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71 Prozent aller Minijobber in der Gebäudereinigung im Landkreis Gießen sind Frauen.

Wenn Minijobs zur Karrierefalle werden

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Gießen (pm). Sie kümmern sich stärker um Haushalt und Kinder, haben niedrigere Einkommen und müssen häufiger um ihren Job fürchten: Anlässlich des Internationalen Frauentags am 8. März hat die Gewerkschaft IG BAU vor einem Rückschritt bei der Gleichberechtigung infolge der Corona-Pandemie auch im Landkreis Gießen gewarnt.

»Insbesondere Minijobs werden in der Krise zunehmend zur Karrierefalle«, kritisiert Bezirksvorsitzende Doris Hammes. In der Gebäudereinigung seien solche Arbeitsverhältnisse besonders verbreitet. Im Kreis Gießen sind laut Arbeitsagentur 71 Prozent aller rund 1000 Minijobs in der Branche in Frauenhand.

»Geringfügig Beschäftigte gehen nicht nur beim Kurzarbeitergeld leer aus. Sie sind auch häufiger von Entlassungen betroffen«, erklärt Hammes. Die IG BAU plädiert dafür, die Minijobs in der jetzigen Form abzuschaffen und sozialversicherungspflichtig zu machen. Eine Anhebung der Verdienstgrenze auf 600 Euro, wie sie einige Arbeitgeberverbände fordern, liefe hingegen auf einen Ausbau prekärer Arbeitsverhältnisse hinaus.

Die IG BAU verweist zugleich auf die gestiegene Belastung von Frauen in der Pandemie. »In Zeiten geschlossener Kitas und Schulen bleibt die Kinderbetreuung nach wie vor meist an den Frauen hängen. Hinzukommen die Arbeit im Haushalt und die Pflege von Angehörigen«, sagt Hammes. Neben besseren politischen Rahmenbedingungen sei hier auch ein gesellschaftliches Umdenken nötig.

Nach einer repräsentativen Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung ist die durchschnittliche Erwerbsarbeitszeit von Frauen während der Pandemie stärker gesunken als die von Männern. Vor Corona arbeiteten Frauen demnach im Durchschnitt fünf Stunden pro Woche weniger als Männer in einem bezahlten Job. Im Herbst 2020 betrug die Differenz bei Erwerbstätigen mit betreuungsbedürftigen Kindern elf Stunden pro Woche. Zwei Drittel der befragten berufstätigen Frauen mit Kindern gab an, den größeren Teil der Kinderbetreuung zu übernehmen.

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