Bürgermeister Frank Ide sowie die Sparkassen-Vorstände Andreas Klunz und Silvia Linker (vorne, v. l.) enthüllen die Tresortür aus dem Jahr 1939. Ein Zeichen des Respekts für die Leistung früherer Generationen für das Geldinstitut, aber auch eine Mahnung für den Frieden, rettete das drei Tonnen schwere Teil doch beim Bombenangriff 1945 vier Frauen das Leben. FOTO: TB
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Bürgermeister Frank Ide sowie die Sparkassen-Vorstände Andreas Klunz und Silvia Linker (vorne, v. l.) enthüllen die Tresortür aus dem Jahr 1939. Ein Zeichen des Respekts für die Leistung früherer Generationen für das Geldinstitut, aber auch eine Mahnung für den Frieden, rettete das drei Tonnen schwere Teil doch beim Bombenangriff 1945 vier Frauen das Leben. FOTO: TB

"Werte für die Zukunft"

  • Thomas Brückner
    vonThomas Brückner
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Grünberg(tb). "Es ist geschafft, wir sind geschafft" - mit launigen Worten begrüßte Silvia Linker, Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Grünberg, die Gäste einer Feierstunde. Aus gebotenem Anlass fand die in der geräumigen Tiefgarage des "Sparkassen-Trios" statt. So der Name der Wohnanlage aus den drei Mehrfamilienhäusern in der Londorfer Straße, die nun eingeweiht wurde. Es ist das erste Mal, dass das Geldinstitut als Bauherr eines Mietobjekts auftritt.

Dass man sich somit ein "zweites Standbein" schaffe, meinte Frank Ide, ehedem Angestellter der Sparkasse, heute Bürgermeister und Vorsitzender des Verwaltungsrats des Instituts in Trägerschaft der Kommunen Grünberg, Rabenau und Reiskirchen. "Gut investiertes Geld, angesichts der Niedrigzinsphase eine gute Entscheidung", fügte er hinzu. Um in seinem Grußwort auch auf den Gewinn für "sein" Grünberg aufmerksam zu machen: "Bis zu 80 Personen können hier ein neues Zuhause finden - die Stadt wächst."

Investition von 7,3 Millionen Euro

Knapp anderthalb Jahre hat es gedauert, vom Abriss der Gebäude am einstigen Standort der alten Bezirkssparkasse bis zur Fertigstellung. Doch Zeit und Mühen hätten sich gelohnt, unterstrich wiederum Silvia Linker. Seien doch drei Häuser entstanden, die sich harmonisch ins Stadtbild einfügten. "Aufgelockerte Bebauung, gegliederte Fassaden, Mansarddächer und der Farbkontrast mit dem SparkassenRot stehen für Individualität und Bodenständigkeit."

Das "Trio" umfasst 26 moderne, barrierefreie, hochwertige Wohnungen auf dem neuesten energetischen Standard. Als gute Nachricht an die Vertreter der Kommunen konnte sie verkünden: "Der Zeitplan wie auch der Kostenrahmen von 7,3 Millionen Euro wurde eingehalten."

Insgesamt wurden 1965 Quadratmeter Wohnraum geschaffen. Bereits in Kürze sollen die ersten 16 Mieter einziehen, also sind nurmehr zehn zu einem Preis zwischen 7,50 und 10 Euro/qm zu haben. Dass Corona und damit einhergehende Verunsicherung die Vermietung "etwas ausgebremst" habe, merkte die Sparkassen-Chefin an.

Um sodann einige, durchaus überraschende Details über das ambitionierte Projekt zu verraten: 6800 Meter an Betonsäulen, rund 1500 Kubikmeter an Beton, 190 Tonnen Stahl wurden hier verbaut, immerhin 24 Kilometer Elektroleitungen verlegt. All das und noch viel mehr hätten ein "solides, nachhaltiges Bauwerk" ergeben. "Es sind Werte für die Zukunft geschaffen worden." Mithin generiere die Investition langfristige Erträge, leiste einen Beitrag zur Sicherung der Sparkasse und den Erhalt von 80 Arbeitsplätzen.

Linkers Dank galt allen am Bau beteiligten Firmen und Einzelpersonen, insbesondere den Projektleitern und -steuerern Susanne Schätzle (Sparkasse Grünberg), Felix Feldmann und Daniel Ziske (Architekturbüro Feldmann) sowie Clemens Eckhart (Fa. bauWerk). Auch namens ihres Vorstandskollegen Andreas Klunz kam sie zum Ende auf eine "Herzensangelegenheit" zu sprechen: Zwar eine Investition in die Zukunft, gelte es doch stets, das Vergangene zu würdigen. Um dies sicherzustellen, ziere künftig ein besonderes "Schmuckstück, historisches Wahrzeichen und gleichzeitig Kulturgut" das Areal des Sparkassen-Trios. Die Rede war natürlich von der Tresortür, hinter die sich beim Bombenangriff am 13. März vier Frauen retten konnten.

Beim Abbruch wurde die Tür geborgen und aufgearbeitet. Sie wird demnächst Grünbergs "größtes und schwerstes Straßenschild" (der Betonsockel für die drei Tonnen schwere Tür muss erst noch auf 80 Zentimeter verstärkt werden).

Linker wörtlich: "Mit Respekt vor dem, was Generationen vor uns für die Sparkasse geleistet haben, ist es uns wichtig, dass dieser Ort auch für Generationen nach uns in Erinnerung bleibt."

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