Am Montag ist Johannes Volkmann zum zweiten Mal bei "Wer wird Millionär?" zu sehen. Er steht bereits bei der 125 000-Euro-Frage.
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Am Montag ist Johannes Volkmann zum zweiten Mal bei »Wer wird Millionär?« zu sehen. Er steht bereits bei der 125 000-Euro-Frage.

Interview

„Wer wird Millionär?“ (RTL): Bei der Behörden-Frage ist für Kohl-Enkel Johannes Volkmann Schluss

  • vonLena Karber
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Der Auftritt von Kohl-Enkel Johannes Volkmann bei „Wer wird Millionär?“ schlug im Januar große Wellen. Am Montag ging es für den 24-Jährigen aus Lahnau in der RTL-Sendung um 125.000 Euro.

  • Johannes Volkmann aus Lahnau (Lahn-Dill-Kreis) saß im Januar erstmals bei „Wer wird Millionär?“ (RTL).
  • Jetzt hat sich der Enkel von Helmut Kohl erneut den Fragen von Günther Jauch gestellt.
  • Im Interview spricht Johannes Volkmann über Lampenfieber, Vorbereitung und Heimatverbundheit.

Update vom Dienstag, 16.02.2021, 08.34 Uhr: 64.000 Euro hat Johannes Volkmann aus Lahnau (Lahn-Dill-Kreis) aus der RTL-Quizshow „Wer wird Millionär?“ mitgenommen. Es war ein kurzer Auftritt am Montagabend (15.02.2021) für den 24-Jährigen, der der Enkel von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl ist. Ohne Joker in der Hinterhand stieg er schon nach gut fünf Minuten aus, als Moderator Günther Jauch ihm bei der 125.000-Euro-Gewinnstufe folgende Frage stellte: „Was ist seit 1952 offizieller Bestandteil der nationalen Gesundheitsbehörden in Deutschland?“

  • (A) das Bundesalkoholamt
  • (B) die Bundeshanfagentur
  • (C) das Bundesnikotinbüro
  • (D) die Bundesopiumstelle

Statt auf Risiko zu spielen, machte Volkmann kurzerhand Schluss und nahm lieber das Geld mit. Bereits im Januar hatte er sich bei seinem ersten „Wer wird Millionär?“-Auftritt die 64.000 Euro erspielt. Zum Glück, denn auf die korrekte Antwort „(D) die Bundesopiumstelle“ hätte er nicht getippt. Mit seinem Gewinn will der politisch aktive Masterstudent sich ein neues Auto finanzieren und gemeinnützige Projekte unterstützen, wie etwa die Kirchengemeinde in seiner Heimat, die in der Nähe von Gießen liegt.

„Wer wird Millionär?“-Kandidat: Redaktion wusste lange nichts von seinem bekannten Opa

Erstmeldung vom Donnerstag, 11.02.2021, 19.31 Uhr: Im Januar war Johannes Volkmann aus Lahnau im Lahn-Dill-Kreis bei „Wer wird Millionär?“ zu Gast und sorgte damit für Schlagzeilen. Der Grund: Moderator Günther Jauch hatte in der RTL-Sendung verraten, dass der 24-jährige Kandidat der Enkel von Ex-Kanzler Helmut Kohl ist Vor seinem zweiten Auftritt bei „Wer wird Millionär?“, der am Montag ab 20.15 Uhr auf RTL ausgestrahlt wird, spricht Johannes Volkmann über seine Erfahrungen mit der Sendung, die Rolle seines Großvaters und seine Verbindung zu Mittelhessen.

Herr Volkmann, das Medien-Echo nach Ihrem Auftritt bei »Wer wird Millionär« war immens. Hatten Sie damit gerechnet?

Ich war schon erstaunt, wie sehr das Ganze medial Wellen geschlagen hat. Aber man muss natürlich damit rechnen, wenn man zu »Wer wird Millionär?« geht.

