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Der Bäcker und die Schlange

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Jeden Samstag und Sonntag bietet sich morgens das gleiche Bild in Krofdorf-Gleiberg. Beim Bäcker Seidl zieht sich die Schlange der wartenden Kunden über viele Meter in der Turnhallenstraße und der Banngartenstraße hin. Dank das derzeit gebotenen 1,50-Meter-Abstands ist die Menschenkette nun sogar noch länger.

Die Kunden aus dem Dorf stehen eben zu "ihrem" Bäcker. Für viele ist’s ein liebgewordenes Ritual, dort "Herzliche", "Muntermacher", Laugenecken und viele andere Leckereien für den Frühstückstisch zu erstehen. Zumal der Einkauf am Morgen immer eine gute Gelegenheit ist, zu erfahren, was denn am Tag und am Abend zuvor im Dorf los war. Die Warteschlange als Nachrichtenbörse.… Und wer es eiliger hat, der hat zumeist vorbestellt und holt die Brötchentüte fix am Hintereingang ab.

Die kleine Bäckerei im Norden des Dorfes ist ein Familienbetrieb im besten Sinne, in dritter Generation dort geführt von Peter Seidl. Die Eltern Norbert und Marianne stehen nach wie vor mit Rat und Tat zur Seite, ebenso die Schwester Silvia - sei es in der Backstube oder im Verkauf.

Der aus dem Egerland stammende Bäcker Josef Seidl hatte sich nach dem Krieg in Krofdorf niedergelassen. Nachdem er zunächst als Bäcker für die US-Army tätig war, hatte er im Juli 1956 gemeinsam mit seiner Frau Erna, die ebenfalls aus einer Bäckersfamilie stammte, eine eigene Bäckerei eröffnet. Backstube, Laden, Café und Flaschenbierverkauf… Seinerzeit wurde die Ware zudem noch mit dem Rad im Dorf ausgeliefert.

Ab 1983 war der Betrieb von Sohn Norbert und dessen Frau Marianne geführt worden, bevor 2016 Peter Seidl in dritter Generation übernahm.so/FOTO: NO

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