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Peter Seidl führt die Bäckerei Seidl nun schon in dritter Generation. 

Gastrotipp

Ausgefallene Kräppel bei der Bäckerei Seidl

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Jetzt zur Faschingszeit sind sie wieder groß gefragt: Kräppel. In der Bäckerei Seidl werden sie noch von Hand gemacht. Hier gibt es die klassischen Kräppel oder auch mal mit ausgefallener Füllung. 

Fasching, Karneval, Fassenacht, Fastnacht – für die närrischen Tage gibt es viele Bezeichnungen. Da erscheint es nur logisch, dass auch das beliebte Gebäck der "Fünften Jahreszeit" überall anders genannt wird: Kräppel, Berliner oder Krapfen sind wohl einige der geläufigsten Begriffe. Gemeint sind damit Hefegebäckstücke, die in Fett ausgebacken und in der Regel mit einer fruchtigen Füllung versehen werden. 

Besonders lecker sind sie, wenn sie, wie in der Bäckerei Seidel im Wettenberger Ortsteil Krofdorf-Gleiberg, frisch gebacken werden. "Wichtig ist es, genug Ei zu verwenden, damit der Kräppel nicht so viel Fett zieht", erklärt Peter Seidl, der bei der Herstellung auf hochwertige Zutaten und ein Rezept seines Großvaters Josef Seidl setzt. 

Bäckerei Seidl: Großvater eröffnete 1956 Bäckerei

Dieser stammte aus dem Egerland und hatte sich in der Nachkriegszeit in Krofdorf niedergelassen. Nachdem er zunächst als Bäcker für die US-Armee tätig gewesen war, hatte er im Juli 1956 gemeinsam mit seiner Frau Erna, die ebenfalls aus einer Bäckersfamilie stammte, eine eigene Bäckerei eröffnet. Ab 1983 war der Betrieb von seinem Sohn Norbert und dessen Frau Marianne geführt worden, bevor 2016 Peter Seidl in dritter Generation übernahm. 

Bei der Übergabe hat der junge Bäckermeister auch den Sauerteig der Familie übernommen, der bereits von Josef Seidl genährt worden war. "Irgendwo steckt also auch noch ein kleines bisschen Teig von meinem Großvater darin", meint der Peter Seidl, der das drei Kilo schwere "Marktbrot" mit einer extra dicken Kruste als eine der beliebtesten hausgemachten Köstlichkeiten hervorhebt. Etwas Besonderes sei zudem der "Wiener Cafékuchen" – ein auf Josef Seidls Herkunft zurückgehendes Familienrezept. 

Bäckerei Seidl: Bis zu 1000 Kräppel am Tag

Gerade in der Faschingszeit, wenn die Kräppel-Nachfrage sprunghaft von 60 bis 100 auf 500 bis 1000 Kräppel täglich steigt, wird es in der Backstube jedoch auch experimentell: Neben Pflaume, Erdbeere, Aprikose, Kirsche und Johannisbeere werden dann ausgefallene Sorten wie Kokos, Hugo, Bailey's, Apfelwein, Bier, Cola-Asbach oder Eierlikör-Pudding angeboten. Den Kunden gefällt es offenbar: Im letzten Jahr gingen an Faschingsdienstag ca. 3000 Kräppel über die Verkaufstheke. Verwunderlich scheint das nicht, rollt an diesem Tag doch der Umzug des örtlichen Karnevalvereins durch die Straßen der närrischen Gemeinde, in der die Bäckerei Seidl eine Institution ist. 

In der Bäckerei Seidl gibt es neben klassisch gefüllten Kräppeln auch welche mit Apfelwein-, Bier- oder Hugo-Füllung.

Familientradition, regionale Verbundenheit und Modernität gehen in der Backstube Hand in Hand und locken neben Krofdorfern auch Kunden aus dem Umkreis an, sodass die Kasse selbst an einem Dienstagvormittag kaum stillsteht. 

Währenddessen haben sich einige jüngere Frauen, jede von ihnen mit mehreren Bäckertüten in der Hand, draußen vor der Tür festgequatscht. Und in der kleinen Sitzecke im Verkaufsraum sitzen mehrere ältere Damen beim Kaffeeklatsch zusammen. Gut gelaunt wechseln sie zwischen Hochdeutsch und "Platt", während der Duft von frischen Backwaren aus der angrenzenden Backstube herüberweht. Von dem regen Betrieb in der Bäckerei lassen sie sich nicht abschrecken. Eifrige Betriebsamkeit und entspannte Geselligkeiten gehen in der Bäckerei miteinander einher – eine sympathische Mischung.

Im Überblick

Spezialitäten: Marktbrot, Wiener Cafékuchen und zu Fasching ausgefallene Kräppel-Variationen

Kräppelfüllungen: Pflaume, Erdbeere, Aprikose, Kirsche, Johannisbeere, Kokos, Hugo, Bailey's, Apfelwein, Bier, Cola-Asbach oder Eierlikör-Pudding

Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 6 - 18 Uhr, Samstag 6 - 12 Uhr

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