Bei Ihnen hat dabei auch die Prominenz Ihres Großvaters eine erhebliche Rolle gespielt. Hätten Sie gerne unerwähnt gelassen, dass Sie der Enkel von Helmut Kohl sind?

In meinem Alltag spielt dieses Thema keine Rolle. Es ist nichts, was mich persönlich definiert. Ich möchte Menschen als Johannes Volkmann und nicht als der Enkel von Kohl begegnen.

Wie kamen Sie denn dazu, bei »Wer wird Millionär?« anzutreten?

Im März letzten Jahres lag ich mit Corona im Bett. Um mich ein bisschen aufzuheitern, hatte eine Freundin die Idee, dass ich mich bei »Wer wird Millionär?« bewerbe. Ich habe das damals für ziemlich aussichtslos gehalten, mich aber dann doch beworben. Und nach einigen Wochen bekam ich dann einen Anruf von RTL, in dem es hieß, der Zufallsgenerator hätte mich ausgewählt und man würde gerne mit mir ein erstes Telefoninterview führen.

Wie sah dieses erste Interview denn aus?

Das waren etwa zehn Fragen zur Allgemeinbildung, die ich alle beantworten konnte. Daraufhin wurde ein zweites Interview per Zoom durchgeführt, das ca. eine dreiviertel Stunde gedauert hat. Da wurden auch noch einmal ungefähr 30 Wissensfragen gestellt, aber man sollte sich selbst auch ein bisschen vorstellen, indem man etwas über sein Leben erzählt - ein paar lustige Anekdoten, die RTL dann vielleicht verwerten kann.

„Wer wird Millionär?“ (RTL): Kurz vor der Aufzeichnung kam der Anruf

Anekdoten wie: »Ich habe einen sehr berühmten Großvater«?

Mein Großvater hat in diesem Zusammenhang nie eine Rolle gespielt. Nach meiner Kenntnis wusste die Produktionsfirma auch über den gesamten Bewerbungsprozess davon nichts. Ich habe erst kurz vor der Aufzeichnung einen Anruf von der Redaktion bekommen - da war denen das bei der Vorrecherche offenbar aufgefallen.

Inwiefern haben Sie sich im Vorfeld auf die Sendung vorbereitet?

Sich vorzubereiten ist natürlich schwierig, weil die Zahl der Themen und der möglichen Fragen de facto unbegrenzt ist. Um ein Gefühl für die Art der Fragen zu kriegen, habe ich mir die App runtergeladen und Quizze darauf trainiert. Eine Frage in der App wird natürlich nicht noch einmal in der Sendung gestellt werden, aber mir ging es darum, ein Gefühl für den Modus zu bekommen.

Die Einstiegsfragen haben Sie souverän gemeistert, doch dann waren Ihre Joker schnell weg.

Wenn man auf dem Stuhl sitzt, ist es etwas ganz anderes, als wenn man das auf der App trainiert oder vor dem Fernseher sitzt. Man hat nur eine Chance. Dementsprechend war ich am Anfang sehr defensiv, weil ich nicht leichtsinnig eine Frage beantworten wollte, bei der ich mir nicht zu 100 Prozent sicher war, um dann mit Jokern heimzufahren. Deswegen habe ich meine Joker sehr früh eingesetzt.

„Wer wird Millionär?“ (RTL): Kohl-Enkel Johannes Volkmann bei neuer Folge entspannter

Aber das verunsichert doch sicher. Oder wie haben Sie sich in dieser Situation gefühlt?

Es war natürlich ein blödes Gefühl zwischen der 1000 und der 8000 Euro-Stufe sich Frage für Frage nicht sicher zu sein. Dazu kommt: Die Scheinwerfer scheinen einem ins Gesicht, man hat diese Musik im Hintergrund, die Kandidaten im Publikum schauen auf einen. Bei Spielversionen kann man, wenn man falsch lag, auf die Neustart-Taste drücken kann - im Studio geht das nicht.

Nun stehen Sie in der nächsten Sendung bei der 125 000-Euro-Frage. Sind Sie schon nervös?

