Im Bereich der nördlichen Wiesenstraße zwischen Gewerbegebiet Heggraben und Nassauer Ring in Krofdorf-Gleiberg sollen neue Wohnhäuser entstehen. F:. SE
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Im Bereich der nördlichen Wiesenstraße zwischen Gewerbegebiet Heggraben und Nassauer Ring in Krofdorf-Gleiberg sollen neue Wohnhäuser entstehen. F:. SE

"Akzeptable Lösung für alle"

  • Harold Sekatsch
    vonHarold Sekatsch
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Wettenberg(se). Informationen über verschiedene Vorhaben in der Gemeinde Wettenberg standen auf der Tagesordnung der gemeinsamen Sitzung der Ausschüsse für Infrastruktur und Gemeindeentwicklung sowie Bauen, Planen und Verkehr, zu der die Vorsitzenden Dr. Ulrich Ellinghaus und Jürgen Quurck für Donnerstagabend in das Bürgerhaus Wißmar geladen hatten. Einen breiten Raum nahmen dabei die Ausführungen von Bürgermeister Thomas Brunner zu den Maßnahmen im Zuge des Hochwasserschutzes in der Gemarkung Wißmar ein.

Diese sollen einen Beitrag dazu leisten, durch Starkregen angerichtete Schäden wenn nicht zu vermeiden, doch zumindest abzumildern. Dabei seien vier Rückhaltebecken geplant. Gimbach mit einem Volumen von 3100 Kubikmeter, Grubenberg (895), Lohrbach (5000) sowie im Erlental. In zwei Fällen (Gimbach, Grubenberg) sind die benötigten Flächen bereits in das Eigentum der Gemeinde überführt worden, im Erlental steht der Grunderwerb im Zuge einer vereinfachten Umlegung kurz vor dem Abschluss (die GAZ berichtete).

Probleme bereite der Lohrbach; hier habe der Eigentümer den Verkauf des für die Anlegung des Beckens wichtigsten Grundstückes abgelehnt. "Wir brauchen das Schlüsselgrundstück", sagte der Bürgermeister, der als Möglichkeit eine "Enteignung zum Wohle der Allgemeinheit" aufführte. Außerdem werde geprüft, "ob wir das anders hinkriegen".

Des Weiteren könne unter dem Bürgerhausparkplatz ebenfalls ein Rückhaltebecken angelegt werden. Zusätzliche Baumaßnahmen zum Starkregenschutz in Wißmar: Der Kanal im Bereich Lollarer Weg/Fischerweg wird an den Staukanal des Zweckverbandes Lollar-Staufenberg angeschlossen, außerdem wird ein Regenwasserentlastungskanal zwischen Bachstraße und Lohrbach auf einer Länge von 230 Metern angelegt.

Weitere Baumaßnahmen sind im Bereich Am Weinberg, In der Wiese sowie Am Festplatz vorgesehen. Die Kosten dieser Vorhaben bewegen sich in der "Größenordnung von drei Millionen Euro", stellte Brunner fest: "Das ist viel Geld, was wir den Wettenbergern zumuten".

Was ist sinnvoll?

Noch nicht abgeschlossen sind die Planungen für den Ausbau des Gebietes "Nördliche Wiesenstraße" zwischen Nassauer Ring und Gewerbegebiet Heggraben, nachdem die ersten Entwürfe auf Anliegerkritik aus dem Wohnquartier "Baumäcker" gestoßen waren. Alexander Pellnitz, Professor für Städtebau und Stadttheorie an der Technischen Hochschule Mittelhessen, werde in Kürze einen neuen Entwurf vorlegen, berichtete Ellinghaus: "Ich bitte Sie, noch einen Monat Geduld zu haben", erklärte der Ausschussvorsitzende, der außerdem versprach, dass "alle Beteiligten zu Wort kommen werden". Er zeigte sich darüber hinaus zuversichtlich, dass "der Entwurf die Zustimmung aller Anwohner finden" werde. Ziel bleibe es, eine Lösung zu finden, die für alle Seiten akzeptabel sei.

Zur städtebaulichen Pellnitz-Studie Krofdorf Süd verwies CDU-Chef Gerhard Noeske unter Anlehnung an eine Skizze des Städteplaners darauf, dass die Gemeinde die Hoheit besitze. "Er kann nur das planen, was wir ihm erlauben." Pellnitz hatte in seiner Skizze Bereiche miteinbezogen, die nicht Bestandteil der Planungen sind. Dies sei aber inzwischen korrigiert. "Lasst uns ihm die Chance geben, zu sagen, was sinnvoll ist", sagte Ellinghaus.

Die beiden Ausschüsse unterstützen in Anlehnung an die vorliegende Entwurfsplanung zum Neubau des Edekamarktes im unteren Teil der Krofdorfer Hauptstraße in Krofdorf-Gleiberg den Vorschlag, wonach die Fraktionen aufgefordert werden, Änderungswünsche oder -vorschläge an das Bauamt der Gemeinde zu schicken. Danach sollen in einer öffentlichen Bürgerversammlung die Pläne vorgestellt werden. Auf diese Weise wolle man die Bevölkerung mit ins Boot holen, wie Ellinghaus mitteilte.

Dazu musste ein Bebauungsplan für das Quartier zwischen Seestraße, Wiesenstraße, Hauptstraße und Wetzlarer Straße erstellt werden. Nach dem Entwurf soll die Gesamtverkaufsfläche inklusive Backshop 1640 Quadratmeter des neuen Marktes betragen. Die maximale Gesamthöhe der Gebäude beträgt 12,5 Meter. Im Zuge des Edeka-Neubaus soll das Haus Hauptstraße 8 abgerissen werden.

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