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Edeka

Neue Pläne für Edeka-Areal in Krofdorf-Gleiberg

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Ein neuer Edeka mitten in Krofdorf. Zudem noch einige Häuser und Wohnungen. Was vor ein paar Jahren dem einen oder anderen noch als unrealistisch erschien, das nimmt nun langsam Konturen an.

Seit Montag liegen mehrere Modelle des Architekten und Stadtplaners Prof. Alexander Pellnitz auf dem Tisch. Der Hochschullehrer an der hiesigen FH hat zugleich Architekturstudenten gebeten, weitere Ideen zur Zukunft eines Lebensmittelmarktes an der Krofdorfer Hauptstraße aufzuzeigen. Zu Wochenbeginn wurden die im Gleiberger Bürgerhaus vorgestellt - dort sind Zeichnungen und Modelle in den kommenden Tagen noch zu sehen. Wie es letztlich wird, das ist noch völlig offen - aber es schält sich eine Perspektive heraus. Die Prämissen: Keine neue Fläche außerorts versiegeln, keine Kaufkraft aus dem Ortskern abziehen - also Innen- vor Außenentwicklung.

Seit langem wird über einen neuen Markt fürs Dorf nachgedacht. Vor knapp zehn Jahren wurden Pläne für einen Bau auf der früheren Wiese am Augarten aber ad acta gelegt. Seitdem wird mit Edeka und einem Investor darüber gesprochen, wie ein Lebensmittel-Vollsortimenter mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche und wenigstens 50 Parkplätzen im Dorf etabliert werden kann. Zum Vergleich: Der bestehende Markt misst die Hälfte und hat keine 20 Parkplätze.

Das Spannende: Alle vier in die engere Wahl gezogenen Varianten von Pellnitz positionieren einen Markt-Neubau in den Gärten, mitten im Carré zwischen Haupt-, See-, Wiesen- und Wetzlarer Straße; erschlossen über die Hauptstraße.

Wettenberg: Neue Pläne für Edeka-Areal in Krofdorf-Gleiberg

Der Charme dieser Lösung: Während der Bauzeit kann der bestehende Markt uneingeschränkt weiterbetrieben werden. Erst in einem zweiten Schritt wird er abgerissen und weicht einer Wohnbebauung: Ebenfalls eingeplant ist ein Platz mit Aufenthaltscharakter vor dem Markt - kein Parkplatz, sondern ein Marktplatz mit Raum zum Begegnen und Plaudern. Pellnitz: Das fehlt in dieser Form im Dorf! Zudem trage dies der Tatsache Rechnung, dass nach wie vor viele Menschen aus dem Dorf eben doch zu Fuß oder mit dem Rad zum Einkaufen kommen. Das gelte es zu erhalten und zu stärken.

Zu diskutieren ist jetzt, ob der Platz zur Hauptstraße hin eher offen gestaltet sein soll; dann müsste ein kleines Wohnhaus - die Hauptstraße 8 - fallen. Es wäre neben dem alten Markt wohl der einzige Abrisskandidat. Bleibt das Häuschen erhalten, läge der Markt noch weniger wahrnehmbar in zweiter Reihe. Doch dies scheint für Edeka kein Problem zu sein: Der Bau in den Gärten ist von der Zentrale in Melsungen ausdrücklich so abgesegnet, berichtet Bürgermeister Thomas Brunner. Edeka wisse um die treue Stammkundschaft, die dessen ungeachtet zum Einkauf kommt.

Was ebenfalls zu klären ist: Wo kommen die Parkplätze hin? Für die Anwohner ebenso wie für die Markt-Kunden: Entweder oberirdisch - oder in einer Tiefgarage. Auch eine Kostenfrage. Nicht zuletzt ist zu klären, ob der Einkaufsmarkt eingeschossig bleibt oder ob die Chance genutzt wird, dort eine gegliederte Dachlandschaft mit Wohnraum zu schaffen. Das kommt der Idee einer innerörtlichen Nachverdichtung durchaus entgegen. Abstand genommen wird von der Idee einer zweiten Erschließung, etwa über die Wiesenstraße. Zu aufwändig.

Wettenberg: Mittwoch Bürgerversammlung

Am Mittwoch wird das Thema Raum in der Bürgerversammlung einnehmen (19 Uhr, Mehrzweckhalle Krofdorf-Gleiberg). Am Donnerstag wird der Markt in der Gemeindevertretung erneut aufgerufen. Es ist denkbar, dass am Donnerstag bereits ein Grundsatzbeschluss getroffen wird, die Planungen auf Basis der Pellnitz-Pläne weiter zu betreiben. Auch da wird öffentlich getagt (20 Uhr, Bürgerhaus Wißmar). Wenn ein Beschluss gewollt ist, wird sich dafür am Donnerstag auch eine Mehrheit finden: CDU-Chef Gerhard Noeske begrüßt die Entwicklung ausdrücklich und verhehlte im Fachausschüss seine Genugtuung darüber nicht, dass die Vision von vor zehn Jahren Wirklichkeit werden könnte: Der Bau im Ort.

Auch die SPD kann sich vorstellen, jetzt etwas zügiger zu planen: Doch deren grüner Juniorpartner reagierte am Montag in den Fachausschüssen für Bauen und für Infrastruktur leicht verschnupft: Man wolle das erst einmal nur wohlwollend zur Kenntnis nehmen und in Ruhe in der Fraktion beraten, bevor denn Pflöcke eingeschlagen würden, sieht sich Grünen-Fraktionssprecher Matthias Schulz vom Tempo etwas überrollt.

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