Weg der Erinnerung

Antifaschistische Ortsführung in Krofdorf-Gleiberg

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Wettenberg (pm). Ein zweistündiger Mahngang am Sonntag, dem 1. September, in Krofdorf-Gleiberg soll die Erinnerung an die jüdischen Opfer der Nationalsozialisten wachrufen - an den Orten, wo sie zuletzt gelebt haben, wo sie leben mussten, wo sie arbeiten mussten.

Der Zweite Weltkrieg, der größte militärische Konflikt der Menschheitsgeschichte, kostete über 60 Millionen Menschen das Leben. In Deutschland und den besetzten Gebieten wurden sechs Millionen Juden umgebracht, Zehntausende entkamen diesem Schicksal nur durch Flucht, Zehntausende wurden deportiert. Mehr als zehn Millionen Menschen wurden nach Deutschland verschleppt und als Zwangsarbeiter eingesetzt. Den Mordprogrammen in den Psychiatrien fielen 200 000 Menschen zum Opfer, 400 000 Menschen wurden zwangsweise sterilisiert. Zehntausende Sinti, Roma und Angehörige anderer, als minderwertig diffamierter Volksgruppen wurden Opfer des Rassenwahns.

Anmeldung erforderlich

Die Krofdorfer Juden wurden umgebracht oder vertrieben. Die genauen Zahlen der Wettenberger Opfer der Krankenmorde und Zwangssterilisation sind unbekannt, verbürgt sind elf Mordopfer, davon fünf aus Krofdorf-Gleiberg und 15 Zwangssterilisierte, davon drei aus Krofdorf-Gleiberg. Über 160 Zwangsarbeiter in den Wettenberger Dörfern sind namentlich bekannt, die meisten davon waren in Krofdorf-Gleiberg eingesetzt, unter ihnen zahlreiche Kinder, die zur Arbeit gezwungen wurden. Die meisten dieser Opfer sind verdrängt und vergessen. Der Mahngang soll die Erinnerung an sie wachrufen.

Über 400 Wettenberger waren Mitglied der NSDAP, die meisten davon in Krofdorf. Wer versuchte, Widerstand zu leisten, wurde verfolgt, eingesperrt, vertrieben - auch dies soll an ausgewählten Orten illustriert werden. Treffpunkt am Sonntag, 1. September, ist um 10 Uhr auf dem Sorguesplatz in Krofdorf-Gleiberg.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, um Anmeldung wird gebeten bei Dieter Bender (unter Tel. 06 41/9 80 58 54 oder per E-Mail an dieter@bender-dv.de). Es wird ein Kostenbeitrag in Höhe von 5 Euro pro Person erhoben (ermäßigt 3 Euro).

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