Aufgeregt bin ich deutlich weniger, weil ich jetzt eine sehr gute Vorstellung davon habe, was mich erwartet. 64 000 Euro waren mein Mindestziel. Wenn ich das mitnehme, bin ich zufrieden. Das heißt, ich mache mir innerlich jetzt weniger Druck. Aber ich bin natürlich voll freudiger Anspannung, weil ich hoffe, dass es noch weit geht.

Zu Herrn Jauch haben Sie gesagt, dass Sie sich ein neues Auto kaufen wollen. Gibt es noch weitere Pläne für Ihren Gewinn?

Das kommt natürlich darauf an, wie viel Geld ich jetzt am Ende der Geschichte zur Verfügung habe. Aber ich möchte auf jeden Fall sparsam damit umgehen und auch für die Zukunft vorsorgen. Sollte ich tatsächlich einen großen Gewinn landen, möchte ich gerne einige gemeinnützige Projekte unterstützten.

„Wer wird Millionär“ (RTL): Kohl-Enkel engagiert sich im CDU-Kommunalwahlkampf

Apropos Zukunft: In der Sendung haben Sie gesagt, dass sie noch zu jung sind, um sich schon festzulegen, ob sie Politiker werden wollen. Was sind denn Ihre Pläne für die nächsten Jahre?

Ich arbeite derzeit bei Herrn Professor Simon in Brüssel (der Busecker CDU-Politiker Sven Simon ist Mitglied im Europäischen Parlament, Anm. d. Red.) und bin dort sehr zufrieden. Derzeit plane ich auch, das in den kommenden zwei, drei Jahren so weiterzumachen. Ansonsten engagiere ich mich nach wie vor ehrenamtlich in der CDU - auch jetzt bei den Kommunalwahlen im Lahn-Dill-Kreis.

Wie oft sind Sie denn trotz Arbeitsstelle in Brüssel noch in Ihrer Heimat in Mittelhessen?

So oft wie möglich. Derzeit ist natürlich aufgrund von Corona und Homeoffice-Regeln alles anders - aber normalerweise bemühe ich mich häufig, etwa an den Wochenenden, zurückzufahren, um meine Familie und meine Freunde zu besuchen. Mein soziales Umfeld ist schließlich hier.

Der Region Mittelhessen fühlen Sie sich also noch immer verbunden?

Ja, sehr. Je mehr ich woanders bin, desto mehr realisiere ich, wie schön es bei uns ist. Ich habe gerade in der Zeit, in der ich in China war, aber auch in England, gemerkt, wie einzigartig Mittelhessen als Region ist. Hier ist meine Heimat und hierher möchte ich langfristig immer wieder zurückkommen.

Johannes Volkmann

Johannes Volkmann ist 24 Jahre alt und stammt aus Lahnau. Er ist der Enkel von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl. Seine Mutter Christine Volkmann war früher mit Walter Kohl, dem ältesten Sohn von Helmut und Hannelore Kohl, verheiratet.

Sein Abitur hat Johannes Volkmann am Landgraf-Ludwigs-Gymnasium in Gießen gemacht und anschließend Contemporary Chinese Studies (Zeitgenössische China-Studien) in Oxford studiert. Aktuell arbeitet er als Büroleiter des CDU-Abgeordneten Sven Simon aus Buseck im Europäischen Parlament. Zudem ist Volkmann Mitglied im Geschichtsverein Lahnau und engagiert sich ehrenamtlich in der CDU.

Bei »Wer wird Millionär?« bewältigte Johannes Volkmann in der Sendung, die am 4. Januar ausgestrahlt wurde, die 64 000-Euro-Frage. Dann war die Sendezeit vorbei. In der nächsten Folge, die am Montag, 15. Februar um 20.15 Uhr auf RTL zu sehen sein wird, steht Volkmann somit vor der 125 000 Euro-Frage. Er kann jedoch noch auf 500 Euro zurückfallen und hat keine Joker mehr zur Verfügung.

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