Abwassergebühren bleiben wohl doch konstant

  • Rüdiger Soßdorf
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Wettenberg(so). Seit einiger Zeit schon regen die Freien Wähler an, für die Wettenberger Bürger die Abwassergebühren zu reduzieren. Der Hintergrund: In den vergangenen Jahren sind im kommunalen Eigenbetrieb für Wasser und Abwasser Guthaben entstanden. Die SPD-Mehrheit in der Gemeindevertretung und Bürgermeister Thomas Brunner sind da bislang zögerlich - mit Verweis auf anstehende Investitionen, für die das beiseitegelegte Geld gut zu gebrauchen wäre.

Am Montag wurde der Vorstoß der Freien Wähler im Finanzausschuss unter Vorsitz von Anuschka Gerlach (CDU) aufgerufen, aber nicht abschließend beraten. Es scheint darauf hinauszulaufen, dass die Gebühren unverändert bleiben.

FW regen niedrigere Gebühen an

Gleichwohl: Es sind immerhin rund zehn Millionen Euro auf der hohen Kante - die Freien Wähler würden es begrüßen, wenn die Bürger davon profitierten.

Der Bürgermeister erinnerte daran, dass Gebühren eigentlich die Kosten zu 100 Prozent decken sollten. Das wird in der Gemeinde bei Wasser und Abwasser zwar nicht vollumfänglich erreicht, aber doch fast. In der Vergangenheit waren Überschüsse stets in Investitionen geflossen, doch das war zuletzt nicht mehr in großem Umfang notwendig. Ergo wurde das Geld verwendet, um Verbindlichkeiten des Eigenbetriebs abzubauen. Der ist nun ebenfalls nahezu schuldenfrei.

Vor diesem Hintergrund könnte die Initiative der Freien Wähler durchaus richtig sein, konzedierte Bürgermeister Brunner. Gleichwohl, so wendete er ein, sei davon auszugehen, dass in den kommenden zehn Jahren wieder größere Investitionen kommen. Beispielhaft führte er den rund 100 Jahre alten Hochbehälter "Eule" am Gleiberger Nordhang an. Da stellt sich perspektivisch die Frage von Sanierung oder gar Neubau. Auch weitere Bauwerke etwa zur Rückhaltung von Regenwasser bedürften aufgrund ihres altersbedingten Zustands der Überarbeitung.

1,07 Millionen Euro fließen 2020 in die Wasserversorgung und 2,17 Millionen Euro ins Kanalnetz. Das sieht der Wirtschaftsplan der Gemeindewerke fürs kommende Jahr vor. Dies unter anderem in Konzepte und Maßnahmen, um bei Starkregen Wasser abzufangen respektive abzuleiten, ohne dass es nasse Keller in den Dörfern gibt. Insbesondere Wißmar ist da im Fokus, aber auch Launsbach.

Brunners Bitte deshalb: Von einer Gebührensenkung zum jetzigen Zeitpunkt Abstand zu nehmen. Womöglich komme die Gemeinde sonst in die Situation, anstehende Investitionen über Kredite finanzieren zu müssen. Und die würden sich in Folge wieder auf die Abwassergebühren niederschlagen.

Am gestrigen Dienstag wurde das Thema nochmals in der Betriebskommission der Gemeindewerke beraten. Der Finanzausschuss unter Vorsitz von Anuschka Gerlach nahm vorerst von einer Beschlussempfehlung Abstand.

2,40 Euro sind derzeit für den Kubikmeter Trinkwasser fällig, Die gleiche Menge Abwasser kostet in der Entsorgung 2,20 Euro. Die Regenwassergebühr liegt unverändert bei 55 Cent je Quadratmeter versiegelter Fläche im Jahr.

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