesmal in der Kammer, wo um Ines Scheuermanns stilsichere Videoinstallation ("Überfluss") ausgezeichnete Arbeiten sich zu einer formvollendeten, wenn auch formal fast strengen Inszenierung reimen; eindrucksvoll. Am angegebenen Ort findet sich auch Horst Seidels Arbeit. Er vereint eine wunderschöne alte Schreibmaschine und den Ausdruck eines Handy-Startbildschirms zu seiner magischen Bildkomposition "Modernes Schreiben". Wie immer lohnt auch diesmal der Blick ins Detail.

Die Ausstellung geht bis zum 13. Oktober. Öffnungszeiten: Samstag und Sonntag von 15 bis 19 Uhr.

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