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Es ist etwas erwachsen, dem vor rund 15 Jahren niemand eine solche Entwicklung vorausgesagt hätte. Es gab Widerstände und Skepsis gegenüber dem Holz- und Technikmuseum (HTM) in Wißmar, das seinen Ursprung dem ehemaligen Zimmereibetrieb der Brüder Winter verdankte. Aus der Stilllegung des Betriebs wurden in einem großen Kraftakt die beiden Herzstücke, Sägegatter und Dampfmaschine, vor dem endgültigen Verfall bzw. der Verschrottung gerettet. Restauriert und wieder in Funktion gebracht, beeindruckten die beiden Ungetüme seit 2003 bislang viele Tausend Menschen. Besonders die regelmäßig stattfindenden Dampf- und Gattertage sind Publikumsmagnete.

Es ist etwas erwachsen, dem vor rund 15 Jahren niemand eine solche Entwicklung vorausgesagt hätte. Es gab Widerstände und Skepsis gegenüber dem Holz- und Technikmuseum (HTM) in Wißmar, das seinen Ursprung dem ehemaligen Zimmereibetrieb der Brüder Winter verdankte. Aus der Stilllegung des Betriebs wurden in einem großen Kraftakt die beiden Herzstücke, Sägegatter und Dampfmaschine, vor dem endgültigen Verfall bzw. der Verschrottung gerettet. Restauriert und wieder in Funktion gebracht, beeindruckten die beiden Ungetüme seit 2003 bislang viele Tausend Menschen. Besonders die regelmäßig stattfindenden Dampf- und Gattertage sind Publikumsmagnete.

Außerschulischer Lernort

Das Museum war seit seiner Eröffnung als Sparte Teil der Heimatvereinigung Wißmar. In diesen eineinhalb Jahrzehnten konnte sich durch weitsichtiges und verantwortungsbewusstes Handeln vieler überzeugter Aktivisten das HTM zu einer aktiven und überregional bekannten Einrichtung entwickeln. Getragen durch ein pädagogisches Konzept und stetig fortentwickelt durch Menschen mit Sachverstand, mit Herzblut, Engagement und Überzeugung, hat das HTM längst einen Qualitätsstandard erreicht, der sich durch die Satzung der Heimatvereinigung nicht mehr in Gänze abbilden ließ. So gliederte man in großer Übereinstimmung aller verantwortlich Handelnden das Museum aus der Heimatvereinigung aus. Am 15. Mai 2018 wurde der "Freundeskreis Holz- und Technikmuseum Wettenberg" gegründet, der am 1. Januar dieses Jahres offiziell seine Arbeit aufnahm und als neuer Teil des Strukturaufbaues, über dem die Gemeinde weiterhin als Eigentümerin steht, alleinverantwortlich für das Museum ist.

110 Mitgliedern steht Dieter Mülich vor, der zudem ehrenamtlicher Museumsleiter ist. Ihn vertritt Prof. Eberhard Seidel als 2. Vorsitzender und stellvertretender Museumsleiter. Schriftführer ist Gerold Rentrop, der ehrenamtlich auch den Bereich Öffentlichkeitsarbeit verantwortet, Dieter Wissner verwaltet die Finanzen. Das Team der Beisitzer bilden Rita Kotschenreuther, zertifizierte Waldpädagogin, zuständig für die waldpädagogische Fortbildung und FÖJ-Betreuerin, Marc Schäm mit staatlichem Auftrag zur Durchführung des Projektes Umweltschule und ehrenamtlicher Koordinator des Netzwerks "Bildung für nachhaltige Entwicklung" in Mittelhessen sowie Monika Gonka, Reiner Klinkel und Hans-Joachim Platt. Kraft Amtes gehören Bürgermeister Thomas Brunner und die Betriebsleiterin Marion Rentrop dem Vorstand an. Eine weitere Säule der Organisation bildet der Beirat mit 14 Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft sowie Regional- und Strukturpolitik, die die Einrichtung finanziell und ideell begleiten.

Mit dem Zusatz "Das Holzerlebnishaus" im Namen des HTM möchte der Vorstand der vielleicht etwas antiquiert klingenden Bezeichnung "Museum" eine neue, richtungsweisende Bedeutung geben: Dabei spielt das Drei-Säulen-Modell ein besondere Rolle. Der Fokus richtet sich hierbei auf das "Museum", die "Waldpädagogik" und den Bereich "Umweltbildungszentrum". Der vielfältige Bildungsauftrag ist das, worauf der neue Verein besonders stolz ist, und dem große Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Das HTM ist nicht nur Museum, sondern auch Umweltbildungszentrum und außerschulischer Lernort mit der Vermittlung von Themen zur Nachhaltigkeit.

Dabei kann sich der Freundeskreis auf eine Vielzahl von Partnern stützen. Schulische und erzieherische Aktivitäten nehmen einen breiten Raum ein. Die Waldpädagogik will hierbei altersgerecht biologische, ökologische und ökonomische Zusammenhänge begreifbar und transparent machen, ergänzt Kotschenreuther. Basierend auf dieser seit Jahren von vielen Schulen angenommene Konzeption, wurde dem Holzerlebnishaus 2013 von drei hessischen Ministerien das Zertifikat "Außerschulischer Lernort" verliehen.

Hinter den "Machern" stehen weitere fast 50 ehrenamtliche Helfer für die Vorbereitung und Durchführung von Sonntagsdiensten und den Hausmeisterdiensten zur Verfügung. Außerdem absolvierten bislang acht junge Menschen im HTM ihr freiwilliges ökologisches Jahr; aktuell ist Felicia Wack die Neunte im Bunde.

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