Ein Lehrer für 163 Kinder

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"Die Schule von früher" stand beim Brauchtumstag des Kultur- und Heimatkreises im Zentrum. Im Hof des Gottfried’s Haus waren zahlreiche Gegenstände wie Griffeldose, selbst gehäkelte Tafelwischtücher oder alte Schulbücher ausgestellt. Da fielen den Besuchern schnell Anekdoten zu ihrer Schulzeit ein. Auch alte Poster aus den Klassenräumen vergangener Tage hatten die Organisatoren entdeckt.

"Die Schule von früher" stand beim Brauchtumstag des Kultur- und Heimatkreises im Zentrum. Im Hof des Gottfried’s Haus waren zahlreiche Gegenstände wie Griffeldose, selbst gehäkelte Tafelwischtücher oder alte Schulbücher ausgestellt. Da fielen den Besuchern schnell Anekdoten zu ihrer Schulzeit ein. Auch alte Poster aus den Klassenräumen vergangener Tage hatten die Organisatoren entdeckt.

Seit 1839 gab es in den damals selbstständigen Ortsteilen Groß- und Klein-Rechtenbach eine eigene Schule. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde ein Waisenhaus der Bad Kreuznacher Diakonie nach Klein-Rechtenbach verlegt. Die Heimkinder wurden in die Schule in Klein-Rechtenbach aufgenommen. Bald wurde über ein neues Schulgebäude nachgedacht. 1928 wurde die neue, größere Schule am Ortsrand eingeweiht. Mit der Einweihung der Mittelpunktschule 1965 wurde das alte Schulgebäude verkauft.

Auch in Groß-Rechtenbach stieß man im Laufe der Zeit immer wieder an räumliche Kapazitätsgrenzen. 1848 wurde deshalb das Schulhaus in der Frankfurter Straße bezogen. 1869 wurde die Halbtagsschule eingeführt: Die Anzahl der Schulkinder war zu groß geworden und so kamen die Kinder aus den älteren Jahrgängen in der Frühe, um dann ab etwa zehn Uhr den Schülern der jüngeren Jahrgänge Platz zu machen. 1907 wurde die Einrichtung einer zweiten Klasse mit einem weiteren Lehrer beschlossen. Vier Jahre später wurde das neue Schulgebäude auf dem "Hieserchen" eröffnet, das an die Stelle des maroden alten Gebäudes trat.

Während der Weltkriege wurden zeitweise Lehrer eingezogen und Klassen zusammengelegt. 1943 wurden die 163 Kinder aus den beiden Dörfern für einige Zeit von einem Lehrer unterrichtet. Das Gebäude mit zwei Klassensälen und einem Gemeindesaal wurde bis 1965 benutzt.

Der Vorsitzende des Kultur- und Heimatkreises, Werner Müller, erinnert sich daran, dass der Unterricht in den 1960ern nicht so umfangreich gewesen sei wie heute. Neben Lesen, Schreiben und Rechnen habe es nur wenige Fächer gegeben. Durch den gemeinsamen Unterricht hätten aber auch die Erstklässler schon mitbekommen, was die vierte Klasse gerade lernte.

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