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Nachdem die achte Auflage von Kunst in Licher Scheunen im vergangenen Jahr ausgefallen war, freuen sich Künstler, Organisatoren und Hausbesitzer nun auf die neunte. Am 11. September ist es so weit.

Wenn Kunst erlebbar wird

  • Nastasja Akchour-Becker
    VonNastasja Akchour-Becker
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Pünktlich zum Tag des offenen Denkmals geht in der kommenden Woche die neunte Auflage von Kunst in Licher Scheunen an den Start. Ein breites Spektrum an Künstlern, Kunstformen und Kunsthandwerk ist auch diesmal garantiert. Und dann sind da noch die Ausstellungsorte, die nicht weniger interessant sind.

Die Kombination macht letztlich die Attraktion aus: Kunstwerke nicht einfach vor weißen Wänden zu zeigen, sondern in alten Scheunen, in Gärten und Gewölbekellern, in Innenhöfen, an Hauswänden und an vielen anderen Orten. Das ist seit 2013 das Erfolgsgeheimnis der Veranstaltung Kunst in Licher Scheunen. Sie bietet nicht nur für Besucher einen besonderen Reiz - gewinnen sie schließlich einen Einblick in sonst eher verborgene Winkel und Ecken Lichs -, sondern auch für die Künstler selbst.

»Es ist auch für die Künstler toll, diese Orte zu nutzen«, macht etwa Axel Wilisch am Dienstag in der Pressekonferenz zur Veranstaltung deutlich. Zusammen mit Stephan Guber wird der Bildhauer aus Nidda in der alten Güterumschlaghalle am Bahnhof unter dem Motto »Von kleinen und großen Ideen« Holzskulpturen miteinander in den Dialog setzen.

Und auch Roman Geyer freut sich schon sehr darauf, seine »anachronistischen Werke«, wie er es nennt, im Heimatmuseum auf dem Kirchenplatz präsentieren zu können.

»Das Sichtbarmachen von Entstehung der Kunst wird in diesem Jahr einen Schwerpunkt bilden«, kündigt Cornelia Merget an, die im Planungsteam neben Angelika Stöckigt als Ansprechpartnerin auch für die Künstler fungiert. Straßenmaler Nikolaj Arndt wird dafür die Mauer an der Alten Post in Richtung Bürgerpark mit seiner 3-D-Kunst verzieren, und Stree-Art-Künstler Marcel aus Würzburg malt vor dem Post-Gebäude seine Version des letzten Abendmahls, bei dem man gegen einen Obulus sein eigenes Konterfei einarbeiten lassen kann, erläutert Merget. Allerdings werden diese Kunstwerke vergänglich sein und sich im Laufe der Zeit durch Regen auflösen.

»Wichtig ist uns vor allem, dass Dialoge entstehen«, erläutert Merget. Zwischen Kunst und Ausstellungsort, zwischen Besuchern und Künstlern, aber auch mit den Hausbesitzern kann man ins Gespräch kommen. Ralf Flagmeier ist seit der ersten Veranstaltung mit seiner Hofreite in der Seelenhofgasse (mit Eingang Hintergasse) dabei und freut sich über die Erinnerungen, die die Besucher an diesen Ort haben. Und Dominique Hermens öffnet ihre vor zwei Jahren erworbene Ferienwohnung in der Schlossgasse für Besucher.

Fest steht, auch diesmal gibt es viel zu entdecken, nicht zuletzt präsentiert der Plan 53 Künstler und Ausstellungsorte. Neu hinzugekommen ist etwa auch das Gemeindezentrum der katholischen Kirchengemeinde, das gleich mehreren Künstlern mit Malereien, Grafiken, aber auch so Ungewöhnlichem wie Gemüsepapyrus Raum bietet.

Außerdem wird die Dr.-Erhard-Roth-Medaille nach 2019 nun zum zweiten Mal vergeben, diesmal sogar in zwei Kategorien; eine für Kunst und eine für Kunsthandwerk. Eine unabhängige Jury prämiert damit unter allen ausstellenden Künstlern in Gedenken an den verstorbenen Initiator der Veranstaltung herausragende Arbeiten.

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